Mit den ersten Hitzetagen des Sommers häufen sich in den Apotheken die Fragen rund ums richtige Trinken. Wer bei 32 Grad im Garten arbeitet, eine Bergwanderung unternimmt oder schlicht das Durstgefühl verloren hat, verliert über den Schweiss nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Gerade in Hitzewellen, die durch den Klimawandel häufiger werden, kann das gefährlich werden. Die Apotheke ist dabei eine kompetente erste Anlaufstelle – für Beratung ebenso wie für die passenden Produkte. Ein sachlicher Überblick, ganz ohne Panikmache.
Warum Wasser allein nicht immer reicht
Beim Schwitzen verliert der Körper neben Flüssigkeit auch Elektrolyte – allen voran Natrium, dazu Kalium, Magnesium und Chlorid. Diese Mineralstoffe steuern die Nervenfunktion, die Muskelkontraktion und den Flüssigkeitshaushalt. Wer bei starkem Schwitzen ausschliesslich reines Wasser in grossen Mengen trinkt, kann den Salzgehalt im Blut zusätzlich verdünnen. Die Folge sind Symptome wie Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Schwindel oder Konzentrationsprobleme.
Für den Normalverbraucher an einem durchschnittlichen Sommertag genügt es meist, ausreichend zu trinken und über die Ernährung – etwa eine Handvoll Nüsse, eine Banane oder eine Gemüsebrühe – Mineralstoffe aufzunehmen. Relevant wird die gezielte Elektrolytzufuhr bei starkem, anhaltendem Schwitzen: bei körperlicher Arbeit in der Hitze, bei längerem Sport oder bei Hitzewellen über mehrere Tage.
Wer besonders aufpassen muss
Eine Risikogruppe verdient besondere Aufmerksamkeit: ältere Menschen. Im Alter lässt das Durstgefühl nach, weshalb Betroffene oft schlicht zu wenig trinken, ohne es zu merken. Kommen Erkrankungen oder entwässernde Medikamente hinzu, steigt das Risiko einer Dehydration deutlich. Hier hilft ein einfacher Trinkplan: feste Trinkzeiten über den Tag verteilt, ein gut sichtbar platziertes Glas und das Mitzählen der getrunkenen Menge. Angehörige können hier viel bewirken.
Auch Kleinkinder, chronisch Kranke und Menschen, die Sport treiben, gehören zu den aufmerksam zu beobachtenden Gruppen. Wer Medikamente einnimmt, sollte in der Apotheke nachfragen, ob diese den Flüssigkeits- oder Mineralstoffhaushalt beeinflussen – das ist bei Entwässerungstabletten oder bestimmten Blutdruckmitteln häufig der Fall.
Was die Apotheke anbieten kann
In Schweizer Apotheken sind verschiedene Produkte zur oralen Rehydratation erhältlich, meist als Pulver oder Brausetabletten zum Auflösen in Wasser. Sie enthalten ein abgestimmtes Verhältnis aus Natrium, Kalium und Traubenzucker, das die Aufnahme von Wasser und Salzen im Darm fördert. Klassische orale Rehydratationslösungen stammen aus der Behandlung von Durchfallerkrankungen, eignen sich aber auch zum Ausgleich starker Schwitzverluste. Daneben gibt es Elektrolyt-Getränkepulver mit Geschmack, die das Trinken angenehmer machen und so vor allem Kindern und älteren Menschen helfen, überhaupt genug zu sich zu nehmen.
Als grobe Orientierung gilt für gesunde Erwachsene ein täglicher Flüssigkeitsbedarf von rund eineinhalb bis zwei Litern, der an Hitzetagen oder bei körperlicher Anstrengung deutlich steigen kann. Günstig sind über den Tag verteilte kleinere Mengen statt weniger grosser Schübe. Wasser, ungesüsster Tee und verdünnte Fruchtschorlen eignen sich gut; stark zuckerhaltige Süssgetränke und grössere Mengen Alkohol sind dagegen ungeeignet, da Alkohol dem Körper zusätzlich Wasser entzieht. Erste Anzeichen eines beginnenden Flüssigkeitsmangels sind dunkler Urin, trockener Mund, Müdigkeit und Kopfschmerzen – ein Signal, frühzeitig nachzutrinken, statt auf den Durst zu warten.
Das Apothekenteam berät, welches Produkt zur jeweiligen Situation passt, und klärt ab, ob die Beschwerden noch harmlos sind oder ärztlich abgeklärt gehören. Denn Vorsicht: Bei deutlichen Warnzeichen wie Verwirrtheit, ausbleibendem Wasserlassen, anhaltendem Erbrechen oder hohem Fieber reicht ein Elektrolytpulver nicht – dann ist ärztliche Hilfe nötig. Wird die Dehydration von Hitzschlag-Anzeichen begleitet, zählt jede Minute. Wie Sie einen Hitzschlag oder Sonnenstich erkennen und welche Sofortmassnahmen gelten, lesen Sie im Beitrag Hitzschlag und Sonnenstich: Hilfe aus der Apotheke.
Fazit
An heissen Sommertagen ist regelmässiges Trinken die wichtigste und einfachste Vorbeugung gegen Flüssigkeitsmangel. Für die meisten genügt Wasser kombiniert mit einer mineralstoffreichen Ernährung. Bei starkem Schwitzen, bei längerer Hitze und bei Risikogruppen wie älteren Menschen lohnt sich der gezielte Ausgleich von Elektrolyten – und hier bietet die Apotheke sowohl bewährte Produkte als auch fundierte Beratung. Wer unsicher ist, ob eine Elektrolytlösung sinnvoll ist oder ob bereits eine ernstere Dehydration vorliegt, fragt am besten direkt am Apothekenschalter nach. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, gibt aber einen guten Anhaltspunkt, um gut hydriert durch den Sommer zu kommen.