{"id":273,"date":"2026-05-17T17:28:32","date_gmt":"2026-05-17T15:28:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=273"},"modified":"2026-05-17T17:28:32","modified_gmt":"2026-05-17T15:28:32","slug":"1e-plan-kader-waehlt-die-anlagestrategie-selbst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/1e-plan-kader-waehlt-die-anlagestrategie-selbst\/","title":{"rendered":"1e-Plan: Kader w\u00e4hlt die Anlagestrategie selbst"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber die S\u00e4ule 3a und den klassischen Pensionskassen-Einkauf schreibt jede Bank, jede Versicherung, jedes Vorsorge-Portal. \u00dcber den <strong>1e-Vorsorgeplan<\/strong> schweigen die meisten \u2013 obwohl er f\u00fcr Berufst\u00e4tige mit Lohnanteilen \u00fcber CHF 136&#8217;080 zu den wirkungsvollsten Vorsorge-Instrumenten der Schweiz geh\u00f6rt. Wer in diesem Segment verdient und die Wahl hat, sollte den Mechanismus verstehen. Hier sind die wichtigsten Punkte f\u00fcr 2026.<\/p>\n<h2>Was ein 1e-Plan eigentlich ist<\/h2>\n<p>Das \u00ab1e\u00bb bezieht sich auf Artikel 1e der BVV2-Verordnung. Inhaltlich geht es um einen <strong>\u00fcberobligatorischen Teil der zweiten S\u00e4ule<\/strong>, der ausschliesslich f\u00fcr Lohnbestandteile zwischen CHF 136&#8217;080 und CHF 907&#8217;200 angewendet werden kann. Der entscheidende Unterschied zur klassischen Pensionskasse: Die versicherte Person <strong>w\u00e4hlt ihre Anlagestrategie selbst<\/strong>. Der Arbeitgeber stellt typischerweise bis zu zehn Anlagestrategien zur Auswahl, mit Aktienanteilen zwischen null und hundert Prozent.<\/p>\n<p>Anders gesagt: Wer im obligatorischen Teil seiner Pensionskasse j\u00e4hrlich von einer Performance-Umverteilung profitiert oder darunter leidet, lebt im 1e-Plan in einem eigenen Topf. <strong>Die Rendite \u2013 positiv wie negativ \u2013 fliesst zu hundert Prozent auf das eigene Konto.<\/strong> Kein Mischzins, keine Quersubventionierung j\u00fcngerer Generationen, keine versteckten Pensionierungsverluste.<\/p>\n<h2>Warum das Modell 2026 an Bedeutung gewinnt<\/h2>\n<p>Drei Entwicklungen treiben das Thema. Erstens: Immer mehr Arbeitgeber f\u00fchren 1e-Pl\u00e4ne ein, weil sie ihre Pensionskasse von langen Verm\u00f6genshorizonten und Aktien-Risiko entlasten m\u00f6chten. Zweitens: Die Anbieter (PensExpert, Swiss Life, finpension, Vontobel, VZ und Helvetia geh\u00f6ren zu den Marktf\u00fchrern) haben Verwaltungsgeb\u00fchren in den letzten Jahren sp\u00fcrbar gesenkt \u2013 ein Vergleich lohnt sich. Drittens: Der Bundesrat hat 2025 eine Botschaft verabschiedet, die den <strong>Transfer von 1e-Guthaben auf Freiz\u00fcgigkeitseinrichtungen<\/strong> beim Stellenwechsel klarer regelt. Wer den Arbeitgeber wechselt und die neue Firma keinen 1e-Plan bietet, kann sein Guthaben k\u00fcnftig leichter weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p>Steuerlich bleibt der Hebel attraktiv: Eink\u00e4ufe in den 1e-Plan reduzieren das steuerbare Einkommen genauso wie regul\u00e4re Pensionskassen-Eink\u00e4ufe. Bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent sind das auf einen Einkauf von CHF 30&#8217;000 sofortige Steuerersparnisse von rund CHF 10&#8217;500 \u2013 plus die sp\u00e4tere Steuerprivilegierung beim Kapitalbezug. Werden mehrere Eink\u00e4ufe \u00fcber vier oder f\u00fcnf Jahre verteilt, bricht man zus\u00e4tzlich die Progression und holt in jedem Jahr den maximalen Grenzsteuer-Vorteil. Wer in einem einzigen Jahr CHF 150&#8217;000 einkauft, l\u00e4sst einen Teil dieses Effekts liegen, weil der Grenzsteuersatz nach unten kippt.