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Eigenes Auto vermieten: P2P-Carsharing in CH

Das eigene Auto steht im Schnitt 23 Stunden pro Tag still – und kostet trotzdem Versicherung, Vignette, Steuern und Wertverlust. Wer dieses ungenutzte Vermögen ein paar Tage pro Monat arbeiten lässt, deckt nicht selten die gesamten Fixkosten und macht aus dem Auto ein praktisches Stück passives Einkommen. Möglich macht das Peer-to-Peer-Carsharing: Plattformen wie 2em oder Getaround Schweiz verbinden Privatpersonen, die ein Auto besitzen, mit Menschen, die nur stundenweise eines brauchen.

Wie das Modell funktioniert

Sie laden Ihr Auto mit Fotos, Standort und Verfügbarkeiten auf die Plattform. Mieterinnen und Mieter buchen online, identifizieren sich über App und führerausweis-Scan und holen das Auto entweder persönlich oder kontaktlos ab. Die Übergabe läuft bei modernen Anbietern wie 2em zunehmend per «Connect»-Box, die Sie kostenlos installieren lassen – damit wird das Fahrzeug per App entriegelt, ohne dass Sie zu Hause sein müssen.

Versicherung und Pannenhilfe sind während der Mietdauer im Plattformpreis enthalten. Die Plattform behält eine Marge (typisch 25–35 Prozent), den Rest erhalten Sie ausbezahlt. Realistisch sind bei einem Mittelklassewagen in einer Schweizer Stadt 350 bis 700 Franken Nettoeinnahmen pro Monat – ohne dass Sie viel anders machen, als das Auto manchmal nicht selbst zu fahren.

Steuern, AHV und Versicherung

Hier kommt der oft übersehene Teil: P2P-Vermietungseinkünfte gelten in der Schweiz grundsätzlich als steuerbares Einkommen. Wer regelmässig vermietet, deklariert die Einnahmen in der Steuererklärung unter «übrige Einkünfte», kann aber Aufwand abziehen – also Wertverlust, Reparaturen, Versicherungsanteil und Reinigungsmaterial. Realistisch bleiben so 60 bis 80 Prozent der Bruttoeinnahmen steuerlich relevant.

Sobald Sie mehr als 2300 Franken pro Jahr verdienen, kann auch eine AHV-Beitragspflicht entstehen. Klären Sie das mit Ihrer Ausgleichskasse, bevor sich ein Nachzahlungsbescheid einstellt. Wer das Auto leastingfinanziert hat, sollte zusätzlich die AGB der Leasinggeberin prüfen – nicht jede erlaubt P2P-Vermietung. Bei einer eigenfinanzierten Occasion sind Sie deutlich freier.

Worauf es bei der Rendite ankommt

Die drei wichtigsten Hebel sind Standort, Fahrzeugtyp und Verfügbarkeit. In Zürich, Genf, Bern, Basel und Lausanne ist die Nachfrage am höchsten, weil viele Haushalte bewusst autofrei leben und nur fallweise ein Fahrzeug brauchen. Familientaugliche Kombis und Kompakt-SUVs werden häufiger gebucht als Limousinen, weil sie zum Möbelabholen oder für Wochenendausflüge taugen. Ein Elektroauto mit eigener Ladestation am Standort lässt sich oft 10 bis 20 Prozent teurer vermieten – Mieter mögen die niedrigen Energiekosten und den Wow-Effekt.

Wer mindestens 12 bis 15 Tage pro Monat Verfügbarkeit anbietet und schnell auf Anfragen reagiert, klettert in der Plattform-Suche nach oben. Pünktliche Reinigung, ein voller Tank (oder voll geladener Akku) und ein kurzes Übergabe-Briefing sind die Trinkgeld-Generatoren unter den Bewertungen. Fünf-Sterne-Vermietende kassieren bis 30 Prozent höhere Buchungspreise.

Lesetipp aus dem Coremind-Archiv: Wer das Carsharing-Konto zusätzlich mit ruhigem Cashflow ergänzen will, findet im Beitrag «Kassenobligationen-Leiter: Stabile Zinsen mit System» einen klassischen Schweizer Klassiker als Gegenpol.

Risiken nüchtern einordnen

Drei Punkte sollten Sie vor dem Inserieren bedenken. Erstens: Wertverlust. Ein vermietetes Auto sammelt schneller Kilometer als ein privates, und der Restwert sinkt entsprechend. Wer mit Eurotax oder TCS-Rechner einen Kilometerwert berechnet und in die Kalkulation einbaut, hat eine ehrliche Renditezahl. Zweitens: Schäden. Plattformversicherungen haben Selbstbehalte – planen Sie 1500 bis 2500 Franken pro Schadenfall ein. Drittens: Zeit. Auch wenn das Modell «passiv» heisst – Reinigung, Übergaben, Kommunikation summieren sich auf zwei bis vier Stunden pro Monat.

Fazit und konkreter Start

P2P-Carsharing ist keine vollautomatische Geldmaschine, aber eine der wenigen Möglichkeiten, ein bereits vorhandenes Vermögensgut in zusätzliches Einkommen zu verwandeln. Wer die Steuer- und AHV-Themen sauber regelt und das Auto pflegt, deckt mit zwei bis drei Buchungen pro Woche realistisch die Fixkosten – und schickt den Rest auf das Sparkonto.

Konkret heute starten: Wagen Sie einen Realitätscheck und schauen Sie auf 2em oder Getaround, was ein vergleichbares Fahrzeug in Ihrer Region pro Tag erlöst. Multiplizieren Sie das mit zehn Tagen, ziehen Sie 30 Prozent Plattformgebühr ab – und Sie haben Ihre erste belastbare Schätzung. Danach lohnt sich ein Anruf bei der eigenen Ausgleichskasse, um die AHV-Lage zu klären, bevor das erste Inserat online geht.

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