Home Assistant

Gardena Smart Water Control in Home Assistant

Mai 2026, die Beete sind frisch bepflanzt, der Rasen darf noch nicht braun werden – und der Gardena Smart Water Control liegt am Wasserhahn als einsamer Inselbetrieb in seiner eigenen App. Dabei lässt sich genau dieses Gerät hervorragend in Home Assistant einbinden und mit Wetterprognose, Bodenfeuchte-Schätzung und Anwesenheit koppeln. Resultat: eine Gartenbewässerung, die nur dann läuft, wenn sie wirklich nötig ist, und die im Hochsommer nicht plötzlich bei laufenden Gästen im Garten startet.

Die Ausgangslage: was Gardena out of the box kann

In meinem Setup steckt der Gardena Smart Water Control als motorisierte Ventileinheit zwischen Wasserhahn und Schlauch. Über das Gardena Smart Gateway hängt er am WLAN, und über die offizielle Gardena-Integration in Home Assistant tauchen drei Entitäten auf: valve.water_control (Ventilstellung), switch.water_control (Bewässerung an/aus mit Zeitfenster) und binary_sensor.water_control_online (Verbindungsstatus). Dazu kommt der globale binary_sensor.gardena_smart_system_connection für die Cloud-Verbindung und binary_sensor.websocket_status_gardena_websocket_connected für den Live-Datenstream.

Die Gardena-App selbst kann Zeitpläne. Was sie nicht kann: die Wetterprognose von heute Abend einbeziehen, den Mähroboter pausieren, oder bei aktivem Anwesenheitssensor im Garten den Sprenger zurückhalten.

Schritt 1: Smarte Wetterregel

Die einfachste sinnvolle Automation prüft die Niederschlagsprognose, bevor sie bewässert. weather.forecast_home liefert die nächsten Tage. Wenn morgen mehr als 5 mm Regen erwartet werden, lässt sich der heutige Bewässerungsslot überspringen.


alias: Gartenbewässerung morgens
trigger:
  - platform: time
    at: "06:00:00"
condition:
  - condition: template
    value_template: >
      {% set forecast = state_attr('weather.forecast_home', 'forecast') %}
      {% set rain_tomorrow = forecast[0].precipitation | float(0) %}
      {{ rain_tomorrow < 5 }}
  - condition: numeric_state
    entity_id: sensor.weather_station_outdoor_module_temperature
    above: 10
action:
  - service: switch.turn_on
    target:
      entity_id: switch.water_control
  - delay: "00:15:00"
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.water_control

Die Temperaturbedingung verhindert, dass im April morgens bei 4 Grad bewässert wird – das schadet mehr, als es nützt, weil das kalte Leitungswasser die Wurzeln stresst.

Schritt 2: Pause bei Anwesenheit im Garten

Wer im Garten arbeitet oder Gäste am Tisch sitzen hat, will nicht plötzlich vom Sprenger erwischt werden. Mit einem Anwesenheitssensor oder mmWave-Radar im Garten – in meinem Fall der bereits installierte binary_sensor.presence_sensor_belegung – lässt sich das einfach absichern:


alias: Bewässerung pausieren bei Anwesenheit
trigger:
  - platform: state
    entity_id: binary_sensor.presence_sensor_belegung
    to: "on"
condition:
  - condition: state
    entity_id: switch.water_control
    state: "on"
action:
  - service: switch.turn_off
    target:
      entity_id: switch.water_control
  - service: notify.mobile_app
    data:
      message: "Bewässerung gestoppt – Bewegung im Garten erkannt."

Schritt 3: Offline-Erkennung und Notlauf

Cloud-abhängige Geräte haben ihren Preis. Wenn der binary_sensor.gardena_smart_system_connection länger als 30 Minuten auf unavailable steht – ein in meiner Installation regelmässig zu beobachtendes Verhalten nach Gardena-Updates – sollte das Setup eine Push-Meldung absetzen, damit der Garten im Hochsommer nicht still verdurstet.


alias: Gardena offline Warnung
trigger:
  - platform: state
    entity_id: binary_sensor.gardena_smart_system_connection
    to: "unavailable"
    for: "00:30:00"
action:
  - service: notify.mobile_app
    data:
      title: "Gardena Smart System offline"
      message: "Bewässerung läuft nicht – manuell prüfen."

Bodenfeuchte und der grosse Sprung

Wer es elegant haben will, ergänzt einen Bodenfeuchte-Sensor – Xiaomi Mi Plant Sensor, Aqara T1 oder Ecowitt. Die Logik dreht sich dann um: Bewässert wird nicht nach Zeitplan, sondern wenn die Feuchte unter einen Schwellwert fällt und keine Regenprognose besteht und niemand im Garten ist und die letzte Bewässerung mehr als sechs Stunden zurückliegt. Diese Bedingungskette ist im Visual Editor schnell zusammengeklickt – und macht aus dem Gardena Smart Water Control endlich das, was der Name verspricht.

Wer schon einmal mit dem Wasserleck-Schutz per Aqara-Sensor gearbeitet hat, kennt das Prinzip: Ein einfacher Sensor plus eine harte Logik in HA ersetzen schnell ein teures geschlossenes System.

Fazit

Der Gardena Smart Water Control allein ist ein hübsches Gadget mit limitiertem Mehrwert. In Home Assistant integriert wird er zum verlässlichen Stück Gartenautomation, das Wetter, Anwesenheit und Bodenfeuchte berücksichtigt – und gleichzeitig die Cloud-Abhängigkeit überwacht. Wer die obigen drei Bausteine kombiniert, spart über die Saison messbar Wasser und kommt im August aus den Ferien zurück, ohne den Rasen aufwendig retten zu müssen.

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