<\/p>\n<h2>Wo die T\u00fccken liegen<\/h2>\n<p>Drei Punkte werden in der Beratung gerne kleingeredet. Erstens: das <strong>Marktrisiko<\/strong>. Wer in einem Jahr mit -25 Prozent Aktienperformance in Pension geht, hat keinen Mischzins-Puffer mehr. Die Strategie sollte deshalb in den letzten f\u00fcnf Jahren vor Pensionierung deutlich defensiver werden \u2013 das gleicht dem Glide-Path eines Target-Date-Fonds. Zweitens: die <strong>Kapitalbezugspflicht<\/strong>. Ein Rentenbezug ist im 1e-Plan in der Regel nicht m\u00f6glich; das Guthaben wird zwingend als Kapital ausgezahlt. Wer eine lebenslange Rente sch\u00e4tzt, muss diesen Teil entsprechend einplanen.<\/p>\n<p>Drittens: die <strong>Sperrfrist nach Einkauf<\/strong>. Wie bei jedem Pensionskassen-Einkauf gilt eine Dreijahresfrist, innerhalb derer kein steuerbeg\u00fcnstigter Kapitalbezug erfolgen darf. Wer plant, mit 62 in Pension zu gehen, sollte den letzten Einkauf entsprechend so platzieren, dass er nicht in diese Frist f\u00e4llt. Die Staffelung von Eink\u00e4ufen \u00fcber mehrere Jahre ist meist ohnehin sinnvoll, um die Steuerprogression zu brechen \u2013 das gilt f\u00fcr klassische Pensionskasse und 1e-Plan gleichermassen. Wer die Staffel-Logik in der Pensionskasse vertiefen m\u00f6chte, findet <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=267\">hier eine ausf\u00fchrliche Anleitung dazu<\/a>.<\/p>\n<h2>Konkreter n\u00e4chster Schritt<\/h2>\n<p>Wer einen Lohn \u00fcber CHF 136&#8217;080 bezieht, sollte beim Arbeitgeber drei Fragen kl\u00e4ren: <strong>Existiert ein 1e-Plan? Wenn ja, welche Anlagestrategien stehen zur Auswahl? Und wie hoch sind die Verwaltungsgeb\u00fchren \u2013 inklusive Depotbankgeb\u00fchr und Fondskosten?<\/strong> Eine \u00abTotal Expense Ratio\u00bb von \u00fcber 0.8 Prozent pro Jahr ist 2026 ein Warnzeichen, gute Anbieter liegen bei 0.4 bis 0.6 Prozent.<\/p>\n<p>Falls noch kein 1e-Plan existiert, lohnt sich ein Vorstoss bei HR oder Gesch\u00e4ftsleitung. Das Modell ist f\u00fcr Arbeitgeber risikoarm einzuf\u00fchren, weil das Anlagerisiko auf die Mitarbeitenden \u00fcbergeht. F\u00fcr Mitarbeitende wiederum bedeutet es: planbare Eigenverantwortung statt undurchsichtige Umverteilung. Wer beides verstanden hat, trifft eine bewusste Entscheidung \u2013 statt sich von der Standardstrategie der Pensionskasse durch die Jahrzehnte tragen zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.vermoegenszentrum.ch\/wissen\/1e-plan\">VZ Verm\u00f6gensZentrum \u2013 1e-Plan<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.evaluno.ch\/1e-kadervorsorge-vergleich\">evaluno: 1e-Kadervorsorge Vergleich 2026<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.bsv.admin.ch\/de\/newnsb\/NZ9h87u-f76Z0-h9GGHQb\">BSV: 1e auf Freiz\u00fcgigkeitseinrichtungen \u00fcbertragen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.pwc.ch\/de\/insights\/hr\/neue-vorschriften-vorsorgeplane.html\">PwC: Neue Vorschriften f\u00fcr 1e Vorsorgepl\u00e4ne<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die S\u00e4ule 3a und den klassischen Pensionskassen-Einkauf schreibt jede Bank, jede Versicherung, jedes Vorsorge-Portal. \u00dcber den 1e-Vorsorgeplan schweigen die meisten \u2013 obwohl er f\u00fcr Berufst\u00e4tige mit Lohnanteilen \u00fcber CHF 136&#8217;080 zu den wirkungsvollsten Vorsorge-Instrumenten der Schweiz geh\u00f6rt. 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