Finanzen

Garage vermieten: Passives Einkommen in der Stadt

In den meisten Schweizer Mietverträgen ist der Parkplatz oder die Garage gleich mit eingeschlossen – ohne, dass man ihn wirklich braucht. Wer kein Auto besitzt, ein Velo bevorzugt oder den Wagen seit Corona kaum mehr bewegt, sitzt unbemerkt auf einer kleinen Cashflow-Quelle. In urbanen Gebieten wie Zürich, Bern, Basel oder Luzern bringen private Stellplätze 2026 zwischen 150 und 350 Franken pro Monat – ganz ohne neues Kapital, ohne Kursrisiko und mit minimalem Verwaltungsaufwand.

Warum Parkplätze in Schweizer Städten so begehrt sind

Die Verdichtung der Innenstädte, das Reduktionsziel der Parkraumpläne und die zunehmende Parkplatzaufhebung bei kommunalen Sanierungen treiben die Nachfrage seit Jahren nach oben. In Zürich Wiedikon liegen die Marktmieten für eine Einstellhallenparkbox laut Comparis und ImmoScout24 inzwischen oft über 280 Franken, in Bern Länggasse zwischen 180 und 230 Franken, in Basel Gundeli rund 200 Franken. Aussenparkplätze sind etwas günstiger, dafür schneller vermietet.

Wer einen privaten Stellplatz oder eine Garage besitzt – oder günstig dazumietet und untervermieten darf –, kann diese Differenz als regelmässiges Zusatzeinkommen vereinnahmen. Genau diese «kleinen Renditen», die kaum jemand auf dem Schirm hat, sind oft stabiler als manche Dividende: Es gibt keinen Kursverlust, keine Verrechnungssteuer, keine Currency-Hedging-Diskussion. Die monatliche Miete kommt einfach.

Steuern, Versicherung und der rechtliche Rahmen

Mieteinnahmen aus einem Parkplatz sind in der Schweiz als Einkommen steuerpflichtig und müssen in der Steuererklärung deklariert werden. Bei Eigentümern fliessen sie in den Eigenmietwert-Korb, bei Mietern (Untervermietung) gelten sie als zusätzliches Einkommen. Wichtig: Die Untervermietung ist nach OR Art. 262 grundsätzlich erlaubt, sofern der Vermieter zustimmt und der verlangte Mietzins nicht missbräuchlich über dem eigenen liegt. Eine schriftliche Zustimmung der Verwaltung verhindert spätere Diskussionen.

Versicherungstechnisch lohnt ein Blick in die Haftpflichtpolice: Wird ein fremdes Fahrzeug auf dem eigenen Stellplatz beschädigt – etwa durch eine herunterfallende Lampe oder einen rutschenden Velohänger –, springt die Privathaftpflicht meist ein. Wer eine ganze Garage vermietet, sollte zusätzlich darauf achten, dass keine gewerbliche Nutzung wie Schraubertätigkeit oder Lagerung leicht entflammbarer Stoffe stattfindet, weil sonst Versicherungslücken entstehen.

Plattformen, Preise und der Aufwand pro Monat

Wer den Stellplatz selbst sucht, kommt um Inserate auf ImmoScout24, Homegate oder Anibis nicht herum – das ist kostenlos, kostet aber Zeit und liefert manchmal unangenehme Anfragen. Spezialisierte Anbieter wie Parku, Parkpark oder Mobility-Sharing-Pendants übernehmen die Vermittlung, Buchung und teilweise auch das Inkasso gegen eine Kommission von 15 bis 25 Prozent. Bei Langzeitmietern (klassisch ein Untermieter, ein Jahresvertrag) rechnet sich der direkte Weg meist deutlich besser. Bei Stunden- oder Tagesvermietung – etwa nahe einem Spital, einer Hochschule oder einem Einkaufszentrum – glänzen die Plattformen, weil sie Bezahlung und Anwesenheit per App lösen.

Aufwand realistisch betrachtet: Einmal aufschalten, einmal Vertrag aufsetzen, vier bis sechs Mal pro Jahr eine Mail beantworten. Wer einen festen Mieter hat, kommt mit einer Stunde Verwaltung im Quartal aus.

Für eine breitere Betrachtung des Themas «kleine, regelmässige Einkommensströme» lohnt sich auch der Blick auf „Kassenobligationen-Leiter: Stabile Zinsen mit System“ – beides sind klassische Bausteine für jemanden, der ohne Aktienkursrisiko planbaren Cashflow aufbauen will.

Rechenbeispiel: Was bleibt am Ende übrig

Eine Einstellhallenbox in Zürich, untervermietet für 280 Franken, ergibt 3360 Franken Mieteinnahmen pro Jahr. Abzüglich 30 Franken eigene Mietnebenkosten-Anteil und einer geschätzten Grenzsteuerbelastung von 25 Prozent bleiben rund 2300 Franken netto. Das entspricht der Nettoauszahlung einer Schweizer Aktienposition von rund 75’000 bis 90’000 Franken mit 3 Prozent Dividende – ohne dass dieses Kapital je eingesetzt werden müsste.

Auch in mittelgrossen Städten lohnt sich die Rechnung: 180 Franken in Bern bedeuten 2160 Franken brutto pro Jahr, was unter Berücksichtigung der Steuern immer noch rund 1500 Franken netto übrig lässt – ein zuverlässiger Zustupf, der kaum eine Stunde Pflege pro Quartal kostet.

Fazit und nächster Schritt

Der Parkplatz oder die Garage ist eine der unterschätztesten Einkommensquellen im Schweizer Alltag. Wer einen Stellplatz besitzt und ihn nicht braucht, lässt jeden Monat Geld liegen. Wer einen mitmietet, lohnt sich oft ein kurzes Telefon mit der Verwaltung, um die Untermiete sauber zu regeln.

Konkret heute: Schauen Sie in Ihren Mietvertrag – ist ein Stellplatz inklusive? Holen Sie auf ImmoScout24 die aktuelle Marktmiete für Ihr Quartier und prüfen Sie eine schriftliche Zustimmung zur Untervermietung. Innerhalb einer Woche kann das erste Inserat live sein.

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