{"id":357,"date":"2026-05-17T21:18:17","date_gmt":"2026-05-17T19:18:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=357"},"modified":"2026-05-17T21:18:17","modified_gmt":"2026-05-17T19:18:17","slug":"saeule-3a-fuer-selbstaendige-bis-20-absetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/saeule-3a-fuer-selbstaendige-bis-20-absetzen\/","title":{"rendered":"S\u00e4ule 3a f\u00fcr Selbst\u00e4ndige: Bis 20 % absetzen"},"content":{"rendered":"<p>Wer in der Schweiz selbst\u00e4ndig erwerbend ist und keiner Pensionskasse angeschlossen ist, geh\u00f6rt zu den wenigen, die mit der S\u00e4ule 3a wirklich grosse Betr\u00e4ge steuerlich absetzen k\u00f6nnen. W\u00e4hrend Angestellte f\u00fcr 2026 maximal 7258 Franken in die \u00abkleine\u00bb 3a einzahlen d\u00fcrfen, gilt f\u00fcr Selbst\u00e4ndige ohne Vorsorgeeinrichtung die Regelung \u00ab20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens, h\u00f6chstens aber 36&#8217;288 Franken pro Jahr\u00bb. Diese L\u00fccke nicht zu nutzen, ist einer der teuersten Fehler im Schweizer Vorsorgesystem.<\/p>\n<h2>Warum die grosse 3a der heimliche Champion ist<\/h2>\n<p>F\u00fcr die meisten Angestellten ist die S\u00e4ule 3a ein netter Steuerabzug. F\u00fcr Selbst\u00e4ndige ohne PK ist sie der Hauptpfeiler der zweiten und dritten S\u00e4ule in einem \u2013 und der einzige Ort, an dem sie ihre Altersvorsorge mit voller steuerlicher Wirkung aufbauen k\u00f6nnen. Bei einem Nettoerwerbseinkommen von 120&#8217;000 Franken sind 24&#8217;000 Franken pro Jahr abzugsf\u00e4hig. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent spart das j\u00e4hrlich rund 7200 Franken Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. \u00dcber zwanzig Jahre kumuliert sind das 144&#8217;000 Franken pure Steuerersparnis \u2013 plus der Zinseszinseffekt im Depot.<\/p>\n<h2>Wer profitiert \u2013 und wer nicht<\/h2>\n<p>Die Voraussetzungen sind klar geregelt. Sie m\u00fcssen bei der AHV als selbst\u00e4ndig erwerbend erfasst sein und d\u00fcrfen nicht obligatorisch oder freiwillig einer Pensionskasse angeschlossen sein. Sobald Sie auch nur eine Teilzeitstelle mit BVG-pflichtigem Einkommen \u00fcber 22&#8217;680 Franken (Eintrittsschwelle 2026) haben, fallen Sie zur\u00fcck in die \u00abkleine\u00bb 3a mit dem tieferen Maximalbetrag. Die zwei Regelungen lassen sich nicht kombinieren \u2013 Sie w\u00e4hlen pro Jahr eine der beiden Maxima.<\/p>\n<p>Selbst\u00e4ndig erwerbend im Sinne der AHV bedeutet: Sie tragen unternehmerisches Risiko, arbeiten in eigenem Namen, verf\u00fcgen \u00fcber mehrere Auftraggeber und tragen Ihre Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge selbst. Reine Honorart\u00e4tigkeiten neben einer Hauptanstellung reichen meist nicht aus \u2013 hier hilft eine Vorabkl\u00e4rung mit der Ausgleichskasse, bevor Sie mit grossen 3a-Einzahlungen planen.