{"id":1315,"date":"2026-07-19T18:11:33","date_gmt":"2026-07-19T16:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=1315"},"modified":"2026-07-19T18:11:33","modified_gmt":"2026-07-19T16:11:33","slug":"geschirrspueler-verbrauch-in-ha-sichtbar-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/geschirrspueler-verbrauch-in-ha-sichtbar-machen\/","title":{"rendered":"Geschirrsp\u00fcler-Verbrauch in HA sichtbar machen"},"content":{"rendered":"<p>Ein moderner Geschirrsp\u00fcler mit Home-Connect-Anbindung meldet mehr als nur \u00abfertig\u00bb. \u00dcber die Home-Connect-Integration liefert er in Home Assistant auch, wie viel Strom und Wasser ein Programm zieht \u2013 Werte, die im Alltag unsichtbar bleiben, weil niemand hinter dem Ger\u00e4t ein Messger\u00e4t stehen hat. Wer diese Sensoren nutzt, sieht nicht nur den laufenden Verbrauch, sondern kann Programme gezielt dann starten, wenn der Strom g\u00fcnstig oder die eigene Photovoltaik am Anschlag ist. In diesem Beitrag baue ich aus den vorhandenen Entit\u00e4ten ein sauberes Verbrauchs-Monitoring und eine PV-optimierte Startlogik.<\/p>\n<h2>Die Ausgangslage: welche Sensoren es gibt<\/h2>\n<p>Nach dem Einbinden \u00fcber die Home-Connect-Integration erscheinen unter anderem <code>sensor.geschirrspuler_energieverbrauch<\/code> (in kWh), <code>sensor.geschirrspuler_wasserverbrauch<\/code> (in Litern) und <code>sensor.geschirrspuler_energieprognose<\/code>. Dazu kommen Steuer-Entit\u00e4ten wie <code>binary_sensor.geschirrspuler_fernsteuerung<\/code> (ist die Fernsteuerung aktiv?) und der Schalter f\u00fcr den mobilen Start. Solange kein Programm l\u00e4uft, stehen die Verbrauchssensoren oft auf <code>unknown<\/code> \u2013 das ist normal und kein Fehler. Interessant werden sie, sobald ein Zyklus startet.<\/p>\n<p>Das Problem: Diese Werte sind fl\u00fcchtig. Nach dem Programm verschwinden sie wieder. Um daraus eine echte Statistik zu machen, m\u00fcssen wir sie aufsummieren.<\/p>\n<h2>Verbrauch sauber aufsummieren<\/h2>\n<p>Der <code>utility_meter<\/code> ist daf\u00fcr das richtige Werkzeug. Er nimmt einen kWh-Sensor und bildet Perioden \u2013 etwa Monat und Jahr. So sehen Sie, was der Geschirrsp\u00fcler wirklich kostet, statt einmal grob zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<pre><code>\nutility_meter:\n  geschirrspueler_energie_monat:\n    source: sensor.geschirrspuler_energieverbrauch\n    cycle: monthly\n  geschirrspueler_energie_jahr:\n    source: sensor.geschirrspuler_energieverbrauch\n    cycle: yearly\n<\/code><\/pre>\n<p>F\u00fcr das Wasser lohnt sich derselbe Ansatz mit einem zweiten Utility-Meter auf <code>sensor.geschirrspuler_wasserverbrauch<\/code>. Wie der Utility-Meter im Detail arbeitet, habe ich im Beitrag zu <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/home-connect-in-ha-smart-grid-und-mobiler-start\/\">Home Connect in Home Assistant<\/a> bereits gestreift \u2013 hier ist er der Baustein, der aus Momentwerten eine Bilanz macht.<\/p>\n<h2>Kosten pro Zyklus als Template-Sensor<\/h2>\n<p>Rohe kWh-Zahlen sagen wenig. Ein Template-Sensor rechnet den Stromverbrauch direkt in Franken um \u2013 mit Ihrem Tarif als Faktor:<\/p>\n<pre><code>\ntemplate:\n  - sensor:\n      - name: \"Geschirrsp\u00fcler Kosten Monat\"\n        unit_of_measurement: \"CHF\"\n        state: >\n          {{ (states('sensor.geschirrspueler_energie_monat')\n             | float(0) * 0.29) | round(2) }}\n<\/code><\/pre>\n<p>Der Faktor 0.29 steht hier f\u00fcr 29 Rappen pro Kilowattstunde \u2013 ersetzen Sie ihn durch Ihren tats\u00e4chlichen Arbeitspreis. Wer einen Hoch- und Niedertarif hat, kann zwei Utility-Meter mit <code>tariffs<\/code> f\u00fchren und so den Effekt des Nachtstroms sichtbar machen.