Wer seinen Saugroboter über mehrere Stockwerke trägt, kennt das Problem: Der Roborock kennt zwar mehrere Karten, aber in Home Assistant lässt sich nur die zuletzt geladene Etage automatisieren. Eine Treppen-Reinigung um neun Uhr im Erdgeschoss und um zehn Uhr im Obergeschoss scheitert daran, dass die richtige Karte nicht aktiv ist. Dieses Setup zeigt, wie sich der Kartenwechsel sauber in HA abbilden lässt – inklusive Automation, die vor jeder Reinigung selbst die passende Etage lädt.
Die Ausgangslage: mehrere Karten, eine Entität
Roborock-Geräte wie der S6 MaxV speichern bis zu vier Karten. Wichtig ist, dass das Gerät in der App auf «Mehrstöckig» umgestellt und für jede Etage eine eigene Karte erstellt wurde. Erst dann erkennt der Roborock nach dem Umsetzen automatisch, auf welchem Stockwerk er steht.
In Home Assistant taucht die aktive Karte als select-Entität auf:
select.roborock_s6_maxv_ausgewahlte_karte: "Erdgeschoss"
Diese Entität ist Gold wert, denn sie lässt sich sowohl auslesen als auch setzen. Über select.select_option weisen Sie dem Roborock direkt eine andere Karte zu – ganz ohne kryptische map_flag-Nummern.
Karte gezielt wechseln
Der einfachste Baustein ist ein Skript, das eine bestimmte Etage lädt und dem Gerät kurz Zeit gibt, die Karte zu übernehmen:
script:
roborock_karte_obergeschoss:
alias: Roborock Karte Obergeschoss laden
sequence:
- action: select.select_option
target:
entity_id: select.roborock_s6_maxv_ausgewahlte_karte
data:
option: "Obergeschoss"
- delay: "00:00:10"
Das delay ist kein Schönheitsfehler, sondern Absicht: Der Roborock braucht ein paar Sekunden, um die neue Karte intern zu laden. Startet man die Reinigung zu früh, sucht das Gerät unter Umständen noch auf der alten Karte.
Wer die Karte lieber direkt mit der Kamera-Vorschau aktualisieren möchte, kann alternativ den Dienst roborock.camera_load_multi_map verwenden – er lädt die Karte oft schneller als der klassische Weg und aktualisiert auch das Kamerabild im Dashboard zügig.
Reinigung pro Etage automatisieren
Jetzt kommt der eigentliche Nutzen: eine Automation, die zuerst die richtige Etage lädt und erst dann die Reinigung startet. So bleibt die Reihenfolge garantiert.
automation:
- alias: Obergeschoss reinigen am Morgen
triggers:
- trigger: time
at: "10:00:00"
conditions:
- condition: state
entity_id: vacuum.roborock_s6_maxv
state: "docked"
actions:
- action: select.select_option
target:
entity_id: select.roborock_s6_maxv_ausgewahlte_karte
data:
option: "Obergeschoss"
- delay: "00:00:10"
- action: vacuum.start
target:
entity_id: vacuum.roborock_s6_maxv
Die Bedingung docked ist eine kleine, aber entscheidende Absicherung: Sie verhindert, dass die Automation den Kartenwechsel auslöst, während das Gerät noch unterwegs ist. Für das Erdgeschoss legen Sie eine zweite, identische Automation mit der passenden Karte und Uhrzeit an.
Stolpersteine aus der Praxis
Zwei Punkte führen erfahrungsgemäss zu Frust. Erstens: Wechselt der Roborock physisch nicht das Stockwerk, sondern soll er nur eine andere gespeicherte Karte bearbeiten, muss er trotzdem auf der richtigen Etage stehen – die Karte allein putzt nicht von selbst das andere Stockwerk. Der typische Ablauf ist also: Gerät hochtragen, Dock platzieren, dann via HA die passende Karte aktivieren.
Zweitens reagiert der Kartenwechsel je nach Integrations-Version manchmal erst nach einem Reload. Wer merkt, dass die select-Entität nicht umschaltet, sollte die Roborock-Integration einmal neu laden oder auf den camera_load_multi_map-Dienst wechseln, der sich in der Community als zuverlässiger erwiesen hat.
Wenn die Karten erst einmal sauber wechseln, lohnt sich der nächste Schritt: gezielte Zonen- und Raumreinigung statt ganzer Etagen. Wie das mit den Roborock-Karten funktioniert, haben wir im Beitrag Saugroboter mit Karten: Zonen-Reinigung im HA gezeigt.
Fazit
Die select-Entität für die aktive Karte ist der Schlüssel zu einem mehrstöckigen Roborock-Setup in Home Assistant. Mit einem kurzen Skript laden Sie gezielt eine Etage, mit einer Automation aus Kartenwechsel, kleinem Delay und vacuum.start reinigt das Gerät zur richtigen Zeit das richtige Stockwerk – vorausgesetzt, es steht physisch dort. Wer beim ersten Versuch hängenbleibt, prüft die docked-Bedingung und lädt die Integration neu. Danach läuft der Mehretagen-Haushalt so automatisiert wie der Single-Floor – ganz ohne Griff zur App.