{"id":316,"date":"2026-05-17T20:01:45","date_gmt":"2026-05-17T18:01:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=316"},"modified":"2026-05-17T20:01:45","modified_gmt":"2026-05-17T18:01:45","slug":"geldmarktfonds-schweiz-2026-liquiditaet-mit-rendite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/geldmarktfonds-schweiz-2026-liquiditaet-mit-rendite\/","title":{"rendered":"Geldmarktfonds Schweiz 2026: Liquidit\u00e4t mit Rendite"},"content":{"rendered":"<p>Wer in der Schweiz heute Bargeld parkiert, sieht auf dem Sparkonto oft nur magere 0,5 bis 0,8 Prozent. Die SNB hat den Leitzins zwar 2024 und 2025 in mehreren Schritten gesenkt, doch am kurzen Ende des Geldmarkts sind weiterhin Renditen m\u00f6glich, die deutlich \u00fcber dem klassischen Sparheft liegen. Genau hier setzen Geldmarktfonds an \u2013 und sie verdienen einen festen Platz im Werkzeugkasten f\u00fcr passives Einkommen, auch wenn sie selten im Rampenlicht stehen.<\/p>\n<h2>Was ein CHF-Geldmarktfonds eigentlich tut<\/h2>\n<p>Ein Geldmarktfonds investiert ausschliesslich in kurzfristige Schuldverschreibungen \u2013 Schuldscheine des Bundes, Schweizer Bankobligationen, hochwertige Unternehmenspapiere mit Restlaufzeiten von wenigen Tagen bis maximal einem Jahr. Die Restlaufzeit (Duration) ist meist unter einem halben Jahr. Das Resultat: sehr geringe Kursschwankungen und eine Rendite, die sich praktisch im Gleichschritt mit dem SARON, dem Schweizer Referenzzins, bewegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anlegerinnen und Anleger zwischen 50 und 65 ist das doppelt interessant. Erstens parkiert man Geld, das man in den n\u00e4chsten ein bis drei Jahren ohnehin liquide halten m\u00f6chte \u2013 etwa f\u00fcr eine geplante Renovation, ein neues Auto oder als Notgroschen vor der Pensionierung \u2013 mit besserer Verzinsung als auf dem Bankkonto. Zweitens gibt es keinen Verm\u00f6gensverwalter, der j\u00e4hrlich seine Hand aufh\u00e4lt: Die Verwaltungsgeb\u00fchren (TER) liegen bei den besten Schweizer Produkten unter 0,2 Prozent.<\/p>\n<h2>Die wichtigsten Anbieter in der Schweiz<\/h2>\n<p>Drei Adressen dominieren den Markt f\u00fcr CHF-Geldmarktfonds. Der <strong>Swisscanto (LU) Money Market Fund Responsible CHF<\/strong> ist mit \u00fcber vier Milliarden Franken einer der Schwergewichte. Die TER liegt bei 0,15 Prozent, und der Fonds ist bei praktisch allen Schweizer Banken erh\u00e4ltlich. <strong>UBS ETF CHF Treasury 1-3<\/strong> investiert in Schweizer Bundesanleihen mit Restlaufzeit ein bis drei Jahre \u2013 etwas l\u00e4nger als ein klassischer Geldmarktfonds, daf\u00fcr ETF-handelbar zu sehr engen Spreads. Und der <strong>iShares CHF Cash CHF<\/strong> ist die ETF-Variante f\u00fcr reine Geldmarkt-Exposition mit Tagesf\u00e4lligkeit der Basistitel.<\/p>\n<p>Bei Neo-Brokern wie Swissquote oder Saxo lassen sich diese Produkte ohne Aufschlag handeln. Bei Hausbanken gilt: Auf die hauseigenen Geldmarktfonds achten \u2013 die fallen oft g\u00fcnstiger aus als ETF-Sparpl\u00e4ne mit Courtage.<\/p>\n<h2>Drei typische Einsatzszenarien<\/h2>\n<p>Das <strong>Liquidit\u00e4tspuffer-Modell<\/strong> ersetzt einen Teil des Sparkontos. Wer zum Beispiel CHF 50&#8217;000 als Reserve h\u00e4lt, l\u00e4sst davon CHF 10&#8217;000 auf dem t\u00e4glich verf\u00fcgbaren Konto und legt CHF 40&#8217;000 in einen Geldmarktfonds. Der Verkauf ist meist innerhalb eines Bankarbeitstags m\u00f6glich \u2013 nicht ganz so fl\u00fcssig wie ein Sparkonto, aber f\u00fcr die meisten Zwecke ausreichend.<\/p>\n<p>Das <strong>\u00dcbergangs-Parkplatz-Modell<\/strong> ist klassisch in der Vorpensionierung. Wer einen Pensionskassen-Bezug erwartet oder einen Erbvorbezug zwischenparkt, m\u00f6chte das Geld nicht sofort in Aktien stecken. Ein Geldmarktfonds federt die Wartezeit ab und liefert dabei einen positiven Realertrag, wenn die Teuerung wie aktuell unter einem Prozent liegt.<\/p>\n<p>Das <strong>Rebalancing-Modell<\/strong> dient als \u201etrockenes Pulver&#8220; im Portfolio. Wenn die Aktienquote stark steigt, parkiert man die \u00fcbersch\u00fcssigen Mittel im Geldmarktfonds und kann bei der n\u00e4chsten Marktkorrektur schnell wieder einsteigen, ohne erst ein Sparkonto aufl\u00f6sen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>Steuerlich oft besser als ein Sparkonto<\/h2>\n<p>Die Zinsen aus einem Schweizer Sparkonto sind voll als Verm\u00f6gensertrag steuerbar. Bei Geldmarktfonds wird \u2013 je nach Domizil und Aufbau \u2013 ein Teil der Rendite als Kapitalgewinn realisiert, der f\u00fcr Privatanleger steuerfrei bleibt. Das ist nicht garantiert und h\u00e4ngt vom konkreten Fonds ab, doch ein Blick in das Faktenblatt zu \u201esteuerbarer Ertrag&#8220; lohnt sich. Bei thesaurierenden CHF-Geldmarktfonds liegt der ausgewiesene steuerbare Ertrag oft zehn bis dreissig Prozent tiefer als die effektive Performance.<\/p>\n<p>Bei Fonds mit Domizil Luxemburg wird zudem keine Verrechnungssteuer auf die Ertr\u00e4ge erhoben. Auf einem Schweizer Sparkonto sind es 35 Prozent, die zwar zur\u00fcckgefordert werden k\u00f6nnen, aber bis zur R\u00fcckerstattung mehrere Monate liquidit\u00e4tsm\u00e4ssig blockiert sind.<\/p>\n<h2>Worauf jetzt achten<\/h2>\n<p>Drei Punkte vor dem Einstieg: Erstens das <strong>W\u00e4hrungsrisiko<\/strong> vermeiden. Wer in der Schweiz lebt und in CHF Lebenskosten hat, sollte einen reinen CHF-Geldmarktfonds w\u00e4hlen \u2013 nicht die EUR- oder USD-Variante, auch wenn dort die Rendite h\u00f6her aussieht. Zweitens die <strong>Verwaltungsgeb\u00fchr<\/strong> pr\u00fcfen. Alles \u00fcber 0,3 Prozent TER lohnt sich f\u00fcr ein Geldmarktinstrument nicht. Drittens die <strong>Spread-Disziplin<\/strong> beachten: Beim Kauf und Verkauf an der B\u00f6rse k\u00f6nnen bei kleinen Fonds Spreads von 0,1 bis 0,2 Prozent anfallen. Wer monatlich umschichtet, verbrennt damit die Rendite.<\/p>\n<p>Wer sich grunds\u00e4tzlich mit der Frage besch\u00e4ftigt, welche Anlageinstrumente in der jetzigen Zinslandschaft Sinn ergeben, findet im Artikel <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/\">\u201eKassenobligationen-Leiter: Stabile Zinsen mit System&#8220;<\/a> eine erg\u00e4nzende Strategie f\u00fcr etwas l\u00e4ngere Laufzeiten.<\/p>\n<h2>Fazit: Der untersch\u00e4tzte Baustein<\/h2>\n<p>Ein CHF-Geldmarktfonds ersetzt keine Aktien und keine Immobilien. Er l\u00f6st aber ein konkretes Problem: Liquidit\u00e4t, die mehr arbeitet als auf dem Sparkonto, ohne das Risiko gr\u00f6sserer Kursverluste. F\u00fcr die Lebensphase 50 bis 65, in der die Verm\u00f6gensverwaltung schrittweise defensiver wird, geh\u00f6rt er in jedes Depot. Schau diese Woche nach: Wie viel deines Geldes liegt aktuell auf dem Sparkonto mit weniger als einem Prozent Zins? Davon CHF 10&#8217;000 in einen Geldmarktfonds umgeschichtet bringt \u2013 beim aktuellen Zinsumfeld \u2013 schnell CHF 100 bis 150 zus\u00e4tzliches passives Einkommen pro Jahr. Bei mehr Volumen entsprechend mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in der Schweiz heute Bargeld parkiert, sieht auf dem Sparkonto oft nur magere 0,5 bis 0,8 Prozent. Die SNB hat den Leitzins zwar 2024 und 2025 in mehreren Schritten gesenkt, doch am kurzen Ende des Geldmarkts sind weiterhin Renditen m\u00f6glich, die deutlich \u00fcber dem klassischen Sparheft liegen. 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