{"id":837,"date":"2026-06-01T15:17:56","date_gmt":"2026-06-01T13:17:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=837"},"modified":"2026-06-01T15:17:56","modified_gmt":"2026-06-01T13:17:56","slug":"mystrom-in-ha-schweizer-smart-plug-mit-lokaler-api","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/mystrom-in-ha-schweizer-smart-plug-mit-lokaler-api\/","title":{"rendered":"myStrom in HA: Schweizer Smart-Plug mit lokaler API"},"content":{"rendered":"<p>Wer im Schweizer Smart-Home-Umfeld nach einem schaltbaren Stromz\u00e4hler mit lokaler API sucht, landet schnell bei myStrom. Die in Z\u00fcrich entwickelte Steckdose mit WLAN, Watt-Messung und nativer REST-Schnittstelle ist seit Jahren ein Klassiker in HA-Setups \u2013 aber selten richtig konfiguriert. Mit dem Update auf HA 2026.5 und der \u00fcberarbeiteten Cloud-Integration verschiebt sich das Bild leicht. Hier ein praxisnahes Setup-Pattern, das mehrere myStrom-Devices ohne Cloud-Abh\u00e4ngigkeit, mit sauberer Watt-Messung und mit zwei n\u00fctzlichen Automationen einbindet.<\/p>\n<h2>Warum myStrom statt Shelly oder TP-Link<\/h2>\n<p>Drei Argumente sprechen f\u00fcr die Schweizer Variante. Erstens der lokale HTTP-Endpunkt, der ohne Cloud-Account direkt im LAN erreichbar ist \u2013 das wenig dokumentierte <code>\/report<\/code>-Endpoint liefert Leistung in Watt, kumulierte Energie in Wh und Relais-Status im JSON. Zweitens das schweizerische T13-Format mit integrierter Erdung, das ohne Adapter in jede Schweizer Steckdose passt. Drittens die Watt-Aufl\u00f6sung von 0,1 W \u2013 fein genug, um auch Standby-Verbr\u00e4uche unter 1 Watt zu sehen und Ger\u00e4te-Profile zu trennen.<\/p>\n<p>Nachteile zur Klarstellung: myStrom unterst\u00fctzt keine Energy-Direction-Messung (also kein PV-Einspeise-Tracking), keine Drei-Phasen-Variante und keine Hutschienen-Montage. Wer einen Boiler oder eine Wallbox messen will, ist mit Shelly Pro 3EM besser bedient. F\u00fcr Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Hifi-Anlagen oder Standby-Killer ist die Stecker-Variante hingegen ideal.<\/p>\n<h2>Lokale Integration ohne Cloud<\/h2>\n<p>Die offizielle HA-Integration <code>mystrom<\/code> arbeitet rein lokal, sofern die Ger\u00e4te mit fester IP konfiguriert sind. Im Router eine DHCP-Reservation pro Device setzen, danach in HA \u00fcber Einstellungen \u2192 Ger\u00e4te und Dienste \u2192 Integration hinzuf\u00fcgen \u2192 myStrom die IP eingeben. Pro Steckdose erh\u00e4lt man dann drei Sensoren plus den Schalter selbst:<\/p>\n<pre><code>\u2029# configuration.yaml \u2013 falls man die Konsoldenkonfig erg\u00e4nzen will\u2029mystrom:\u2029  switch:\u2029    - host: 192.168.1.41\u2029      name: wasserkocher\u2029    - host: 192.168.1.42\u2029      name: kaffeemaschine\u2029    - host: 192.168.1.43\u2029      name: hifi\u2029<\/code><\/pre>\n<p>Wichtig: Die UI-basierte Variante ist seit HA 2025.6 zu bevorzugen, sie unterst\u00fctzt Ger\u00e4te-Auto-Discovery via Zeroconf, wenn die myStrom-App vor dem ersten HA-Einbinden lokal genutzt wurde. Die YAML-Variante bleibt aber f\u00fcr reproduzierbare Setups via Git n\u00fctzlich.<\/p>\n<h2>Automation: Wasserkocher-fertig-Signal<\/h2>\n<p>Das praxisnahste Pattern: Sobald die Wattzahl unter eine Schwelle f\u00e4llt, signalisiert ein Sound, dass das Wasser kocht. Die Logik nutzt den Leistungssensor \u2013 kein Schalter-Trigger, weil moderne Wasserkocher selbst abschalten, ohne dass der myStrom-Schalter umlegt.<\/p>\n<pre><code>\u2029automation:\u2029  - alias: Wasserkocher fertig\u2029    trigger:\u2029      - platform: numeric_state\u2029        entity_id: sensor.mystrom_device_leistung\u2029        below: 50\u2029        for: \"00:00:05\"\u2029    condition:\u2029      - condition: numeric_state\u2029        entity_id: sensor.mystrom_device_leistung\u2029        above: 50\u2029        # Vorzustand: lief \u00fcber Schwelle\u2029    action:\u2029      - service: script.mystrom_wa_ku\u2029      - service: tts.speak\u2029        target:\u2029          entity_id: tts.openai_tts\u2029        data:\u2029          media_player_entity_id: media_player.kueche_speaker\u2029          message: \"Das Wasser ist heiss.\"\u2029<\/code><\/pre>\n<p>Die f\u00fcr die Vorbedingung n\u00f6tige State-Mechanik l\u00e4sst sich sauberer \u00fcber einen Helper vom Typ Trigger Template oder ein Statistic Helper mit Last-Five-Minutes-Maximum l\u00f6sen. Wer es schlank halten will, nutzt einen <code>template<\/code>-Trigger mit zwei <code>states()<\/code>-Aufrufen.<\/p>\n<h2>Automation: Standby-Killer mit Auto-Aus<\/h2>\n<p>Die zweite klassische Anwendung ist das Abschalten nach inaktivem Standby. Eine HiFi-Anlage, die nach Filmende stundenlang 8 Watt zieht, ergibt rund 70 kWh pro Jahr \u2013 etwa 18 Franken bei Schweizer Tarifen, mehr im SwissTarifSelect. Eine Stunde-aktiv-dann-aus-Logik f\u00e4ngt das automatisch ab:<\/p>\n<pre><code>\u2029automation:\u2029  - alias: Hifi Standby-Aus\u2029    trigger:\u2029      - platform: numeric_state\u2029        entity_id: sensor.mystrom_device_leistung_3\u2029        below: 15\u2029        for: \"01:00:00\"\u2029    action:\u2029      - service: switch.turn_off\u2029        target:\u2029          entity_id: switch.mystrom_device_3\u2029<\/code><\/pre>\n<p>Wer die Logik granularer braucht, kombiniert sie mit Anwesenheits-Bedingungen oder mit dem Zustand des Fernsehers. Mehr zur Watt-basierten Ger\u00e4te-Erkennung beschreibt der <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/\">Artikel zur Roborock-Vakuum-Watt-Anbindung als Anwesenheits-Sensor<\/a>.<\/p>\n<h2>Energie-Dashboard ohne Trickserei<\/h2>\n<p>myStrom-Sensoren melden Energie in Wh, das HA-Energy-Dashboard erwartet aber kumulative kWh-Werte mit der Eigenschaft <code>state_class: total_increasing<\/code>. Die offizielle Integration setzt das korrekt \u2013 \u00e4ltere community-basierte Integrationen tun das nicht. Wer also Werte im Energy-Dashboard sieht, die zur\u00fcckspringen, sollte auf die Core-Integration umstellen oder einen Riemann-Sum-Helper mit Unit-Konvertierung dazwischen schalten. Drei Steckdosen, drei kWh-Z\u00e4hler \u2013 im Dashboard erscheinen sie als individuelle Verbrauchsquellen mit Tages-, Wochen- und Monatsauswertung.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>myStrom ist im Schweizer Setup das Werkzeug mit dem besten Verh\u00e4ltnis aus Preis, Watt-Aufl\u00f6sung und Cloud-Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 wenn man die HTTP-API als das nutzt, was sie ist: ein schlanker Mess- und Schaltknoten, kein Energy-Manager. Vier sinnvolle Devices pro Haushalt reichen meist: Wasserkocher, Kaffeemaschine, HiFi, Drucker. Damit hat man die vier gr\u00f6ssten Standby-S\u00fcnder im Griff und gleichzeitig die Trigger-Basis f\u00fcr zwei bis drei n\u00fctzliche Automationen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer im Schweizer Smart-Home-Umfeld nach einem schaltbaren Stromz\u00e4hler mit lokaler API sucht, landet schnell bei myStrom. 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