Apotheke

Ambrosia-Allergie: Spätsommer in der Apotheke

Für viele Pollenallergiker ist die Saison mit dem Ende der Gräserblüte im Juli vorbei geglaubt – doch dann kommt der Spätsommer. Von August bis in den Oktober blühen Beifuss und vor allem die eingeschleppte Ambrosia, das Beifussblättrige Traubenkraut. Ihre Pollen gelten als besonders aggressiv, und wer im Hochsommer plötzlich wieder niest und tränende Augen hat, sollte an diese Nachzügler denken. Die Apotheke ist dabei die erste, unkomplizierte Anlaufstelle.

Warum Ambrosia so aggressiv ist

Ambrosia hat sich in den letzten Jahren in der Schweiz stark ausgebreitet, entlang von Bahndämmen, Baustellen und an Feldrändern. Eine einzige Pflanze produziert Pollen in gewaltiger Menge, und deren allergenes Potenzial übertrifft jenes von Gräserpollen um ein Vielfaches. Schon wenige Pollen pro Kubikmeter Luft können bei empfindlichen Menschen Beschwerden auslösen.

Hinzu kommt die enge Verwandtschaft mit dem Beifuss: Wer auf das eine reagiert, reagiert häufig auch auf das andere – Fachleute sprechen vom Beifuss-Ambrosia-Komplex. Weil beide erst blühen, wenn Birke und Gräser längst durch sind, verlängert sich die Leidenszeit bis weit in den Herbst. Für Betroffene bedeutet das: Die Allergiesaison endet nicht im Sommer, sondern zieht sich oft bis zum ersten Frost.

Symptome richtig einordnen

Die Beschwerden gleichen dem klassischen Heuschnupfen: Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende und tränende Augen, manchmal ein Kratzen im Hals. Anders als bei einer Sommererkältung fehlen Fieber und Gliederschmerzen, und die Symptome kehren typischerweise täglich zur selben Tageszeit oder bei bestimmter Witterung zurück.

Wichtig ist, aufkommende Atembeschwerden ernst zu nehmen. Ambrosia kann bei einem Teil der Betroffenen die Bronchien reizen und zu Husten oder pfeifender Atmung führen. Wer solche Symptome bemerkt oder das Gefühl hat, dass die Beschwerden von Jahr zu Jahr zunehmen, sollte den Weg zur Ärztin nicht scheuen – eine allergologische Abklärung und gegebenenfalls eine Immuntherapie gehören in fachkundige Hände.

Was die Apotheke im Spätsommer empfehlen kann

Für die typischen Symptome hält die Apotheke bewährte, rezeptfreie Mittel bereit. Antihistaminika der neueren Generation lindern Niesen, Fliessschnupfen und Augenjucken zuverlässig und machen kaum müde; es gibt sie als Tablette für den ganzen Körper. Bei vor allem verstopfter oder laufender Nase helfen kortisonhaltige Nasensprays, die den Entzündungsreiz lokal dämpfen und ihre volle Wirkung nach einigen Tagen entfalten. Für gereizte, tränende Augen gibt es antiallergische Augentropfen.

Oft ist die Kombination am wirksamsten – ein Antihistaminikum als Basis, ergänzt durch Nasenspray und Augentropfen je nach Hauptbeschwerde. Das Apothekenteam berät, welche Präparate sich vertragen und worauf bei der Anwendung zu achten ist. Wie sich diese Bausteine grundsätzlich sinnvoll kombinieren lassen, ordnet auch der Beitrag Heuschnupfen 2026: Beratung in der Apotheke ein. Diese Empfehlungen ersetzen keine ärztliche Diagnose, sind aber ein guter erster Schritt.

Pollen meiden – die halbe Miete

Neben Medikamenten hilft, die Pollenlast im Alltag zu senken. Ein Blick auf den Pollenkalender oder eine Pollen-App zeigt, wann die Belastung hoch ist. Lüften Sie in der Stadt eher morgens, auf dem Land eher am späten Abend, wenn weniger Pollen fliegen. Waschen Sie abends die Haare, lassen Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen, und halten Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen – ein Pollenfilter in der Lüftung lohnt sich.

Ein Sonderfall ist die eigene Pflanze im Garten: Wer Ambrosia auf dem Grundstück entdeckt, sollte sie mit Handschuhen und möglichst vor der Blüte ausreissen, denn sie steht als invasive Art unter Beobachtung. So schützen Sie sich selbst und bremsen zugleich die weitere Ausbreitung.

Fazit

Die Ambrosia-Allergie verlängert die Pollensaison für viele Betroffene bis in den Herbst – mit besonders reizstarken Pollen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke und ein paar konsequenten Alltagsregeln lassen sich die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen.

Ihr nächster Schritt: Wenn Sie im Spätsommer wiederkehrende Heuschnupfen-Symptome bemerken, lassen Sie sich in Ihrer Apotheke zur passenden Kombination aus Antihistaminikum, Nasenspray und Augentropfen beraten – und behalten Sie den Pollenkalender im Blick. Bei Atembeschwerden oder von Jahr zu Jahr stärkeren Symptomen ist der Gang zur Ärztin der richtige Weg.

Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger

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