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Shelly Plus 1 PM in HA: Verbrauch & Schutzlogik

Der Shelly Plus 1 PM ist seit Jahren die unauffälligste Komponente in vielen Smart-Home-Installationen – ein UP-Relais mit integrierter Leistungsmessung, das hinter Aufputz-Steckdosen oder in Schaltschrankecken verschwindet und unaufgeregt seinen Job macht. Genau darin liegt sein Wert für Home Assistant: Wer Verbrauch und Schutz auf einer Steckdose gleichzeitig haben will, bekommt mit dem Plus 1 PM ein Werkzeug, das deutlich mehr kann als reines Schalten. Nach mehreren Firmware-Generationen lohnt sich 2026 ein systematischer Blick auf die Möglichkeiten – inklusive Überstrom-Erkennung, Energiekosten-Verfolgung und automatisches Abschalten am Limit.

Was die HA-Integration heute liefert

Sobald ein Shelly Plus 1 PM im Netzwerk auftaucht, wird er von Home Assistant über den Shelly-Integration (Bluetooth oder native CoIoT/MQTT) erkannt. Pro Gerät erscheinen typischerweise sieben bis acht Entitäten: ein Switch, ein Power-Sensor in kW, ein Energie-Zähler in kWh und vier binäre Schutzsensoren für Überstrom, Überlast, Überhitzung und Überspannung. Letztere sind das Sicherheitsnetz unter der Steckdose – nicht zur Anzeige da, sondern zum Reagieren.

In einer realen Installation sieht das ungefähr so aus:


# Energie und Leistung des Plus 1 PM
sensor:
  - platform: template
    sensors:
      shelly_pm_kosten:
        friendly_name: "Shelly PM Kosten"
        unit_of_measurement: "CHF"
        value_template: >
          {{ (states('sensor.shellyplus1pm_7c87ce64ae7c_switch_0_energy') | float * 0.31) | round(2) }}

Der Kostenwert pro kWh – im Beispiel 0.31 CHF, der durchschnittliche Strompreis 2026 für Schweizer Haushaltskunden – kann auch als input_number gepflegt werden, damit sich Tarifänderungen ohne YAML-Edit nachziehen lassen.

Automatisches Abschalten am Limit

Die spannendere Logik passiert bei den Schutzsensoren. Wenn binary_sensor.shellyplus1pm_xxx_switch_0_overcurrent auf on geht, weiss man sofort: Der angeschlossene Verbraucher zieht mehr Strom als konfiguriert. Bei einer Espressomaschine ist das harmlos – die Pumpe braucht Anlaufstrom – bei einem alternden Heizlüfter aber ein erstes Frühwarnzeichen. Eine Automatisierung kann das nutzen:


automation:
  - alias: "Shelly PM Überstrom – warnen und melden"
    trigger:
      - platform: state
        entity_id: binary_sensor.shellyplus1pm_7c87ce64ae7c_switch_0_overcurrent
        to: "on"
        for: "00:00:05"
    action:
      - service: notify.mobile_app
        data:
          title: "⚠️ Überstrom an Shelly PM"
          message: >
            Verbraucher zieht mehr Strom als zulässig.
            Aktuelle Leistung:
            {{ states('sensor.shellyplus1pm_7c87ce64ae7c_switch_0_power') }} kW

Wer einen Schritt weiter geht, schaltet bei drei aufeinanderfolgenden Überlast-Events innerhalb von zehn Minuten automatisch ab und meldet via Persistent Notification. Das Verhalten lässt sich auf Gerätebasis im Shelly Web Interface ohnehin schon konfigurieren – aber in HA-Automatisierungen wird es flexibler und protokolliert.

Verbrauchsmonitoring mit Energy Dashboard

Home Assistant Energy nutzt den total_increasing-State-Class-Eintrag des Plus 1 PM automatisch – nach dem Hinzufügen erscheint der Verbraucher unter „Individuelle Geräte“ mit täglicher, monatlicher und jährlicher Aufschlüsselung. Wer einen einzelnen Wäschetrockner, eine Tiefkühltruhe oder einen Pool-Filter im Auge haben will, bekommt nach drei Wochen ein realistisches Bild und kann Lastspitzen mit Wetter- oder PV-Daten korrelieren.

Hilfreich ist die Kombination mit einem Template-Sensor, der Tagesmittel und Wochenmittel berechnet:


sensor:
  - platform: statistics
    name: "Shelly PM Verbrauch 7 Tage"
    entity_id: sensor.shellyplus1pm_7c87ce64ae7c_switch_0_power
    state_characteristic: mean
    max_age:
      hours: 168
    sampling_size: 5000

So sieht man auf einen Blick, ob der Durchschnittsverbrauch sich verändert – ein gutes Frühwarnsignal für defekte Thermostate oder schleichende Pumpendefekte.

PV-Überschuss und dynamische Schaltlogik

In Haushalten mit Photovoltaik wird der Plus 1 PM oft zum Schaltglied für Verbraucher, die nur bei Solarüberschuss laufen sollen – Boiler-Nachheizung, Poolwärmepumpe, Elektroauto-Notladung. Die Logik in HA bleibt klassisch:


automation:
  - alias: "Boiler nur bei PV-Überschuss"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.pv_einspeisung_aktuell
        above: 1500
        for: "00:05:00"
    condition:
      - condition: time
        after: "10:00:00"
        before: "16:00:00"
    action:
      - service: switch.turn_on
        entity_id: switch.shellyplus1pm_7c87ce64ae7c_switch_0

Wichtig: bei der Rückschaltung mit einer Hysterese arbeiten – etwa erst dann abschalten, wenn die Einspeisung unter 800 W fällt – sonst flattert das Relais. Der Plus 1 PM verträgt Lastwechsel zwar lange, aber jedes vermeidbare Klicken verlängert seine Lebensdauer.

Fazit: aus Schaltrelais wird ein kleines Monitoring-System

Wer den Shelly Plus 1 PM bisher nur als Smart-Home-Schalter gesehen hat, lässt eines der vielseitigsten Bauteile im 30-Franken-Segment unter Wert laufen. Mit fünf bis sechs durchdachten Automatisierungen wird aus einem Aufputz-Relais ein Mini-Energiemonitor mit Schutzlogik – inklusive Kostenverfolgung und PV-Integration. Wer mehrere Plus 1 PMs verbaut hat, profitiert mehrfach. Wer parallel die Wärmeerzeugung im Blick behalten möchte, findet die passende Logik in unserem Beitrag zum COP-Monitoring der Wärmepumpe in Home Assistant 2026.5 – die beiden Ebenen ergänzen sich, weil Strom und Wärme in jedem Haushalt am Ende dieselben Zähler füttern.

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