Apotheke

Aphten im Mund: Hilfe aus der Apotheke

Ein winziges weissliches Geschwür an der Wangeninnenseite, am Zahnfleisch oder unter der Zunge – und plötzlich wird jeder Bissen, jeder Schluck Kaffee zur Qual. Aphten gehören zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Menschen in die Apotheke kommen. Sie sind harmlos, aber unangenehm schmerzhaft. Die gute Nachricht: Für die Selbstbehandlung gibt es eine ganze Reihe wirksamer Mittel. Dieser Beitrag ordnet ein, was hilft, wann man heilen lässt und wann ein Arztbesuch ratsam ist.

Was Aphten sind – und was nicht

Aphten sind kleine, nicht ansteckende Defekte der Mundschleimhaut. Typisch ist ein runder oder ovaler Fleck mit weisslich-gelblichem Grund und einem geröteten Rand. Sie treten einzeln oder in kleinen Gruppen auf, meist an der beweglichen Schleimhaut – Wangeninnenseite, Lippeninnenseite, Zungenränder. Warum sie entstehen, ist bis heute nicht abschliessend geklärt. Als Auslöser gelten unter anderem Stress, kleine Verletzungen durch scharfkantige Speisen oder die Zahnbürste, hormonelle Schwankungen, ein geschwächtes Immunsystem sowie bei manchen Menschen bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Zitrusfrüchte oder Hartkäse.

Wichtig ist die Abgrenzung: Aphten sind nicht dasselbe wie Lippenherpes. Herpes wird durch Viren verursacht, sitzt typischerweise aussen an der Lippe und ist ansteckend. Aphten dagegen sind nicht infektiös – man steckt niemanden an und sich auch nicht selbst an anderer Stelle.

Was in der Selbstmedikation hilft

In der Apotheke stehen mehrere Wirkprinzipien zur Verfügung, die sich gut kombinieren lassen.

Schutzfilm-Bildner auf Basis von Hyaluronsäure legen sich als Gel, Spray oder Spülung über die Aphte und bilden einen schützenden Film. Das nimmt den Schmerz rasch und unterstützt die Heilung, indem die wunde Stelle vor Reizen abgeschirmt wird. Eine neuere Produktgeneration kombiniert diesen langanhaltenden Schutzfilm gezielt mit heilungsfördernden Inhaltsstoffen und ist häufig schon für Kinder ab etwa sechs Jahren geeignet.

Benzydamin ist ein entzündungshemmender und leicht betäubender Wirkstoff, den es als Spray, Lutschtablette oder als Lösung zum Spülen gibt. Er lindert den Schmerz und dämpft die Entzündung. Pflanzlich sanft, aber bewährt ist Kamillenextrakt als Tinktur, Gel oder Spülung – wirksam und gut verträglich, weshalb er auch bei Kindern beliebt ist.

Für punktgenaue Anwendung gibt es lokal betäubende Gele mit Lidocain oder Polidocanol, die kurz vor dem Essen aufgetragen den Schmerz dämpfen. Adstringierende Tinkturen wiederum «gerben» die Oberfläche und können die Beschwerden verkürzen, brennen beim Auftragen aber kurz. Welches Mittel das richtige ist, hängt von Lage, Grösse und Schmerz ab – hier lohnt sich die Beratung an der Tara.

Was Sie selbst tun können

Begleitend hilft Schonung: scharfe, saure, sehr heisse oder harte Speisen meiden, solange die Aphte schmerzt. Eine weiche Zahnbürste und ein mildes, möglichst SLS-freies Zahnpasta-Produkt schonen die gereizte Stelle – das Tensid Natriumlaurylsulfat steht bei manchen Menschen im Verdacht, Aphten zu begünstigen. Sorgfältige, aber sanfte Mundhygiene beugt einer zusätzlichen Infektion vor. Die meisten Aphten heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab, auch ohne Behandlung – die Mittel verkürzen vor allem die schmerzhafte Phase.

Wenn der Schmerz im Vordergrund steht, können kurzfristig auch Schmerzmittel zum Einnehmen sinnvoll sein. Worauf man bei der Auswahl achtet, haben wir im Beitrag Schmerzmittel aus der Apotheke richtig wählen zusammengefasst.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt

Einige Warnzeichen gehören abgeklärt. Dazu zählen Aphten, die grösser als etwa ein Zentimeter sind, ungewöhnlich lange bestehen oder nach zwei bis drei Wochen nicht abheilen, sowie sehr häufig wiederkehrende Schübe. Auch begleitendes Fieber, stark geschwollene Lymphknoten, Aphten zusammen mit Beschwerden an Augen oder Genitalien oder eine Veränderung, die nicht wie eine typische Aphte aussieht, sollten ärztlich beurteilt werden. Gerade eine Stelle, die nicht heilt, gehört untersucht.

Fazit

Aphten sind schmerzhaft, aber in aller Regel harmlos und gut selbst behandelbar. Schutzfilm-Bildner mit Hyaluronsäure, entzündungshemmendes Benzydamin und sanfter Kamillenextrakt lindern den Schmerz und unterstützen die Heilung, während Schonung und milde Mundpflege den Rest erledigen. Lassen Sie sich in der Apotheke das zu Ihrer Situation passende Mittel zeigen – und behalten Sie die Warnzeichen im Blick, damit aus einer kleinen Aphte kein übersehenes Problem wird.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung.

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