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Geldmarktfonds Schweiz 2026: Liquidität mit Rendite

Wer in der Schweiz heute Bargeld parkiert, sieht auf dem Sparkonto oft nur magere 0,5 bis 0,8 Prozent. Die SNB hat den Leitzins zwar 2024 und 2025 in mehreren Schritten gesenkt, doch am kurzen Ende des Geldmarkts sind weiterhin Renditen möglich, die deutlich über dem klassischen Sparheft liegen. Genau hier setzen Geldmarktfonds an – und sie verdienen einen festen Platz im Werkzeugkasten für passives Einkommen, auch wenn sie selten im Rampenlicht stehen.

Was ein CHF-Geldmarktfonds eigentlich tut

Ein Geldmarktfonds investiert ausschliesslich in kurzfristige Schuldverschreibungen – Schuldscheine des Bundes, Schweizer Bankobligationen, hochwertige Unternehmenspapiere mit Restlaufzeiten von wenigen Tagen bis maximal einem Jahr. Die Restlaufzeit (Duration) ist meist unter einem halben Jahr. Das Resultat: sehr geringe Kursschwankungen und eine Rendite, die sich praktisch im Gleichschritt mit dem SARON, dem Schweizer Referenzzins, bewegt.

Für Anlegerinnen und Anleger zwischen 50 und 65 ist das doppelt interessant. Erstens parkiert man Geld, das man in den nächsten ein bis drei Jahren ohnehin liquide halten möchte – etwa für eine geplante Renovation, ein neues Auto oder als Notgroschen vor der Pensionierung – mit besserer Verzinsung als auf dem Bankkonto. Zweitens gibt es keinen Vermögensverwalter, der jährlich seine Hand aufhält: Die Verwaltungsgebühren (TER) liegen bei den besten Schweizer Produkten unter 0,2 Prozent.

Die wichtigsten Anbieter in der Schweiz

Drei Adressen dominieren den Markt für CHF-Geldmarktfonds. Der Swisscanto (LU) Money Market Fund Responsible CHF ist mit über vier Milliarden Franken einer der Schwergewichte. Die TER liegt bei 0,15 Prozent, und der Fonds ist bei praktisch allen Schweizer Banken erhältlich. UBS ETF CHF Treasury 1-3 investiert in Schweizer Bundesanleihen mit Restlaufzeit ein bis drei Jahre – etwas länger als ein klassischer Geldmarktfonds, dafür ETF-handelbar zu sehr engen Spreads. Und der iShares CHF Cash CHF ist die ETF-Variante für reine Geldmarkt-Exposition mit Tagesfälligkeit der Basistitel.

Bei Neo-Brokern wie Swissquote oder Saxo lassen sich diese Produkte ohne Aufschlag handeln. Bei Hausbanken gilt: Auf die hauseigenen Geldmarktfonds achten – die fallen oft günstiger aus als ETF-Sparpläne mit Courtage.

Drei typische Einsatzszenarien

Das Liquiditätspuffer-Modell ersetzt einen Teil des Sparkontos. Wer zum Beispiel CHF 50’000 als Reserve hält, lässt davon CHF 10’000 auf dem täglich verfügbaren Konto und legt CHF 40’000 in einen Geldmarktfonds. Der Verkauf ist meist innerhalb eines Bankarbeitstags möglich – nicht ganz so flüssig wie ein Sparkonto, aber für die meisten Zwecke ausreichend.

Das Übergangs-Parkplatz-Modell ist klassisch in der Vorpensionierung. Wer einen Pensionskassen-Bezug erwartet oder einen Erbvorbezug zwischenparkt, möchte das Geld nicht sofort in Aktien stecken. Ein Geldmarktfonds federt die Wartezeit ab und liefert dabei einen positiven Realertrag, wenn die Teuerung wie aktuell unter einem Prozent liegt.

Das Rebalancing-Modell dient als „trockenes Pulver“ im Portfolio. Wenn die Aktienquote stark steigt, parkiert man die überschüssigen Mittel im Geldmarktfonds und kann bei der nächsten Marktkorrektur schnell wieder einsteigen, ohne erst ein Sparkonto auflösen zu müssen.

Steuerlich oft besser als ein Sparkonto

Die Zinsen aus einem Schweizer Sparkonto sind voll als Vermögensertrag steuerbar. Bei Geldmarktfonds wird – je nach Domizil und Aufbau – ein Teil der Rendite als Kapitalgewinn realisiert, der für Privatanleger steuerfrei bleibt. Das ist nicht garantiert und hängt vom konkreten Fonds ab, doch ein Blick in das Faktenblatt zu „steuerbarer Ertrag“ lohnt sich. Bei thesaurierenden CHF-Geldmarktfonds liegt der ausgewiesene steuerbare Ertrag oft zehn bis dreissig Prozent tiefer als die effektive Performance.

Bei Fonds mit Domizil Luxemburg wird zudem keine Verrechnungssteuer auf die Erträge erhoben. Auf einem Schweizer Sparkonto sind es 35 Prozent, die zwar zurückgefordert werden können, aber bis zur Rückerstattung mehrere Monate liquiditätsmässig blockiert sind.

Worauf jetzt achten

Drei Punkte vor dem Einstieg: Erstens das Währungsrisiko vermeiden. Wer in der Schweiz lebt und in CHF Lebenskosten hat, sollte einen reinen CHF-Geldmarktfonds wählen – nicht die EUR- oder USD-Variante, auch wenn dort die Rendite höher aussieht. Zweitens die Verwaltungsgebühr prüfen. Alles über 0,3 Prozent TER lohnt sich für ein Geldmarktinstrument nicht. Drittens die Spread-Disziplin beachten: Beim Kauf und Verkauf an der Börse können bei kleinen Fonds Spreads von 0,1 bis 0,2 Prozent anfallen. Wer monatlich umschichtet, verbrennt damit die Rendite.

Wer sich grundsätzlich mit der Frage beschäftigt, welche Anlageinstrumente in der jetzigen Zinslandschaft Sinn ergeben, findet im Artikel „Kassenobligationen-Leiter: Stabile Zinsen mit System“ eine ergänzende Strategie für etwas längere Laufzeiten.

Fazit: Der unterschätzte Baustein

Ein CHF-Geldmarktfonds ersetzt keine Aktien und keine Immobilien. Er löst aber ein konkretes Problem: Liquidität, die mehr arbeitet als auf dem Sparkonto, ohne das Risiko grösserer Kursverluste. Für die Lebensphase 50 bis 65, in der die Vermögensverwaltung schrittweise defensiver wird, gehört er in jedes Depot. Schau diese Woche nach: Wie viel deines Geldes liegt aktuell auf dem Sparkonto mit weniger als einem Prozent Zins? Davon CHF 10’000 in einen Geldmarktfonds umgeschichtet bringt – beim aktuellen Zinsumfeld – schnell CHF 100 bis 150 zusätzliches passives Einkommen pro Jahr. Bei mehr Volumen entsprechend mehr.

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