Ein Saugroboter, der überall gleich wischt, macht zwei Fehler auf einmal: In der Küche wischt er zu zaghaft, im Schlafzimmer verschwendet er Wasser auf einem Teppichrand. Die Roborock-Integration in Home Assistant bietet dafür längst die passenden Stellschrauben – man muss sie nur nutzen. Über die Select-Entitäten select.roborock_s6_maxv_mopp_modus und select.roborock_s6_maxv_wisch_intensitat lässt sich der Wischmodus pro Reinigungsdurchgang gezielt einstellen. In Kombination mit den Karten des Roboters wird daraus eine raumgenaue Wischsteuerung, die vollständig automatisch abläuft.
Das Problem: eine Einstellung für alle Böden
Wer die Wisch-Intensität fix auf «mittel» stellt, lebt mit einem Kompromiss. Fliesen in Küche und Bad vertragen und brauchen viel Wasser, Parkett im Wohnzimmer möchte nur einen Hauch Feuchtigkeit, und Teppichzonen sollten gar nicht gewischt werden. Die Roborock-App kann das zwar in Szenen abbilden, doch wer sein Zuhause ohnehin über Home Assistant orchestriert, will die Logik zentral haben – neben Anwesenheit, Ruhezeiten und dem restlichen Automationsgeflecht.
Der Schlüssel liegt in zwei Entitäten. Die Select-Entität für den Mopp-Modus schaltet grundsätzlich zwischen den Betriebsarten um, die Select-Entität für die Wisch-Intensität regelt die Wassermenge in Stufen. Beide lassen sich mit select.select_option aus einem Skript oder einer Automation heraus setzen, bevor eine Zonenreinigung startet.
Schritt für Schritt: Intensität vor der Reinigung setzen
Zuerst prüfen Sie unter Entwicklerwerkzeuge › Zustände, welche Optionen Ihre Intensitäts-Entität konkret anbietet – die Bezeichnungen variieren je nach Firmware. Danach bauen Sie ein wiederverwendbares Skript, das erst die Intensität setzt und dann die Reinigung des gewünschten Raums auslöst.
# scripts.yaml
kueche_nass_wischen:
alias: Küche intensiv wischen
sequence:
- service: select.select_option
target:
entity_id: select.roborock_s6_maxv_wisch_intensitat
data:
option: "intense"
- service: vacuum.send_command
target:
entity_id: vacuum.roborock_s6_maxv
data:
command: app_segment_clean
params: [16] # Segment-ID der Küche
Die Segment-ID (16 im Beispiel) finden Sie über die Kartenverwaltung des Roboters heraus – jeder Raum trägt eine feste Nummer. Für das Wohnzimmer legen Sie ein zweites Skript mit einer niedrigen Intensitätsstufe an. So bekommt jeder Raum seine eigene Wassermenge, ganz ohne Eingriff in der App.
Automatisch nach Tageszeit und Anwesenheit
Richtig komfortabel wird es, wenn die Wischsteuerung an den Alltag andockt. Eine Automation kann die intensive Küchenreinigung etwa morgens starten, sobald alle ausser Haus sind – ein Zustand, den Sie ohnehin schon über eine person– oder zone-Logik erfassen.
# automations.yaml
- alias: Morgens Küche wischen wenn leer
triggers:
- trigger: time
at: "09:30:00"
conditions:
- condition: state
entity_id: zone.home
state: "0"
actions:
- action: script.kueche_nass_wischen
Mit Home Assistant 2026.7 lassen sich solche Regeln übrigens noch einfacher formulieren: Die neuen zweckgebundenen Trigger erlauben es, statt der exakten Entitäts-ID direkt einen Bereich auszuwählen und in Klartext zu beschreiben, was passieren soll. Für die Feinsteuerung der Roborock-Selects bleibt der explizite select.select_option-Aufruf aber der zuverlässigste Weg.
Wer die Zonen- und Kartenlogik des Roboters noch nicht sauber aufgesetzt hat, findet die Grundlagen im Beitrag zu Saugroboter mit Karten: Zonen-Reinigung im HA – die raumgenaue Wischsteuerung ist die logische Ausbaustufe, sobald die Segmente einmal benannt sind.
Teppichzonen und No-Mop-Bereiche
Ein häufiger Stolperstein sind Teppiche. Moderne Roborock-Modelle heben das Mopp-Pad bei erkanntem Teppich automatisch an, doch die Erkennung ist nicht unfehlbar. Zwei Absicherungen haben sich bewährt: Erstens definieren Sie in der Kartenverwaltung feste No-Mop-Zonen um Teppiche herum. Zweitens setzen Sie für Räume mit viel Textil den Mopp-Modus per Skript ganz auf «nur saugen», bevor die Reinigung startet. So verhindern Sie, dass ein feuchtes Pad über einen Hochflorteppich zieht – ein Fehler, den man nur einmal machen möchte.
Prüfen Sie nach dem Einrichten jede Automation einmal manuell über Entwicklerwerkzeuge, indem Sie das Skript direkt auslösen und beobachten, ob Intensität und Segment stimmen. Erst wenn ein Durchlauf sauber funktioniert, aktivieren Sie den zeitgesteuerten Trigger. Diese fünf Minuten Kontrolle ersparen Ihnen später die Suche nach der Ursache, wenn der Roboter im falschen Raum wischt.
Fazit
Die beiden Select-Entitäten des Roborock sind eine unterschätzte Ressource. Statt eines Einheits-Wischgangs bekommt jeder Raum genau die Wassermenge, die sein Boden verträgt – gesteuert aus Home Assistant, verzahnt mit Anwesenheit und Tageszeit. Der Aufwand ist überschaubar: ein paar Skripte, die richtigen Segment-IDs und eine Handvoll Automationen. Das Ergebnis ist ein Roboter, der nicht nur saugt, sondern mitdenkt – und Ihr Parkett trocken lässt, wo es trocken bleiben soll.
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Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger