{"id":693,"date":"2026-05-27T15:34:41","date_gmt":"2026-05-27T13:34:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=693"},"modified":"2026-05-27T15:34:41","modified_gmt":"2026-05-27T13:34:41","slug":"rsv-impfung-2026-in-der-schweizer-apotheke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/rsv-impfung-2026-in-der-schweizer-apotheke\/","title":{"rendered":"RSV-Impfung 2026 in der Schweizer Apotheke"},"content":{"rendered":"<p>Das Respiratorische Syncytialvirus, kurz RSV, war lange als reine Kinderkrankheit im Bewusstsein. Inzwischen ist klar: Auch bei \u00e4lteren Menschen ist RSV ein relevanter Erreger, der in der Schweiz pro Jahr tausende Spitaleinweisungen verursacht \u2013 mit teilweise schwerem Verlauf bei chronisch Kranken. Seit Sommer 2024 sind erste RSV-Impfstoffe f\u00fcr Erwachsene zugelassen, die Schweizer Eidgen\u00f6ssische Kommission f\u00fcr Impffragen (EKIF) hat 2025 entsprechende Empfehlungen herausgegeben. Apotheken sind dabei der praktische Zugang \u2013 sowohl f\u00fcr die Beratung als auch in vielen Kantonen f\u00fcr die Impfung selbst.<\/p>\n<h2>Wer profitiert wirklich<\/h2>\n<p>Die EKIF empfiehlt die RSV-Impfung <strong>gezielt<\/strong> und nicht als Universal-Impfung. Im Vordergrund stehen zwei Gruppen: <strong>Erwachsene ab 75 Jahren<\/strong> sowie <strong>Personen ab 60 mit relevanten Risikofaktoren<\/strong> \u2013 chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, COPD, Asthma, Diabetes mit Komplikationen, chronische Niereninsuffizienz, immunsuppressive Therapien.<\/p>\n<p>Eine zweite, eigenst\u00e4ndige Empfehlung gibt es f\u00fcr <strong>Schwangere zwischen der 28. und 36. Schwangerschaftswoche<\/strong>. \u00dcber die Plazenta erh\u00e4lt das ungeborene Kind passive Antik\u00f6rper, die in den ersten Lebensmonaten vor schweren RSV-Verl\u00e4ufen sch\u00fctzen. Alternativ kann das Neugeborene direkt mit dem monoklonalen Antik\u00f6rper Nirsevimab passiv geimpft werden \u2013 dieser Weg geht \u00fcber die Kinder\u00e4rztin, nicht \u00fcber die Apotheke.<\/p>\n<h2>Welche Impfstoffe in der Schweiz erh\u00e4ltlich sind<\/h2>\n<p>Aktuell sind in der Schweiz zwei rekombinante Erwachsenen-Impfstoffe zugelassen: <strong>Arexvy<\/strong> (GSK) und <strong>Abrysvo<\/strong> (Pfizer). Beide enthalten stabilisiertes Pr\u00e4fusions-F-Protein und werden einmalig intramuskul\u00e4r verabreicht. Abrysvo ist zus\u00e4tzlich f\u00fcr Schwangere zugelassen, Arexvy ausschliesslich f\u00fcr Personen ab 60.<\/p>\n<p>Die Schutzwirkung gegen einen mittelschweren bis schweren RSV-Verlauf liegt in den Zulassungsstudien bei rund 80 bis 85 Prozent, mit guter Persistenz \u00fcber mindestens zwei Saisons. Eine j\u00e4hrliche Auffrischung ist \u2013 Stand 2026 \u2013 nicht vorgesehen. Aktuell l\u00e4uft die Frage, ob ein zweiter Pieks im Abstand von drei Jahren sinnvoll wird.<\/p>\n<h2>Beratung in der Apotheke: Worauf es ankommt<\/h2>\n<p>Wer in der Apotheke nach RSV-Impfung fragt, hat oft schon Influenza, Pneumokokken und Herpes zoster erhalten. Die Reihenfolge spielt eine kleinere Rolle als die Frage, ob die Impfungen zeitlich gestaffelt oder kombiniert verabreicht werden. Aktuelle Praxis: <strong>Influenza und RSV k\u00f6nnen gleichzeitig<\/strong> gespritzt werden, an unterschiedlichen Stellen. Pneumokokken-Impfungen werden gerne mit zwei bis vier Wochen Abstand gegeben \u2013 das ist nicht aus Sicherheitsgr\u00fcnden, sondern um Nebenwirkungen einzeln zuordnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigsten Nebenwirkungen sind lokal: Schmerzen an der Einstichstelle, R\u00f6tung, leichte Schwellung. Systemisch berichten etwa 20 Prozent \u00fcber kurze M\u00fcdigkeit oder Muskelschmerzen, die innerhalb von 48 Stunden abklingen. Schwere Reaktionen sind in den Studien sehr selten \u2013 ein extrem niedriges Risiko f\u00fcr ein Guillain-Barr\u00e9-Syndrom war Gegenstand fr\u00fcher Beobachtungen und wird weiter \u00fcberwacht.<\/p>\n<h2>Wer impft \u2013 und wer \u00fcbernimmt die Kosten<\/h2>\n<p>Apothekerinnen und Apotheker d\u00fcrfen in den meisten Kantonen Influenza, Pneumokokken, Herpes zoster und FSME selbst impfen. Bei RSV ist die Situation <strong>kantonal unterschiedlich<\/strong>: In einigen Kantonen ist die Impfung explizit ins Apothekerimpfprotokoll aufgenommen, in anderen l\u00e4uft sie noch \u00fcber die Haus\u00e4rztin. Wer das gezielt kl\u00e4ren m\u00f6chte, ruft vor dem Termin kurz die n\u00e4chste Apotheke an oder konsultiert die jeweils aktuelle Liste auf pharmaSuisse.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Impfung tragen aktuell die Patientinnen und Patienten selbst \u2013 pro Dosis rund CHF 230 f\u00fcr den Impfstoff plus die Impfdienstleistung von 15 bis 30 Franken. Eine Aufnahme in die obligatorische Krankenpflegeversicherung w\u00e4re m\u00f6glich, ist aber stand Mai 2026 noch nicht beschlossen. In der Zwischenzeit \u00fcbernehmen einige Zusatzversicherungen die Kosten ganz oder anteilig \u2013 ein Anruf beim eigenen Versicherer lohnt sich.<\/p>\n<h2>Wann impfen \u2013 und was sonst noch zur Saison geh\u00f6rt<\/h2>\n<p>Ideal ist die RSV-Impfung <strong>im sp\u00e4ten Sommer oder fr\u00fchen Herbst<\/strong> (August bis Oktober). Die RSV-Saison l\u00e4uft typischerweise von November bis April mit einem Peak im Januar\/Februar. Wer im Herbst impft, hat die maximale Antik\u00f6rperspiegel genau dann, wenn die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Kontakt am h\u00f6chsten ist. Die Schwangerenimpfung wird zeitlich an den Geburtstermin angepasst \u2013 idealerweise so, dass die Geburt in oder kurz vor die RSV-Saison f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wer im selben Termin auch die Influenza-Impfung erhalten m\u00f6chte, kann das in einer Sitzung erledigen. Mehr zum kompletten Impfkalender f\u00fcr die Saison findet sich im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/impfberatung-in-der-apotheke-influenza-pneumokokken-herpes-zoster\/\">Impfberatung in der Apotheke \u2013 Influenza, Pneumokokken, Herpes Zoster<\/a>.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die RSV-Impfung ist keine Pflicht, aber f\u00fcr die gezielten Risikogruppen eine Investition mit klar belegtem Nutzen: Sie verhindert einen relevanten Anteil schwerer Verl\u00e4ufe und Spitaleinweisungen. Die Apotheke ist ein guter erster Anlaufpunkt \u2013 f\u00fcr eine ehrliche Einsch\u00e4tzung der eigenen Risikofaktoren, f\u00fcr die Auswahl des passenden Impfstoffs und in vielen Kantonen auch gleich f\u00fcr die Verabreichung. Wer aktuell zur Hochrisikogruppe geh\u00f6rt und noch keine Beratung hatte, kl\u00e4rt die Impfung am besten im Sp\u00e4tsommer 2026, rechtzeitig vor der kommenden Saison.<\/p>\n<p>Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung. Empfehlungen k\u00f6nnen sich \u00e4ndern \u2013 die jeweils aktuelle Version der EKIF-Richtlinie ist \u00fcber die Schweizerische Plattform impfen.ch verf\u00fcgbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Respiratorische Syncytialvirus, kurz RSV, war lange als reine Kinderkrankheit im Bewusstsein. Inzwischen ist klar: Auch bei \u00e4lteren Menschen ist RSV ein relevanter Erreger, der in der Schweiz pro Jahr tausende Spitaleinweisungen verursacht \u2013 mit teilweise schwerem Verlauf bei chronisch Kranken. 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