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Zigbee-Mesh optimieren: Router & LQI in ZHA

Ein Zigbee-Netz lebt vom Mesh: Jede netzbetriebene Lampe, jeder Zwischenstecker leitet Funksignale weiter und macht das Netz stabiler, je mehr davon vorhanden sind. Wächst das Setup aber auf viele Dutzend Geräte, tauchen plötzlich Aussetzer auf – ein Sensor meldet sich sekundenweise als unavailable, ein Schalter reagiert verzögert. Meist liegt das nicht am Koordinator, sondern an schwachen Verbindungen im Mesh. Mit ZHA lässt sich das sichtbar machen und gezielt verbessern.

Router und End-Geräte auseinanderhalten

Zigbee kennt zwei Gerätetypen. Router sind dauerhaft mit Strom versorgt – Lampen, Zwischenstecker wie der IKEA INSPELNING, viele Hue-Leuchten. Sie sind immer wach und reichen Nachrichten anderer Geräte weiter. End-Geräte laufen auf Batterie und schlafen die meiste Zeit, um Strom zu sparen: Tür- und Bewegungssensoren, Klimafühler, Fernbedienungen. Sie können keine Signale weiterleiten.

Daraus folgt die wichtigste Regel für ein stabiles Netz: Genügend Router, gut verteilt. Ein batteriebetriebener Sensor am Ende des Gartens braucht einen Router in Reichweite, über den er den Weg zum Koordinator findet. Fehlt dieser Zwischenschritt, hängt die Verbindung am seidenen Faden. Wer den Koordinator selbst sauber betreibt, findet die Grundlagen im Beitrag SONOFF Dongle-E: ZHA-Coordinator richtig betreiben.

LQI und RSSI als Diagnose sichtbar machen

ZHA liefert für jedes Gerät zwei Kennzahlen: den LQI (Link Quality Indicator, 0–255) und den RSSI (Empfangsstärke in dBm). Der LQI beschreibt, wie sauber das Signal beim nächsten Knoten ankommt. Als grobe Faustregel gilt: Werte über 150 sind komfortabel, unter 50 wird es kritisch.

Diese Diagnose-Sensoren sind pro Gerät vorhanden, aber standardmässig deaktiviert. Aktivieren Sie sie über das Geräteinfo-Fenster in ZHA (Einstellungen → Geräte → Gerät → Sensoren → LQI aktivieren). Anschliessend lässt sich mit einem Template-Sensor eine Liste aller schwachen Verbindungen bauen:


template:
  - sensor:
      - name: "Zigbee schwache Verbindungen"
        unique_id: zigbee_schwache_lqi
        state: >
          {{ states.sensor
             | selectattr('entity_id', 'search', '_lqi')
             | selectattr('state', 'is_number')
             | selectattr('state', 'lt', '50')
             | list | count }}
        attributes:
          geraete: >
            {{ states.sensor
               | selectattr('entity_id', 'search', '_lqi')
               | selectattr('state', 'is_number')
               | selectattr('state', 'lt', '50')
               | map(attribute='name') | list | join(', ') }}

Der Sensor zählt, wie viele Geräte gerade unter einem LQI von 50 liegen, und listet sie als Attribut auf. So sehen Sie auf einen Blick, welche Knoten am Limit funken.

Eine Benachrichtigung bei dauerhaft schwachem Signal

Ein kurzer Einbruch ist normal, wenn zum Beispiel eine Mikrowelle läuft. Interessant sind Geräte, die dauerhaft schwächeln. Deshalb entprellt die folgende Automation die Meldung mit for und schlägt erst Alarm, wenn das Problem eine Weile anhält:


automation:
  - alias: "Zigbee LQI Warnung"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.zigbee_schwache_verbindungen
        above: 0
        for:
          minutes: 30
    action:
      - action: notify.mikes_iphone_17_pro
        data:
          title: "Schwaches Zigbee-Signal"
          message: >
            {{ state_attr('sensor.zigbee_schwache_verbindungen',
               'geraete') }}

Meldet die Automation immer dieselben Geräte, wissen Sie, wo ein zusätzlicher Router hingehört.

Praktische Hebel für ein stabiles Mesh

Der wirkungsvollste Eingriff ist fast immer ein zusätzlicher Router auf halber Strecke zwischen Problemgerät und Koordinator – ein günstiger Zwischenstecker genügt oft. Zweitens sollten Koordinator und WLAN-Router nicht direkt nebeneinander liegen und der USB-Stick per Verlängerung von PC und USB-3-Ports weg positioniert werden, da diese das 2,4-GHz-Band stören. Drittens lohnt ein Blick auf den Funkkanal: Überlappt der Zigbee-Kanal mit dem stärksten WLAN, hilft ein Wechsel auf einen ruhigeren Kanal – allerdings müssen danach manche Geräte neu angelernt werden.

Zur Kontrolle bietet ZHA unter den Integrationseinstellungen eine Netzwerk-Visualisierung. Sie zeichnet die Verbindungen als Karte und zeigt, welches Gerät über welchen Router läuft. Ein Knoten, der nur eine einzige dünne Linie zum Koordinator hat, ist ein Kandidat für einen zusätzlichen Router in der Nähe.

Fazit

Ein grosses Zigbee-Netz wird nicht durch einen stärkeren Koordinator stabil, sondern durch genügend gut verteilte Router und saubere Funkbedingungen. Mit den LQI-Sensoren, einem kleinen Template und einer entprellten Benachrichtigung verwandeln Sie das Bauchgefühl «irgendwas hängt» in konkrete Zahlen. Aktivieren Sie als Einstieg die LQI-Sensoren Ihrer wichtigsten Batteriegeräte, beobachten Sie eine Woche lang die Werte – und setzen Sie dort einen Router, wo das Mesh am dünnsten ist.

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