Es passiert immer im ungünstigsten Moment: Der Türsensor meldet nichts mehr, weil die Knopfzelle leer ist – und man merkt es erst, wenn die Automation still versagt. In einem gewachsenen Setup stecken schnell dreissig, vierzig oder mehr Batterien in Sensoren, Fernbedienungen und Ventilen. Sie alle einzeln im Blick zu behalten, ist aussichtslos. Die elegante Lösung: ein zentraler Batterie-Wächter, der alle schwachen Zellen sammelt und Sie einmal warnt, bevor etwas ausfällt.
Die Idee: alle Batterien in einem Sensor bündeln
Home Assistant legt für jedes batteriebetriebene Gerät in der Regel einen eigenen Sensor mit der device_class: battery an – erkennbar an Werten in Prozent. Statt vierzig Sensoren einzeln zu überwachen, bauen wir einen Template-Sensor, der automatisch alle Batterie-Sensoren durchsucht und diejenigen unter einer Schwelle in einer Liste zusammenfasst. Neue Geräte werden dank der automatischen Suche später ganz ohne Anpassung mitberücksichtigt. Das ist der grosse Vorteil gegenüber statischen Listen: Sie pflegen keine Entitäts-IDs von Hand, sondern der Sensor findet jedes künftige Batteriegerät von selbst – vorausgesetzt, es liefert eine saubere device_class: battery. Fehlt diese bei einem exotischen Gerät, lässt sie sich über die Entitäts-Einstellungen oder eine customize-Definition nachrüsten.
Schritt 1: Den Template-Sensor anlegen
Fügen Sie folgenden Sensor in Ihre configuration.yaml (oder eine ausgelagerte templates.yaml) ein. Er zählt alle Batterien unter 20 Prozent und merkt sich deren Namen:
template:
- sensor:
- name: "Schwache Batterien"
unique_id: schwache_batterien
unit_of_measurement: "Geräte"
state: >
{{ states.sensor
| selectattr('attributes.device_class', 'eq', 'battery')
| selectattr('state', 'is_number')
| selectattr('state', 'lt', '20')
| list | count }}
attributes:
geraete: >
{{ states.sensor
| selectattr('attributes.device_class', 'eq', 'battery')
| selectattr('state', 'is_number')
| selectattr('state', 'lt', '20')
| map(attribute='name') | join(', ') }}
Der Zustand des Sensors ist die Anzahl schwacher Batterien, das Attribut geraete listet die betroffenen Namen. Die Schwelle von 20 Prozent können Sie frei anpassen – bei Knopfzellen wie CR2032, deren Spannung am Ende steil abfällt, sind 30 Prozent oft sinnvoller, während bei grossen AA-Zellen 15 Prozent noch genug Vorlauf lassen. Ein einheitlicher Wert für alle Geräte ist ein pragmatischer Kompromiss; wer es genauer mag, kann später mehrere Sensoren mit unterschiedlichen Schwellen pro Gerätegruppe anlegen.
Schritt 2: Einmal täglich benachrichtigen
Jetzt fehlt nur noch eine Automation, die Sie informiert, sobald tatsächlich eine Batterie schwächelt. Statt bei jedem Wert einzeln zu nerven, prüft sie einmal am Morgen den gesammelten Zustand:
automation:
- alias: "Batterie-Warnung morgens"
trigger:
- platform: time
at: "08:30:00"
condition:
- condition: numeric_state
entity_id: sensor.schwache_batterien
above: 0
action:
- service: notify.mikes_iphone_17_pro
data:
title: "Batterien wechseln"
message: >
{{ states('sensor.schwache_batterien') }} Gerät(e):
{{ state_attr('sensor.schwache_batterien', 'geraete') }}
So erhalten Sie genau eine Nachricht pro Tag mit allen fälligen Wechseln – etwa «3 Gerät(e): Türsensor Küche, Fernbedienung Wohnzimmer, Bewegungsmelder Flur». Ein Gang, ein Satz Zellen, erledigt. Wer zusätzlich ein Dashboard pflegt, kann denselben Sensor dort als Karte anzeigen und die betroffenen Geräte auf einen Blick sehen, ohne auf die tägliche Meldung zu warten.
Feinschliff: unavailable und leere Werte abfangen
Ein häufiger Stolperstein: Manche Batterie-Sensoren melden zeitweise unknown oder unavailable. Der Filter selectattr('state', 'is_number') fängt das bereits ab, sodass solche Geräte nicht fälschlich als «leer» gezählt werden. Wer ganz sichergehen will, ergänzt zusätzlich eine Warnung für Geräte, die dauerhaft keinen Wert liefern – denn eine verschwundene Batterieanzeige ist oft das erste Zeichen einer komplett toten Zelle. Diese Logik lässt sich hervorragend mit einem Unavailable-Wächter kombinieren, der tote Entitäten im ganzen System aufspürt.
Fazit
Mit einem einzigen Template-Sensor und einer schlanken Automation verwandeln Sie das Batterie-Chaos in eine ruhige, planbare Routine. Statt von einem stillen Ausfall überrascht zu werden, bekommen Sie rechtzeitig eine gebündelte Erinnerung und wechseln alle schwachen Zellen in einem Rutsch. Passen Sie die Schwelle an Ihre Gerätetypen an, hinterlegen Sie Ihren eigenen notify-Dienst – und Ihr Smart Home meldet sich künftig selbst, bevor ihm die Energie ausgeht.
Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger