Home Assistant

Tote Entitäten finden: Unavailable-Wächter in HA

Es ist das klassische Smart-Home-Ärgernis: Die Bewegungsmelder-Automation löst nicht mehr aus, die Anwesenheitserkennung spinnt – und beim Blick ins Dashboard stellt man fest, dass ein Sensor schon seit Tagen auf unavailable steht. Ein leerer Akku, ein abgestürzter Zigbee-Stick oder ein WLAN-Aussetzer reicht, und schon arbeitet die schönste Automation ins Leere. In jedem grösseren Setup – bei mir sind es über tausend Entitäten – schleichen sich solche stillen Ausfälle ein. Die Lösung ist ein Wächter, der genau diese toten Entitäten meldet, bevor sie Schaden anrichten.

Das Problem: Ausfälle bleiben unsichtbar

Home Assistant zeigt nicht von selbst an, wenn eine Entität wegbricht. Gerade Geräte, die selten in Erscheinung treten – ein Wassersensor unter der Spüle, ein Voice-Satellit im Gästezimmer wie der assist_satellite.raspiaudio_muse_luxe, der bei mir gern mal auf unavailable fällt – verschwinden klammheimlich. Man merkt es erst, wenn man sie braucht. Genau dann ist es zu spät.

Der Ansatz: ein einziger Template-Sensor, der laufend zählt, wie viele Entitäten gerade in den Zuständen unavailable, unknown oder none hängen. Sobald diese Zahl steigt, schlägt eine Automation Alarm. So wird aus tausend unübersichtlichen Entitäten eine einzige Kennzahl, die Sie im Blick behalten.

Schritt 1: Der Template-Sensor

Tragen Sie folgenden Sensor in Ihre configuration.yaml ein (oder in eine ausgelagerte template.yaml). Er liefert sowohl die Anzahl als auch – als Attribut – die konkrete Liste der betroffenen Entitäten:


template:
  - sensor:
      - name: "Nicht verfügbare Entitäten"
        unique_id: unavailable_entities
        unit_of_measurement: "Entitäten"
        state: >
          {{ states
             | selectattr('state', 'in', ['unavailable', 'unknown', 'none'])
             | rejectattr('entity_id', 'in', integration_entities('group'))
             | list | count }}
        attributes:
          entity_list: >
            {{ states
               | selectattr('state', 'in', ['unavailable', 'unknown', 'none'])
               | rejectattr('entity_id', 'in', integration_entities('group'))
               | map(attribute='entity_id') | list | join('\n') }}


Gruppen werden bewusst ausgeklammert, weil sie den Status ihrer Mitglieder erben und den Zähler sonst verfälschen. Nach einem Neustart oder einem Reload der Template-Entitäten erscheint sensor.nicht_verfugbare_entitaten mit dem aktuellen Wert.

Schritt 2: Die Benachrichtigung

Jetzt soll der Sensor sich melden – aber nicht bei jedem kurzen Flackern. Mit der for-Bedingung entprellen wir den Auslöser: Erst wenn länger als 30 Minuten mehr als null Entitäten ausfallen, kommt die Meldung. Das vermeidet Fehlalarme beim normalen Neustart.


automation:
  - alias: "Warnung tote Entitäten"
    trigger:
      - platform: numeric_state
        entity_id: sensor.nicht_verfugbare_entitaten
        above: 0
        for:
          minutes: 30
    action:
      - service: notify.mobile_app_mikes_iphone_17_pro
        data:
          title: "⚠️ Entitäten offline"
          message: >
            {{ states('sensor.nicht_verfugbare_entitaten') }} Entität(en):
            {{ state_attr('sensor.nicht_verfugbare_entitaten', 'entity_list') }}


Ersetzen Sie den notify-Dienst durch Ihren eigenen. So landet beim morgendlichen Blick aufs Handy direkt eine Liste der Geräte, die Zuwendung brauchen – meist ein Batteriewechsel oder ein kurzer Reset.

Schritt 3: Komfortabel im Dashboard

Wer es visuell mag, kombiniert den Sensor mit der HACS-Karte auto-entities. Sie filtert dynamisch alle Entitäten in den problematischen Zuständen und listet sie in einer Karte auf – ganz ohne manuelle Pflege. Für ein dauerhaft sauberes Setup lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Custom-Integration «Watchman», die Ihre YAML-Dateien scannt und nicht nur unavailable, sondern auch komplett fehlende oder umbenannte Entitäten und Aktionen aufspürt.

Diese Wächter ergänzen sich gut mit anderen Routine-Kontrollen. Wer ohnehin regelmässig in die Systempflege schaut, kombiniert das mit dem Update-Center in HA: alle Firmware-Updates an einem Ort – beides zusammen hält die Installation stabil.

Fazit

Ein einziger Template-Sensor und eine entprellte Automation genügen, um aus dem Blindflug eine kontrollierte Übersicht zu machen. Statt zufällig zu entdecken, dass ein Sensor seit Tagen tot ist, bekommen Sie eine proaktive Meldung – und Ihre Automationen laufen wieder auf vollständiger Datenbasis. Richten Sie den Wächter einmal ein, und er arbeitet still im Hintergrund: das beste Werkzeug ist das, an das man nicht mehr denken muss.

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