Finanzen

US Preferred Stocks ETFs für Schweizer Cashflow

Wer in der Schweiz nach planbarem Cashflow sucht, landet meist bei Dividenden-Aktien, REITs oder High-Yield-Bonds. Eine Anlageklasse wird dabei oft übersehen: US Preferred Stocks – Vorzugsaktien grosser amerikanischer Banken und Versicherer mit monatlichen oder quartalsweisen Couponzahlungen von 5–7 %. Über UCITS- oder US-domizilierte ETFs lassen sie sich auch von Schweizer Anlegerinnen elegant abbilden. Ein Blick auf Mechanik, Steuern und sinnvolle Allokation.

Was sind Preferred Stocks?

Preferred Stocks sind ein Hybrid zwischen Aktie und Anleihe. Sie zahlen einen festen oder variablen Coupon (Dividende), haben aber im Konkursfall Vorrang vor Stammaktien – nach den Gläubigern, aber vor den Eigenkapital-Halterinnen. In den USA emittieren vor allem Banken (JPMorgan, Wells Fargo, Bank of America), Versicherer (MetLife, Allstate) und Utilities (Duke Energy, Southern Co.) Preferreds, um regulatorisches Kernkapital aufzunehmen, ohne Stammaktien zu verwässern.

Typische Merkmale: Nennwert USD 25, callable nach 5 Jahren, Coupon meist 5–7 %, kein Stimmrecht. Im Gegensatz zu klassischen Anleihen haben viele Preferreds keine feste Laufzeit (perpetuals) und reagieren stark auf Zinsänderungen – ihre Duration liegt oft bei 8–15 Jahren. 2022 verloren viele Preferred-ETFs zwischen 15 und 25 %; 2024–2026 brachte die Zinswende eine deutliche Erholung.

Zugangswege für Schweizer Anleger

Der direkte Kauf einzelner Preferreds an US-Börsen ist über Swissquote, IBKR oder Saxo möglich, aber operativ aufwändig (CUSIP-Suche, Limit-Orders, Call-Risiko überwachen). Für die meisten Privatanleger sind ETFs der pragmatische Weg.

Drei US-domizilierte ETFs dominieren das Segment: iShares Preferred & Income Securities (PFF) mit über 14 Mrd. USD AUM und rund 450 Positionen, Invesco Preferred (PGX) mit Fokus auf hochwertigere Investment-Grade-Emittenten, und Invesco Variable Rate Preferred (VRP) mit variablen Coupons – defensiver bei steigenden Zinsen, da kein klassisches Durationsrisiko. Distributionen werden monatlich ausgeschüttet, was viele Cashflow-Investoren schätzen.

UCITS-Alternativen sind dünn: Invesco Preferred Shares UCITS ETF (PRFD) an LSE/SIX bietet Zugang mit nur rund 600 Mio. USD AUM und etwas höherer TER (0.50 %). Wer den Steuer-Aufwand mit US-ETFs (W-8BEN, DA-1) scheut, fährt mit PRFD einfacher.

Schweizer Steueroptik

Hier liegt der entscheidende Punkt: Preferred-Distributionen werden in der Schweiz als Zinsertrag besteuert (Einkommenssteuer auf den vollen Betrag), ein steuerfreier Kapitalgewinn ist die Ausnahme. Bei US-Domizil-ETFs greift die US-Quellensteuer von 30 %, die mit korrekt eingereichtem W-8BEN-Formular beim Broker auf 15 % reduziert wird (DBA Schweiz–USA). Die verbleibenden 15 % holen Sie via Formular DA-1 in der Schweizer Steuererklärung zurück – effektiv bleibt also nur die normale Einkommensbesteuerung.

UCITS-Variante PRFD ist domizil-irisch: 15 % US-Quellensteuer auf der Fonds-Ebene werden bereits durch das US-Irland-DBA reduziert, weitere Optimierung ist als Schweizer Anleger nicht möglich – netto leicht ungünstiger als US-ETF mit DA-1, aber operativ einfacher.

Wer mehr zur Steuermechanik von US-Distributions-ETFs vertiefen will, findet im Artikel zu Buy-Write / Covered-Call-ETFs (JEPI, JEPQ) die identische W-8BEN-Logik im Detail.

Allokation und Risiken

Preferreds sind kein Anleihen-Ersatz. Sie verhalten sich bei Bankenkrisen wie Aktien-Junior-Tranchen: Im März 2023 (SVB, Credit Suisse) verlor PFF temporär 12 % in zwei Wochen, weil Bank-Preferreds einen Grossteil des Portfolios stellen. Wer 2008 dabei war, erinnert sich an Drawdowns von über 40 %.

Sinnvolle Rolle im Portfolio: 3–7 % als Cashflow-Beimischung im Anleihen-Sleeve, nicht als sicherer Hafen. Konzentrationsrisiko prüfen: PFF hat über 60 % Finanz-Exposure – bei einem regional fokussierten Bankenstress fällt das ins Gewicht. Variable-Rate-Variante (VRP) reduziert Zinsänderungsrisiko, dafür ist das Kreditrisiko nahezu identisch.

Praktisch sinnvoll: Sparplan-fähig nicht bei allen Schweizer Brokern, aber bei IBKR und Saxo manuelle Quartalskäufe günstig. Mindestposition CHF 5’000, sonst frisst die DA-1-Bürokratie die Rendite.

Fazit

Preferred Stocks sind ein Nischen-Baustein für planbaren Cashflow mit 5–6 % Distributionsrate. Für Schweizer Anleger lohnt sich PFF oder PGX bei Depots ab CHF 50’000 (DA-1-Aufwand rechtfertigt sich), bei kleineren Positionen ist PRFD die pragmatische Alternative. Wer Bankenrisiken im Portfolio bereits hat (Schweizer Bank-Aktien, AT1), sollte das Klumpenrisiko bedenken. Erster Schritt: aktueller Brokerage-Verleichscheck und Frage, ob W-8BEN bereits hinterlegt ist.

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