<\/p>\n<h2>Den Start auf PV-\u00dcberschuss legen<\/h2>\n<p>Der eigentliche Hebel liegt im Timing. Ein Eco-Programm dauert lange, aber genau das macht es ideal f\u00fcr die Mittagssonne. Wenn das Ger\u00e4t auf Fernsteuerung steht und gen\u00fcgend PV-\u00dcberschuss vorhanden ist, kann Home Assistant den mobilen Start ausl\u00f6sen:<\/p>\n<pre><code>\nautomation:\n  - alias: \"Geschirrsp\u00fcler bei PV-\u00dcberschuss starten\"\n    trigger:\n      - trigger: numeric_state\n        entity_id: sensor.pv_ueberschuss_watt\n        above: 1200\n        for: \"00:05:00\"\n    condition:\n      - condition: state\n        entity_id: binary_sensor.geschirrspuler_fernsteuerung\n        state: \"on\"\n    action:\n      - action: switch.turn_on\n        target:\n          entity_id: switch.geschirrspuler_stromversorgung\n<\/code><\/pre>\n<p>Wichtig ist die Bedingung <code>for: \"00:05:00\"<\/code>: Sie verhindert, dass eine kurze Wolkenl\u00fccke den Start ausl\u00f6st. Und die Fernsteuerung muss am Ger\u00e4t selbst freigegeben sein \u2013 aus Sicherheitsgr\u00fcnden l\u00e4sst Home Connect keinen Kaltstart ohne diese Freigabe zu.<\/p>\n<h2>Verbrauch als Fr\u00fchwarnsystem<\/h2>\n<p>Ein Nebeneffekt lohnt die M\u00fche besonders: Steigt der durchschnittliche Energie- oder Wasserverbrauch pro Zyklus \u00fcber Wochen langsam an, ist das oft ein Hinweis auf ein verkalktes Sieb, einen zugesetzten Filter oder ersch\u00f6pften Enth\u00e4rter. Wer die Monatswerte im Verlaufsdiagramm sieht, erkennt solche Trends, bevor das Geschirr streifig aus der Maschine kommt. Legen Sie dazu die beiden Utility-Meter zusammen mit dem Kosten-Sensor auf ein kleines Dashboard \u2013 eine <code>history-graph<\/code>&#8211; oder <code>statistics-graph<\/code>-Karte gen\u00fcgt. Erg\u00e4nzend kann eine Automation eine Benachrichtigung schicken, sobald ein Zyklus deutlich mehr Strom zieht als der gleitende Durchschnitt der letzten L\u00e4ufe. So wird aus dem reinen Z\u00e4hler ein bescheidenes Wartungs-Fr\u00fchwarnsystem, ohne dass zus\u00e4tzliche Hardware n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Auch der reine Wasserwert ist aufschlussreich: Moderne Eco-Programme brauchen oft nur rund zehn Liter pro Durchgang. Weicht Ihr Ger\u00e4t stark davon ab, lohnt der Blick auf Beladung und Programmwahl \u2013 Handsp\u00fclen verbraucht in der Regel ein Vielfaches.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Aus drei bisher unsichtbaren Sensoren wird so ein kleines Energie-Cockpit: Der Utility-Meter zeigt den Monats- und Jahresverbrauch, ein Template-Sensor \u00fcbersetzt ihn in Franken, und eine schlanke Automation verschiebt den Start in die g\u00fcnstigste Stunde des Tages. Der Aufwand liegt bei einer Viertelstunde YAML, der Nutzen bleibt dauerhaft. Wer mehrere Ger\u00e4te hat, kopiert das Muster einfach f\u00fcr Backofen und Waschmaschine \u2013 und sieht am Monatsende zum ersten Mal schwarz auf weiss, welches Ger\u00e4t im Haushalt wirklich Strom frisst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein moderner Geschirrsp\u00fcler mit Home-Connect-Anbindung meldet mehr als nur \u00abfertig\u00bb. \u00dcber die Home-Connect-Integration liefert er in Home Assistant auch, wie viel Strom und Wasser ein Programm zieht \u2013 Werte, die im Alltag unsichtbar bleiben, weil niemand hinter dem Ger\u00e4t ein Messger\u00e4t stehen hat. 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