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Threshold-Sensor in HA: Alarme aus Messwerten

Home Assistant ist voll von Sensoren, die reine Zahlen liefern: die Leistung einer Steckdose in Watt, der CO₂-Gehalt im Büro in ppm, die Bodenfeuchte einer Pflanze in Prozent. Zahlen sind schön, aber für eine Automation brauchen Sie oft eine klare Antwort: zu hoch oder zu niedrig? An oder aus? Genau diese Übersetzung von einem Messwert in einen binären Zustand erledigt der Threshold-Sensor – ein unscheinbarer Helfer, der viele umständliche Automationsbedingungen überflüssig macht.

Das Problem: Zahlen sind keine Zustände

Angenommen, Sie wollen wissen, wann Ihre Waschmaschine fertig ist. Ein Zwischenstecker misst die Leistung, doch der Wert schwankt: 2000 Watt beim Heizen, 5 Watt in der Pause, 0 Watt am Ende. Eine Automation, die nur auf «unter 5 Watt» triggert, feuert dann auch mitten im Programm während jeder Pause. Sie brauchen also nicht den rohen Wert, sondern eine stabile Aussage: «Die Maschine ist aus.»

Sie könnten das in jeder einzelnen Automation mit einer numerischen Bedingung lösen. Doch sobald mehrere Automationen denselben Schwellwert brauchen, wird das unübersichtlich und fehleranfällig. Eleganter ist es, den Schwellwert einmal zentral als eigene Entität zu definieren – als binary_sensor, der schlicht on oder off liefert. Diese Entität verwenden Sie dann überall gleich weiter.

Schritt für Schritt: den Helfer anlegen

Am schnellsten geht es über die Oberfläche: Einstellungen → Geräte & Dienste → Helfer → Helfer erstellen → Schwellenwert. Sie wählen die zu überwachende Sensor-Entität, legen eine obere und/oder untere Grenze fest und optional eine Hysterese. Wer lieber in YAML arbeitet, definiert dasselbe klassisch so:


# configuration.yaml
binary_sensor:
  - platform: threshold
    name: "Waschmaschine läuft"
    entity_id: sensor.waschmaschine_leistung
    upper: 10
    hysteresis: 5

Der Sensor ist on, sobald die Leistung über 10 Watt steigt, und off, wenn sie darunter fällt. Sie können auch nur upper oder nur lower angeben. Setzen Sie beide, entsteht ein Fensterbereich – der Sensor ist dann nur innerhalb oder ausserhalb eines Bandes aktiv, ideal etwa für «Temperatur im Komfortbereich».

Die Hysterese ist der entscheidende Trick

Der wichtigste und am meisten übersehene Parameter ist die Hysterese. Sie legt fest, wie weit sich der Messwert vom Schwellwert entfernen muss, bevor der Zustand wirklich kippt. Ohne Hysterese flackert ein Sensor, dessen Wert genau um die Grenze pendelt, ständig zwischen on und off – und löst dabei jede angehängte Automation immer wieder aus.

Ein Beispiel: Ihre CO₂-Ampel soll bei 1000 ppm warnen. Schwankt der Wert zwischen 999 und 1001 ppm, würde der Sensor im Sekundentakt umschalten. Mit hysteresis: 50 schaltet er erst bei 1050 ppm ein und erst bei 950 ppm wieder aus. Das gibt einen sauberen, stabilen Zustand statt eines nervösen Zappelns. Als Faustregel: Wählen Sie die Hysterese so gross wie die normale Schwankung des Messwerts im Ruhezustand.

In die Automation einbauen

Der fertige Schwellenwert-Sensor lässt sich wie jeder andere Binärsensor nutzen. Eine typische Benachrichtigung sieht so aus:


automation:
  - alias: "Waschmaschine fertig melden"
    trigger:
      - platform: state
        entity_id: binary_sensor.waschmaschine_lauft
        to: "off"
        for: "00:02:00"
    action:
      - service: notify.mobile_app_iphone
        data:
          message: "Die Waschmaschine ist fertig."

Das for: 00:02:00 verlangt, dass die Maschine zwei Minuten unter der Schwelle bleibt – zusammen mit der Hysterese ein doppelter Schutz gegen Fehlalarme in kurzen Pausen. Wer diesen Anwendungsfall mit einem Vibrationssensor statt über die Leistung lösen möchte, findet im Beitrag Waschmaschine fertig: Aqara Vibration Sensor in HA einen alternativen Ansatz.

Mehr als nur die Waschmaschine

Der gleiche Baustein löst überraschend viele Alltagsprobleme. Ein Threshold-Sensor auf die Bodenfeuchte einer Zimmerpflanze meldet, wenn giessen fällig ist. Auf den Batteriestand eines Zigbee-Geräts gelegt, warnt er rechtzeitig vor leeren Zellen, bevor der Sensor stumm ausfällt. Und auf die Vorlauftemperatur einer Heizung angewendet, erkennt er, ob der Kessel gerade wirklich arbeitet. In all diesen Fällen gilt dasselbe Muster: Sie definieren die Grenze einmal sauber mit passender Hysterese und bekommen einen stabilen on/off-Zustand, den Sie beliebig oft weiterverwenden.

Ein letzter Praxistipp: Vergeben Sie sprechende Namen und, falls sinnvoll, eine device_class wie power, battery oder problem. Damit erscheint der Sensor mit dem passenden Symbol im Dashboard und lässt sich in Ansichten leichter filtern.

Fazit

Der Threshold-Sensor ist einer jener Helfer, die man einmal einrichtet und dann nie wieder missen will. Er verwandelt rohe Messwerte in klare Zustände, macht Automationen lesbarer und – dank Hysterese – zuverlässig. Ob Waschmaschine, CO₂, Bodenfeuchte oder Batteriestand: Überall, wo Sie eine Zahl gegen eine Grenze prüfen, gehört diese Grenze in einen eigenen Schwellenwert-Helfer statt verstreut in jede Automation.

Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger

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