LinkedIn ist 2026 für Fach- und Führungskräfte längst die zentrale Visitenkarte – und genau deshalb ein lohnendes Feld für einen Nebenverdienst. Viele Berufstätige wissen, dass ihr Profil etwas bringen könnte, haben aber weder Zeit noch Gefühl dafür, wie sie sich gut präsentieren. Wer als BWL-Studierende ein Auge für Marketing, Kommunikation und Personal Branding hat, kann genau diese Lücke füllen: LinkedIn-Profile strategisch optimieren. Der Dienst ist klar abgegrenzt, gut bezahlbar und lässt sich neben dem Studium in 20 bis 40 Prozent betreiben.
Warum gerade jetzt?
Der Arbeitsmarkt hat sich verschoben. Recruiter suchen aktiv auf LinkedIn, Kunden prüfen Selbständige vor dem ersten Gespräch, und wer den Job wechseln will, wird zuerst online gegoogelt. Ein schwaches Profil – nichtssagende Überschrift, leerer «Info»-Bereich, kein roter Faden – kostet Sichtbarkeit und Chancen. Gleichzeitig fehlt vielen die Aussensicht auf die eigene Person.
Hier kommt Ihr Vorteil ins Spiel: Als Studierende sind Sie mit der Plattform, ihren Funktionen und der Sprache der jüngeren Generation vertraut, und Sie bringen die nötige Distanz mit, um ein Profil objektiv zu beurteilen. Wichtig zur Abgrenzung: Es geht hier nicht ums Schreiben laufender Beiträge für andere – das ist Ghostwriting, ein eigenes Feld, das der Beitrag LinkedIn-Ghostwriting: Bezahlt für CEOs schreiben beschreibt. Profiloptimierung ist eine einmalige, projektartige Generalüberholung des gesamten Auftritts.
Aktive Möglichkeiten: der Service als Projekt
Das Kerngeschäft ist die Profilüberarbeitung als Paket. Sie analysieren das bestehende Profil, klären im Gespräch das Ziel der Person – neue Stelle, Kundengewinnung, Sichtbarkeit in der Branche – und bauen daraus einen stimmigen Auftritt. Dazu gehören eine prägnante Überschrift mit den richtigen Suchbegriffen, ein erzählerisch starker «Info»-Text, sauber formulierte Stationen im Werdegang, passende Schlüsselkompetenzen und ein professioneller Eindruck bei Bild und Banner.
Ein solches Paket lässt sich gut als Festpreis anbieten. Für eine vollständige Optimierung sind im Schweizer Markt je nach Tiefe und Zielgruppe mittlere bis höhere zweistellige, bei Kaderprofilen auch dreistellige Beträge realistisch – verkauft wird das Ergebnis, nicht die Stundenzahl. Zusatzleistungen schaffen weiteren Umsatz: ein Strategiegespräch zur Positionierung, eine kurze Schulung, wie die Person künftig selbst postet, oder ein wiederkehrender «Profil-Check» alle paar Monate. Erste Kunden finden sich im eigenen Umfeld – Dozierende, Eltern von Freunden, KMU-Inhaber, Alumni – und über ein starkes eigenes Profil, das selbst als Arbeitsprobe dient. Besonders dankbar sind zwei Zielgruppen: Berufseinsteiger kurz vor dem Abschluss, die sich für die erste Stelle positionieren, und etablierte Fachkräfte, die nach Jahren im selben Job plötzlich wieder sichtbar werden müssen.
Passive Möglichkeiten: Wissen verpacken
Das Schöne an diesem Feld: Ihr Know-how lässt sich auch ohne Kundengespräch verkaufen. Eine Checkliste «Das perfekte LinkedIn-Profil in 10 Schritten», Vorlagen für Überschriften und «Info»-Texte oder eine Sammlung von Formulierungsbausteinen verkaufen sich als digitale Downloads über Plattformen wie Gumroad. Ein kurzer Online-Kurs oder ein Video-Workshop, einmal erstellt, kann immer wieder verkauft werden. Auch ein kleiner Newsletter mit Profil-Tipps baut über die Zeit eine Reichweite auf, die wiederum neue Kundinnen für den bezahlten Service bringt. So entsteht aus der aktiven Dienstleistung ein zweites, passives Standbein.
Realistische Zeitplanung bei 20 bis 40 Prozent
Eine einzelne Profiloptimierung umfasst grob das Gespräch, die Recherche und das Schreiben – realistisch fünf bis acht Stunden, am Anfang mehr. Bei zwei bis drei Projekten pro Monat plus etwas Akquise und Pflege der eigenen Präsenz landen Sie bei rund acht bis zwölf Stunden pro Woche, also gut im 20-bis-40-Prozent-Rahmen. Der grosse Vorteil gegenüber laufenden Mandaten: Projekte sind planbar und blockweise erledigbar, etwa in vorlesungsfreien Phasen oder am Wochenende. So lässt sich der Aufwand um Prüfungstermine herumlegen, ohne Kunden im Stich zu lassen.
Erster konkreter Schritt
Beginnen Sie bei sich selbst: Bauen Sie Ihr eigenes LinkedIn-Profil zum Schaufenster um, denn es ist Ihre überzeugendste Arbeitsprobe. Machen Sie danach zwei, drei kostenlose Optimierungen für Bekannte – mit Vorher-Nachher-Beispielen und einer kurzen Rückmeldung. Aus diesen Referenzen formen Sie ein klares Paketangebot mit Festpreis und sprechen gezielt die ersten zahlenden Kunden an. Denken Sie daran, Einnahmen ab den geltenden Grenzen bei der AHV anzumelden und korrekt zu deklarieren. So wird aus einer Fähigkeit, die Sie ohnehin mitbringen, Schritt für Schritt ein verlässlicher Nebenverdienst.