<\/p>\n<h2>Konto, Depot oder Versicherung \u2013 die strategische Wahl<\/h2>\n<p>Wer das volle Maximum aussch\u00f6pft, hat ein anderes Renditeproblem als jemand, der nur 7258 Franken einzahlen darf. Bei 36&#8217;288 Franken pro Jahr f\u00e4llt eine 0,5-Prozent-h\u00f6here Rendite \u00fcber 25 Jahre dramatisch ins Gewicht: rund 60&#8217;000 Franken Unterschied im Endverm\u00f6gen. Reines 3a-Sparkonto mit 0,5 Prozent Zins ist deshalb f\u00fcr die meisten suboptimal.<\/p>\n<p>Sinnvoller sind Wertschriftenl\u00f6sungen bei spezialisierten Anbietern wie VIAC, Finpension oder Frankly. Die Total Expense Ratio liegt heute zwischen 0,39 und 0,55 Prozent pro Jahr. Wer den Maximalbetrag nutzt, sollte zudem auf zwei bis drei Konti splitten \u2013 beim Bezug ab 60 lassen sich die Auszahlungen so \u00fcber mehrere Steuerperioden staffeln und die Progression brechen. Wer dieses Thema vertiefen will, findet im Beitrag \u00ab<a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/saule-3a-gestaffelt-beziehen-progression-brechen\/\">S\u00e4ule 3a gestaffelt beziehen: Progression brechen<\/a>\u00bb eine konkrete Anleitung.<\/p>\n<h2>Stolperfallen, die im Alltag teuer werden<\/h2>\n<p>Erstens: Einzahlung nur bis 31. Dezember m\u00f6glich. Anders als bei Pensionskasseneink\u00e4ufen gibt es keine r\u00fcckwirkende M\u00f6glichkeit. Wer im Januar 2027 merkt, dass er f\u00fcr 2026 nichts eingezahlt hat, verliert das Jahr definitiv. Ein Dauerauftrag \u00fcber zw\u00f6lf Monate verteilt sch\u00fctzt zuverl\u00e4ssig vor Vergesslichkeit.<\/p>\n<p>Zweitens: Die Berechnungsgrundlage. \u00ab20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens\u00bb meint das Erwerbseinkommen nach Abzug der AHV-, IV- und EO-Beitr\u00e4ge, aber vor Steuern. Wer den Steuerausweis abwartet und erst dann einzahlt, ist oft zu sp\u00e4t. Eine konservative Sch\u00e4tzung im November mit Spielraum nach unten ist die bessere Praxis.<\/p>\n<p>Drittens: Statuswechsel. Wer mitten im Jahr in eine Anstellung mit PK wechselt, darf f\u00fcr das laufende Jahr noch die grosse 3a beanspruchen, sofern er den \u00fcberwiegenden Teil des Erwerbseinkommens als Selbst\u00e4ndiger erzielte. Im Folgejahr gilt dann die kleine 3a. Eine schriftliche Best\u00e4tigung der Ausgleichskasse ist hier Gold wert, falls die Steuerverwaltung sp\u00e4ter nachfragt.<\/p>\n<h2>Konkreter n\u00e4chster Schritt<\/h2>\n<p>Rechnen Sie ehrlich: Wie viel Nettoerwerbseinkommen erwarten Sie 2026 nach AHV-Abzug? Multiplizieren Sie mit 0,2 und vergleichen Sie das Resultat mit Ihrem bisherigen 3a-Eintrag. Liegt eine L\u00fccke vor, er\u00f6ffnen Sie noch dieses Quartal ein Wertschriftendepot bei einem 3a-Anbieter, richten einen Monatsdauerauftrag ein \u2013 und nutzen die letzten Monate des Jahres, um den Maximalbetrag bis Ende Dezember vollst\u00e4ndig auszusch\u00f6pfen. Das ist keine Anlageberatung, sondern eine simple Mathematik: Wer 20 Prozent Steuersatz hat und das Maximum nicht nutzt, verschenkt jedes Jahr einen vierstelligen Betrag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in der Schweiz selbst\u00e4ndig erwerbend ist und keiner Pensionskasse angeschlossen ist, geh\u00f6rt zu den wenigen, die mit der S\u00e4ule 3a wirklich grosse Betr\u00e4ge steuerlich absetzen k\u00f6nnen. 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