{"id":407,"date":"2026-05-19T21:42:08","date_gmt":"2026-05-19T19:42:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=407"},"modified":"2026-05-19T21:42:08","modified_gmt":"2026-05-19T19:42:08","slug":"3a-apps-2026-viac-finpension-frankly-im-vergleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/3a-apps-2026-viac-finpension-frankly-im-vergleich\/","title":{"rendered":"3a-Apps 2026: VIAC, finpension &#038; Frankly im Vergleich"},"content":{"rendered":"<p>Wer 2026 in der Schweiz die dritte S\u00e4ule selber anlegen m\u00f6chte, kommt an den drei grossen Apps kaum vorbei: VIAC, finpension und Frankly haben das klassische Bank-3a-Konto weitgehend abgel\u00f6st und stehen f\u00fcr 80 bis 90 Prozent Aktienquote zu Kosten, die noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen w\u00e4ren. Doch zwischen den dreien sind die Unterschiede gr\u00f6sser als die einheitliche Werbe-Optik vermuten l\u00e4sst. Wer den Maximalbetrag der S\u00e4ule 3a einzahlt \u2013 seit 2025 sind das knapp CHF 7&#8217;300 f\u00fcr Angestellte mit Pensionskasse \u2013 soll wissen, wo er das Geld parkt.<\/p>\n<h2>Drei verschiedene Philosophien hinter \u00e4hnlichem Ergebnis<\/h2>\n<p><strong>VIAC<\/strong> ist 2017 als App-First-Anbieter gestartet und geh\u00f6rt zur WIR Bank. Die Plattform ist die ausgereifteste in puncto UX, hat das gr\u00f6sste Anlageuniversum und erlaubt eine sehr feine Strategieauswahl: Standardstrategien mit verschiedenen Aktienquoten, eigene Strategien mit bis zu zw\u00f6lf Bausteinen, Themen-ETFs f\u00fcr einen kleinen Anteil, und seit Kurzem auch ein Vorsorge-Konto in Kombination mit der ersten S\u00e4ule.<\/p>\n<p><strong>finpension<\/strong> kommt aus der institutionellen Welt \u2013 das Mutterhaus betreut Sammelstiftungen. Die App ist n\u00fcchterner, daf\u00fcr ist die Kostenstruktur seit Anfang an die g\u00fcnstigste am Markt: 0,39 Prozent Verwaltungsgeb\u00fchr pro Jahr, plus die TER der eingesetzten institutionellen Anlageklassen, die deutlich unter den Privatkunden-ETFs liegen. Wer ausschliesslich auf Kosten optimiert, kommt bei finpension typischerweise auf eine all-in-Belastung unter 0,5 Prozent pro Jahr.<\/p>\n<p><strong>Frankly<\/strong> ist die App der Z\u00fcrcher Kantonalbank und positioniert sich als der zug\u00e4ngliche Mainstream-Anbieter. Sie ist die teuerste der drei \u2013 die Verwaltungsgeb\u00fchr liegt rund 0,1 Prozentpunkte \u00fcber finpension \u2013 kompensiert das aber mit dem Vertrauensbonus einer Kantonalbank, einer einfacheren Bedienung und Filialberatung in der Region Z\u00fcrich. F\u00fcr Anleger, die ihre 3a nicht als Optimierungsspiel verstehen, ist das ein Argument.<\/p>\n<h2>Anlageuniversum: weniger ist nicht immer mehr<\/h2>\n<p>VIAC und finpension setzen mehrheitlich auf indexnahe Bausteine: SPI-, MSCI-World-, Schwellenl\u00e4nder-, Obligationen- und Immobilien-Anlagen, erg\u00e4nzt durch institutionelle Anlagegef\u00e4sse. Beide erlauben Aktienquoten bis 99 Prozent \u2013 m\u00f6glich seit der gelockerten BVV-2-Regelung, die f\u00fcr die S\u00e4ule 3a faktisch keine Aktienobergrenze mehr kennt, sofern die Bank ein Vorsorgereglement zugrunde legt.<\/p>\n<p>Frankly bietet ein kuratierteres Sortiment mit etwa zehn Standardstrategien und einigen ESG-Varianten. Wer Einfachheit will, findet hier weniger Wahlqual; wer auf eigene Akzente setzen will, st\u00f6sst schneller an Grenzen.<\/p>\n<p>Ein Detail, das viele \u00fcbersehen: <strong>Wechselkurse<\/strong>. Wer global investiert, bezahlt bei jedem Kauf eine kleine Marge. VIAC und finpension nutzen institutionelle Devisenkonditionen, Frankly ebenfalls. Die Unterschiede sind klein, addieren sich aber \u00fcber zwanzig Jahre.<\/p>\n<h2>Steuerlich behandelt werden alle gleich \u2013 aber nicht alle Konten<\/h2>\n<p>Was viele nicht wissen: Jede 3a-App f\u00fchrt im Hintergrund ein <strong>separates Konto pro Strategie oder pro Anlagejahr<\/strong>. Das ist kein Bug, sondern Feature: Wer in f\u00fcnf verschiedenen Konten anspart, kann beim Bezug ab 60 die Konten gestaffelt aufl\u00f6sen und die Progression brechen. VIAC und finpension lassen typischerweise bis zu f\u00fcnf Portfolios pro Anbieter zu, Frankly war hier lange restriktiver, hat aber 2025 nachgezogen.<\/p>\n<p>Wer Bezug staffeln m\u00f6chte, er\u00f6ffnet bestenfalls \u00fcber die Jahre mehrere Konten und verteilt die Einzahlungen. Im Idealfall liegen am Ende f\u00fcnf T\u00f6pfe mit \u00e4hnlichem Volumen vor, die in f\u00fcnf aufeinanderfolgenden Jahren \u2013 allenfalls \u00fcber mehrere Kantone, wenn ein Wegzug im Spiel ist \u2013 bezogen werden.<\/p>\n<h2>Was bei den Kosten wirklich z\u00e4hlt<\/h2>\n<p>Die nominalen Verwaltungsgeb\u00fchren sind nur ein Teil der Geschichte. Wer richtig vergleichen will, schaut auf die <strong>Total Expense Ratio inklusive Produktkosten<\/strong>. Bei finpension ergibt das aktuell etwa 0,44 Prozent pro Jahr f\u00fcr eine globale Aktienstrategie. VIAC liegt je nach Strategie zwischen 0,44 und 0,53 Prozent, Frankly zwischen 0,48 und 0,58 Prozent. Bei einem S\u00e4ule-3a-Verm\u00f6gen von CHF 200&#8217;000 \u00fcber zwanzig Jahre summieren sich die Kostenunterschiede auf rund CHF 4&#8217;000 bis CHF 6&#8217;000 \u2013 relevant, aber nicht entscheidend.<\/p>\n<p>Wichtiger ist die <strong>eingehaltene Strategie<\/strong>: Wer in Crashs verkauft oder Quartalsweise zwischen den Anbietern wechselt, verliert mehr, als jede Kostenoptimierung einbringen kann. Die App, die einen ruhig schlafen l\u00e4sst, ist die richtige.<\/p>\n<h2>Wann ein Wechsel sinnvoll ist \u2013 und wann nicht<\/h2>\n<p>Wer bereits bei einer der drei Apps ist, sollte nicht aus reiner Kostenoptimierung wechseln. Ein Anbieterwechsel innerhalb der S\u00e4ule 3a ist geb\u00fchrenfrei und unkompliziert, aber er kostet Zeit und unterbricht den Anlageautomatismus. Ein Wechsel lohnt sich, wenn die aktuelle App die gew\u00fcnschte Strategie nicht abbildet, wenn die Kostenstruktur sich deutlich verschlechtert hat, oder wenn man Mehrkonten-Strategien fahren m\u00f6chte und der Anbieter nur eines erlaubt.<\/p>\n<p>Wer noch nicht digital investiert und immer noch ein klassisches Bank-3a-Konto mit 0,5 Prozent Zins f\u00fchrt, verliert pro Jahr drei bis f\u00fcnf Prozent Realrendite gegen\u00fcber einer 80-Prozent-Aktien-Strategie. Der Wechsel ist einer der dankbarsten Schritte, den Berufst\u00e4tige in der Schweiz unternehmen k\u00f6nnen \u2013 und einer, der sich auch im Zusammenspiel mit der <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/\">S\u00e4ule 3a 2026<\/a> und dem aktuellen Maximalbetrag besonders auszahlt. Die App ist das Werkzeug, der Plan ist die Strategie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer 2026 in der Schweiz die dritte S\u00e4ule selber anlegen m\u00f6chte, kommt an den drei grossen Apps kaum vorbei: VIAC, finpension und Frankly haben das klassische Bank-3a-Konto weitgehend abgel\u00f6st und stehen f\u00fcr 80 bis 90 Prozent Aktienquote zu Kosten, die noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen w\u00e4ren. 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