Die Wandersaison hat begonnen, und mit den ersten längeren Touren durch die Schweizer Berge melden sich auch die ersten Blasen. Kaum etwas verdirbt einen schönen Wandertag so zuverlässig wie eine schmerzende Scheuerstelle an der Ferse, die mit jedem Schritt brennt. Dabei lässt sich das Problem mit dem richtigen Wissen und einer gut bestückten Apothekentasche meist vermeiden – und wenn es doch passiert, sinnvoll behandeln. Ein Überblick über das, was wirklich hilft.
Wie eine Blase überhaupt entsteht
Eine Blase ist die Antwort der Haut auf Reibung. Reibt der Schuh oder die Socke wiederholt über dieselbe Stelle, lösen sich die oberen Hautschichten voneinander, und dazwischen sammelt sich Gewebeflüssigkeit – die typische, mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Begünstigt wird das durch Feuchtigkeit und Wärme: Schwitzende Füsse, nasse Socken oder ein zu warmer Schuh weichen die Haut auf und machen sie verletzlicher. Genau deshalb häufen sich Blasen im Sommer und auf langen Touren.
Die wichtigste Erkenntnis daraus: Wer Reibung und Feuchtigkeit reduziert, beugt am wirksamsten vor. Das beginnt beim gut eingelaufenen, passenden Schuh und bei funktionellen Wandersocken, die Feuchtigkeit ableiten statt sie zu speichern – Baumwollsocken sind hier die schlechteste Wahl.
Vorbeugen, bevor es brennt
In der Apotheke gibt es mehrere bewährte Helfer für die Prophylaxe. Anti-Blasen-Sticks oder spezielle Cremes auf Wachs- oder Vaseline-Basis legen einen reibungsmindernden Film auf bekannte Problemzonen wie Ferse, Zehen oder Fussballen. Sie werden vor der Tour aufgetragen und bei langen Strecken unterwegs erneuert.
Noch wirksamer ist das gezielte Abpolstern. Spüren Sie an einer bestimmten Stelle schon nach kurzer Zeit einen «Hotspot» – eine warme, gerötete Stelle, die sich anfühlt, als würde sie gleich scheuern –, dann handeln Sie sofort. Genau dafür eignen sich Hydrokolloid-Pflaster auch präventiv: Auf die noch intakte, gefährdete Haut geklebt, dämpfen sie den Druck und verhindern, dass die Blase überhaupt entsteht. Wichtig ist, an dieser Stelle nicht weiterzulaufen, bis es schmerzt – der Hotspot ist das Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten.
Wenn die Blase schon da ist
Ist die Blase entstanden, aber noch geschlossen, gilt: möglichst nicht aufstechen. Die intakte Haut darüber ist der beste Schutz vor Infektionen. Decken Sie die Blase stattdessen mit einem Hydrokolloid-Pflaster ab. Diese sogenannten Blasenpflaster bestehen aus einer atmungsaktiven Folie und einem Gelpolster, das den Druck reduziert, die Wundflüssigkeit aufnimmt und ein feuchtes Milieu schafft, in dem die Haut schneller heilt. Das Pflaster bleibt mehrere Tage haften und wird erst gewechselt, wenn es sich von selbst löst.
Ist die Blase bereits offen oder aufgeplatzt, sollten Sie die Stelle zuerst vorsichtig reinigen – etwa mit steriler Kochsalzlösung – und desinfizieren, bevor Sie ein Pflaster in passender Grösse aufbringen. Wählen Sie es gross genug und faltenfrei, damit keine zusätzliche Reibung entsteht. Eine kleine Reise- oder Wanderapotheke mit Desinfektionsmittel, Blasenpflastern in zwei Grössen und einer sterilen Kompresse gehört auf jede längere Tour. Was sonst noch hineingehört, lesen Sie im Beitrag zur Reise-Apotheke 2026.
Achten Sie in den Tagen danach auf Warnzeichen einer Infektion: zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme, Eiter oder pochender Schmerz. Treten diese auf, oder sind Sie Diabetikerin oder Diabetiker mit ohnehin schlechter Wundheilung an den Füssen, gehört die Stelle ärztlich abgeklärt – hier ist Selbstbehandlung nicht der richtige Weg.
Fazit
Blasen beim Wandern sind kein Schicksal, sondern meist eine Frage der Vorbereitung. Passende Schuhe, feuchtigkeitsableitende Socken und ein reibungsmindernder Schutz an bekannten Problemzonen verhindern die meisten Probleme schon im Ansatz. Und wenn doch eine Blase entsteht, leistet das Hydrokolloid-Pflaster aus der Apotheke verlässliche Dienste. Lassen Sie sich vor der nächsten grossen Tour in Ihrer Apotheke beraten und packen Sie ein kleines Set ein – Ihre Füsse werden es Ihnen am Gipfel danken.
Diese Hinweise ersetzen keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung.