Jedes junge Unternehmen will Aufmerksamkeit – für die neue Finanzierungsrunde, das erste Produkt, den prominenten Neuzugang im Team. Doch die wenigsten Gründerinnen und Gründer haben Zeit oder Talent, das in griffige Medienmitteilungen und Fachbeiträge zu giessen. Genau hier liegt eine unterschätzte Nische für BWL- und Kommunikationsstudierende: Sie schreiben die PR-Texte, die Startups sichtbar machen – flexibel, gut bezahlt und mit direktem Bezug zum Marketing-Studium.
Warum gerade jetzt?
Die Schweizer Startup-Szene ist dicht, und der Kampf um Sichtbarkeit hart. Redaktionen von Fachmedien, Branchenportalen und Regionalzeitungen sind auf gut aufbereitete Informationen angewiesen – haben aber immer weniger Personal, um selbst zu recherchieren. Eine sauber geschriebene Medienmitteilung, die eine echte Nachricht liefert, hat deshalb reelle Chancen, übernommen zu werden.
Für Studierende ist das eine ideale Ausgangslage: Sie bringen das nötige Handwerk aus Vorlesungen zu Kommunikation, Marketing und Unternehmensführung mit, verstehen Geschäftsmodelle und können sich schnell in neue Themen einarbeiten. Und weil PR-Texte projektweise entstehen, lässt sich die Arbeit gut auf ein Pensum von 20 bis 40 Prozent begrenzen – planbar rund um Prüfungen und Semesterpausen.
Aktive Möglichkeiten: direkt für Geld schreiben
Der Einstieg gelingt über konkrete Schreibaufträge. Am gefragtesten ist die klassische Medienmitteilung: eine halbe bis ganze Seite, die eine Neuigkeit nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide aufbereitet – das Wichtigste zuerst, mit klarer Überschrift, aussagekräftigem Zitat und den Fakten, die eine Redaktion braucht. Pro Mitteilung sind je nach Aufwand und Kundschaft realistische Honorare von rund 150 bis 400 Franken drin.
Darüber hinaus fragen Startups Fachartikel und Gastbeiträge nach, mit denen sie sich als Expertinnen positionieren, sowie Texte für LinkedIn, den eigenen Blog oder das Presse-Kit. Wer zuverlässig liefert, wird schnell zur festen Grösse und kann von Einzelaufträgen zu einer laufenden Betreuung wechseln – etwa als externe Person, die pro Monat eine bestimmte Zahl an Texten übernimmt. Diese wiederkehrenden Mandate sind das eigentliche Ziel, weil sie planbares Einkommen bringen. Wer zusätzlich datenbasierte Kundenberichte anbieten will, findet im Beitrag B2B-Case-Studies schreiben: Studi-Nebenjob 2026 eine verwandte, gut kombinierbare Dienstleistung.
Passive Möglichkeiten: einmal erstellen, mehrfach verkaufen
Reines Schreiben ist Zeit gegen Geld. Wer skalieren will, verpackt sein Wissen in Produkte, die ohne zusätzlichen Aufwand verkauft werden. Naheliegend sind Vorlagen: ein Baukasten mit Muster-Medienmitteilungen für typische Anlässe, eine Checkliste für den perfekten Presseversand oder eine Vorlage für ein Presse-Kit. Solche digitalen Downloads lassen sich über gängige Plattformen immer wieder verkaufen.
Ebenso funktioniert ein kompakter Online-Kurs oder ein E-Book zum Thema «PR für Startups ohne Budget». Und wer regelmässig über Kommunikationsthemen schreibt – etwa in einem eigenen Newsletter oder auf LinkedIn – baut sich nebenbei ein Publikum auf, das die nächsten Aufträge von selbst bringt. Der passive Kanal wird so zum Motor für den aktiven.
Realistische Zeitplanung bei 20 bis 40 Prozent
Ehrlich gerechnet: Eine gute Medienmitteilung inklusive Briefing, Recherche und Korrekturschlaufe kostet drei bis fünf Stunden. Bei einem 20-Prozent-Pensum von rund acht Wochenstunden sind das zwei bis drei Texte pro Woche – genug, um mit wenigen festen Kundinnen ein spürbares Zusatzeinkommen zu erzielen, ohne das Studium zu vernachlässigen.
Der Schlüssel ist Rhythmus statt Dauerstress. Blocken Sie feste Schreibfenster, bündeln Sie Kundengespräche, und halten Sie in Prüfungsphasen bewusst kürzer. Ein einfaches System für Aufträge, Fristen und Rechnungen verhindert, dass die Selbständigkeit im Kleinen zur Belastung wird. Wichtig ist zudem, früh die administrativen Grundlagen zu klären – Honorare korrekt abzurechnen und ab einer gewissen Höhe die AHV-Anmeldung als Selbständigerwerbende nicht zu vergessen.
Erster konkreter Schritt
Suchen Sie sich ein Startup, das Sie spannend finden, und schreiben Sie auf eigene Faust eine Muster-Medienmitteilung zu einer aktuellen Neuigkeit. Dieses eine, konkrete Arbeitsbeispiel überzeugt bei der Akquise mehr als jede Selbstbeschreibung. Damit gehen Sie auf drei, vier passende Jungunternehmen zu – und haben Ihren ersten bezahlten Auftrag oft näher, als Sie denken.
Fazit
PR-Texte für Startups verbinden das Beste aus dem Studium mit echtem Marktbedarf: Sie üben professionelle Kommunikation, verdienen ordentlich und bauen sich ein Netzwerk in der Gründerszene auf. Wer aktive Schreibaufträge mit ein paar verkaufbaren Vorlagen kombiniert, schafft sich ein flexibles Standbein, das mit dem eigenen Können mitwächst – und im besten Fall nahtlos in den ersten Job nach dem Abschluss übergeht.
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Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger