Kleine Firmen ertrinken in Fleissarbeit: Rechnungen abtippen, Leads von Hand in Listen kopieren, immer dieselben E-Mails schreiben. Genau hier liegt 2026 eine unterschätzte Verdienstchance für Studierende mit BWL-Hintergrund und digitalem Gespür. Mit Automatisierungs-Tools wie n8n oder Make verbindest du die Programme eines Betriebs so, dass wiederkehrende Aufgaben von selbst laufen. Du brauchst keinen Informatikabschluss – wohl aber Prozessverständnis, Neugier und die Bereitschaft, dich in ein Werkzeug einzuarbeiten. Genau das bringt ein Marketing- oder Management-Studium mit.
Warum gerade jetzt?
Die Nachfrage ist real und wächst. Schweizer KMU stehen unter Druck, mit gleichem Personal mehr zu leisten, und Automatisierung liefert schnell sichtbare Ergebnisse – oft innerhalb weniger Wochen und mit einem Return, der die Kosten deutlich übersteigt. Gleichzeitig ist die Einstiegshürde für dich als Anbieter niedrig: n8n läuft als Open-Source-Software ab wenigen Franken pro Monat auf einem Server, im Idealfall sogar auf einem Schweizer Server. Das ist ein starkes Verkaufsargument, denn anders als bei US-Diensten bleiben die Kundendaten dann im Land – ein Punkt, der bei Treuhändern, Praxen oder Anwaltskanzleien den Ausschlag gibt.
Aktive Möglichkeiten: Projekte und Betreuung
Der direkteste Weg zu Einnahmen sind konkrete Automations-Projekte. Ein Betrieb schildert dir eine lästige Routine – etwa: Jede neue Anfrage aus dem Kontaktformular soll automatisch im CRM landen, eine Bestätigungsmail auslösen und das Team in einem Chat benachrichtigen. Du baust den Ablauf, testest ihn und übergibst ihn. Für ein solches Setup lassen sich je nach Umfang mehrere hundert Franken verrechnen; erfahrene Freelancer rufen Tagessätze im dreistelligen bis vierstelligen Bereich auf.
Als Studi startest du darunter, gewinnst aber schnell an Wert, sobald du erste Referenzen vorweisen kannst. Ein zweites Standbein ist die laufende Betreuung: Automationen brechen, wenn sich Schnittstellen ändern, Kunden wollen Erweiterungen. Ein kleiner monatlicher Wartungsvertrag bringt planbare Einnahmen, ohne dass du jedes Mal neu akquirieren musst. Genau diese wiederkehrenden Einnahmen sind es, die aus einem Nebenjob mit der Zeit ein kleines, verlässliches Geschäft machen.
Passive Möglichkeiten: Vorlagen und Wissen
Nicht jede Einnahme muss Auftragsarbeit sein. Sobald du ein paar Abläufe mehrfach gebaut hast, erkennst du Muster, die viele Betriebe gleich brauchen. Diese kannst du als fertige Vorlagen verpacken und verkaufen – etwa eine n8n-Vorlage, die Rechnungen aus dem Postfach ausliest und in die Buchhaltung überträgt. Auch kurze Videokurse oder eine Sammlung erprobter Workflows lassen sich einmal erstellen und wiederholt verkaufen. Der Aufbau eines solchen digitalen Produkts folgt derselben Logik wie andere No-Code-Angebote; wie du eine Datenbank-Dienstleistung als Studi aufziehst, zeigt der Beitrag Airtable für KMU: No-Code-Datenbank als Studi-Job.
Realistische Zeitplanung bei 20 bis 40 Prozent
Wichtig ist, dich nicht zu übernehmen. Rechne für den Einstieg mit zwei bis vier Wochen, in denen du n8n oder Make in Ruhe lernst – mit den kostenlosen Tutorials und einem eigenen Testprojekt, bevor du das erste Geld nimmst. Danach ist ein Pensum von 20 bis 40 Prozent gut machbar, wenn du pro Woche ein bis zwei feste Halbtage einplanst und Projekte klein hältst. Ein einzelner, klar umrissener Workflow statt einer kompletten Firmenumstellung: So bleibst du lieferfähig und dein Studium hat Vorrang. Kommuniziere realistische Zeitfenster, dann bleiben Kunden geduldig und die Qualität stimmt. In Prüfungsphasen setzt du das Pensum bewusst herunter – ehrlich angekündigt, akzeptieren das die meisten Auftraggeber problemlos.
Erster konkreter Schritt
Installiere diese Woche eine kostenlose Testinstanz von n8n oder lege ein Make-Konto an und baue eine einzige Automation für dich selbst – zum Beispiel: Neue E-Mails mit Anhang landen automatisch geordnet in einer Cloud-Ablage. Dieser eine funktionierende Ablauf ist dein Beweisstück. Zeig ihn im nächsten Gespräch mit einem Betrieb aus deinem Umfeld, und aus der Demo wird schnell der erste bezahlte Auftrag.
Fazit
Automatisierung ist keine Nische mehr, sondern ein Dienst, den fast jedes KMU brauchen kann – und du bringst als BWL-Studi genau die Mischung aus Prozessdenken und digitaler Neugier mit, die es dafür braucht. Fang klein an, baue Referenzen auf, verpacke Wiederkehrendes in Vorlagen. So entsteht aus einem Werkzeug ein Nebenverdienst, der mit deinem Können mitwächst.
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Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger