Home Assistant

Twinkly in HA: Lichterkette mit Zeitplan & Button

Twinkly-Lichterketten sind längst mehr als Weihnachtsbeleuchtung. Mit ihren individuell adressierbaren LEDs eignen sie sich für Akzente im Wohnzimmer, im Garten oder als Sommer-Beleuchtung auf der Terrasse. In Home Assistant lassen sie sich seit dem offiziellen Core-Integration-Update sauber einbinden – inklusive Mood-Steuerung, Effekt-Wahl und Zeitplänen. Wer die Twinkly bisher nur per App geschaltet hat, verschenkt viel Potenzial.

Twinkly in HA einbinden

Twinkly verwendet ein eigenes lokales Protokoll, das in HA ohne Cloud funktioniert. Wichtig: Die Lichterkette muss zuerst einmalig in der Twinkly-App eingerichtet und ins WLAN gebracht werden. Danach erkennt die HA-Integration das Gerät automatisch via mDNS. In der Oberfläche taucht sie als light.twinkly_… auf, mit den klassischen Funktionen (an/aus, Helligkeit, RGB) und zusätzlich einem Select-Helper für die gespeicherten Effekte.

Wer noch ältere Twinkly-Generationen (vor Gen2) hat, sollte vorher die Firmware updaten – sonst sind die Mood-Effekte über HA nicht zugänglich. Nach dem Update steht in select.twinkly_effect eine Liste aller in der App gespeicherten Mood-Programme zur Verfügung.

Tageszeit-basierter Zeitplan

Lichterketten sehen draussen meist nur in der Dämmerung gut aus – sie tagsüber dunkel zu lassen, schont die LEDs und das Auge. Sobald HA die Sonnen-Daten kennt (Integration sun), lässt sich eine saubere Automation bauen, die nach Sonnenuntergang einschaltet und vor Mitternacht wieder aus geht. Statt fixer Uhrzeiten kombiniert man sun.sun mit einem Offset:


alias: Twinkly einschalten Sonnenuntergang
trigger:
  - platform: sun
    event: sunset
    offset: "-00:15:00"
condition:
  - condition: state
    entity_id: input_boolean.twinkly_modus
    state: "on"
action:
  - service: light.turn_on
    target:
      entity_id: light.twinkly_garten
    data:
      brightness_pct: 75
      effect: "Aurora"
mode: single

Die Gegenautomation schaltet pünktlich um 21:55 wieder aus – passend zur Nachtruhe in den meisten Schweizer Gemeinden:


alias: Twinkly aus 21:55
trigger:
  - platform: time
    at: "21:55:00"
action:
  - service: light.turn_off
    target:
      entity_id: light.twinkly_garten
mode: single

Der zusätzliche input_boolean.twinkly_modus ist Gold wert: Er ermöglicht, den ganzen Zeitplan mit einem Tap im Dashboard zu deaktivieren – etwa bei Abwesenheit oder im Sommer, wenn die Lichterkette nicht jeden Abend laufen soll.

Manueller Override per Button

Wer den Zeitplan punktuell überschreiben will – zum Beispiel für ein spontanes Apero auf der Terrasse – braucht einen Button im Dashboard oder einen physischen Taster. Eine elegante Lösung kombiniert einen IKEA TRADFRI Shortcut Button mit einer Skript-Logik, die Twinkly auch ausserhalb der Sonnenuntergangs-Logik einschaltet:


alias: Twinkly manueller Override
trigger:
  - platform: state
    entity_id: sensor.ikea_button_3
    to: "single"
action:
  - service: light.toggle
    target:
      entity_id: light.twinkly_garten
    data:
      brightness_pct: 80
      effect: "Christmas Joy"
mode: single

Bei einem Doppelklick lässt sich ein anderer Effekt wählen, bei einem langen Druck der Modus dimmen – das ist intuitiv und braucht kein Handy.

Effekt-Rotation für Abwechslung

Lichterketten wirken auf Dauer monoton, wenn immer dasselbe Programm läuft. Eine kleine Automation rotiert die Effekte automatisch:


alias: Twinkly Effekt rotieren
trigger:
  - platform: time_pattern
    minutes: "/30"
condition:
  - condition: state
    entity_id: light.twinkly_garten
    state: "on"
action:
  - service: select.select_next
    target:
      entity_id: select.twinkly_effect
mode: single

Alle 30 Minuten wechselt das Programm zum nächsten gespeicherten Effekt – inklusive Rückkehr zum ersten Effekt am Ende der Liste. Wer es ruhiger mag, setzt das Intervall auf 60 Minuten oder begrenzt die Rotation auf bestimmte Stunden.

Energie und Sicherheit im Blick

Twinkly-Lichterketten ziehen je nach LED-Anzahl zwischen 5 und 50 Watt. Wer sie über eine smarte Steckdose betreibt (z. B. eine Shelly Plus 1 PM), kann den Verbrauch direkt loggen und in InfluxDB visualisieren. Das lohnt sich, weil eine 600-LED-Kette über 12 Wochen Sommerbetrieb leicht 30 kWh verbraucht – bei 25 Rappen pro kWh sind das etwa 7.50 CHF, gut ablesbar im Dashboard.

Mehr zu Shelly-Plus-1-PM-Logik findet sich im Artikel Shelly Plus 1 PM in HA: Verbrauch & Schutzlogik.

Fazit

Twinkly-Lichterketten sind ein dankbares Spielfeld für HA-Automationen: Sonnen-basiertes Einschalten, manueller Override per Button und automatische Effekt-Rotation ergeben zusammen eine Lichtsteuerung, die das ganze Jahr lebendig bleibt. Die offizielle Integration ist stabil, lokal und reagiert schnell – alles, was eine gute HA-Lösung ausmacht.

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