Finanzen

Festgeld in der Schweiz: Zins mit fixem Termin

Sie haben einen grösseren Betrag auf dem Konto liegen – die Reserve für den Hauskauf in zwei Jahren, die Erbschaft, der Bonus. Auf dem Privatkonto verdient dieses Geld praktisch nichts. Und für Aktien ist der Zeithorizont zu kurz, das Risiko zu gross. Genau für diese Situation gibt es ein oft übersehenes Instrument: das Festgeld, auch Termingeld genannt. Sie binden einen Betrag für eine feste Laufzeit, kennen den Zins von Beginn weg – und wissen auf den Tag genau, wann und mit welcher Summe das Geld zurückkommt.

Was Festgeld von einem Sparkonto unterscheidet

Beim Sparkonto ist Ihr Geld jederzeit verfügbar, dafür kann die Bank den Zins jederzeit anpassen. Beim Festgeld ist es umgekehrt: Sie legen zum Beispiel 100’000 Franken für zwölf Monate zu einem heute vereinbarten Satz an. Während dieser Zeit kommen Sie nicht an das Kapital – aber der Zins steht fest, egal was die Märkte tun. Diese Planbarkeit ist der eigentliche Wert. Sie wissen exakt, was am Ende auf dem Konto liegt, und müssen keine Kursbewegungen aushalten.

Anders als eine Kassenobligation ist das Festgeld nicht handelbar und wird nicht an der Börse notiert. Es ist eine schlichte Vereinbarung zwischen Ihnen und der Bank. Das macht es einfach, aber auch unflexibel: Ein vorzeitiger Ausstieg ist meist gar nicht oder nur gegen eine Gebühr möglich.

Das Zinsumfeld 2026 ehrlich eingeordnet

Man muss die Erwartungen sauber setzen. Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank liegt Mitte 2026 bei null Prozent, und die SNB hat ihn zuletzt im Juni erneut unverändert belassen. In diesem Umfeld sind auch die Festgeldsätze bescheiden – je nach Bank, Laufzeit und Betrag bewegen sich Sparzinsen grob zwischen 0,1 und rund 1,5 Prozent. Ein Renditewunder ist Festgeld also nicht. Sein Wert liegt woanders: Es holt aus einer kurzfristigen Liquiditätsreserve mehr heraus als das Privatkonto, ohne dass Sie ein Kursrisiko eingehen.

Wichtig ist der Vergleich. Die Konditionen unterscheiden sich zwischen Kantonalbanken, Grossbanken und digitalen Anbietern teils deutlich. Fragen Sie gezielt nach dem Satz für Ihre gewünschte Laufzeit und Ihren Betrag – oft gibt es Staffelungen, bei denen grössere Summen oder längere Bindungen etwas mehr bringen.

Die Leiter macht das Festgeld flexibel

Der grösste Nachteil des Festgelds ist die Bindung: Ist das Geld einmal angelegt, ist es weg bis zum Termin. Wer trotzdem regelmässig an einen Teil herankommen will, baut eine Leiter. Statt die ganze Summe auf einen Schlag für zwölf Monate anzulegen, verteilen Sie sie auf mehrere Tranchen mit gestaffelten Laufzeiten – etwa je ein Viertel auf drei, sechs, neun und zwölf Monate.

So wird alle drei Monate ein Teil frei. Sie können ihn ausgeben, oder Sie legen ihn erneut zur längsten Laufzeit an. Dadurch ist immer ein Teil des Kapitals kurzfristig verfügbar, während der Rest vom etwas höheren Zins der längeren Bindung profitiert. Dasselbe Prinzip funktioniert auch mit anderen festverzinslichen Anlagen – wie es der Beitrag zur Kassenobligationen-Leiter für stabile Zinsen mit System im Detail zeigt.

Steuern und Einlagensicherung nicht vergessen

Zwei Punkte gehören auf den Tisch. Erstens die Steuern: Zinserträge aus Festgeld sind als Einkommen steuerbar und gehören in die Steuererklärung. Bei den heutigen Sätzen bleibt netto entsprechend weniger übrig, was die Rechnung gegenüber der Teuerung zusätzlich relativiert.

Zweitens die Sicherheit: In der Schweiz sind Bankeinlagen pro Kunde und Bank bis 100’000 Franken durch die Einlagensicherung geschützt. Wer deutlich grössere Beträge parkiert, verteilt sie sinnvollerweise auf mehrere Institute, um innerhalb dieses Schutzes zu bleiben.

Fazit

Festgeld ist kein Instrument für den Vermögensaufbau, sondern für das Vermögensparken: für Geld, das Sie in absehbarer Zeit brauchen und deshalb nicht dem Kursrisiko aussetzen wollen. Es liefert einen festen, planbaren Zins ohne Wertschwankungen – im Gegenzug für den Verzicht auf Verfügbarkeit.

Ihr nächster Schritt: Legen Sie fest, welchen Betrag Sie in den kommenden ein bis zwei Jahren sicher nicht antasten müssen. Holen Sie für diese Summe bei zwei, drei Banken die Festgeldsätze für unterschiedliche Laufzeiten ein und prüfen Sie, ob eine kleine Leiter aus mehreren Tranchen besser zu Ihrem Liquiditätsbedarf passt als eine einzige Bindung.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Anlage- oder Steuerberatung.

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