{"id":1314,"date":"2026-07-19T18:11:33","date_gmt":"2026-07-19T16:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=1314"},"modified":"2026-07-19T18:11:33","modified_gmt":"2026-07-19T16:11:33","slug":"3a-oder-pk-einkauf-was-zuerst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/3a-oder-pk-einkauf-was-zuerst\/","title":{"rendered":"3a oder PK-Einkauf: Was zuerst?"},"content":{"rendered":"<p>Wer am Jahresende noch Luft im Budget hat und etwas f\u00fcrs Alter und die Steuern tun will, steht oft vor derselben Frage: Fliesst das Geld besser in die S\u00e4ule 3a oder in einen freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse? Beide Wege senken das steuerbare Einkommen, beide st\u00e4rken die Vorsorge \u2013 doch sie funktionieren unterschiedlich. Die gute Nachricht: F\u00fcr die meisten Berufst\u00e4tigen gibt es eine klare Faustregel, und ab 2026 kommt bei der Entscheidung ein zus\u00e4tzlicher Aspekt ins Spiel.<\/p>\n<h2>Warum die Reihenfolge \u00fcberhaupt z\u00e4hlt<\/h2>\n<p>Steuerlich wirken beide Einzahlungen \u00e4hnlich: Der einbezahlte Betrag darf vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent bringt eine Einzahlung von 7&#8217;000 Franken also gut 2&#8217;000 Franken weniger Steuern. So weit sind 3a und PK-Einkauf ebenb\u00fcrtig. Wer \u00fcber mehrere Jahre einzahlt, spart entsprechend mehrfach \u2013 der Effekt summiert sich \u00fcber ein Erwerbsleben zu einem beachtlichen Betrag.<\/p>\n<p>Der Unterschied liegt in der Flexibilit\u00e4t und in der Verf\u00fcgbarkeit. Das 3a-Guthaben geh\u00f6rt Ihnen pers\u00f6nlich, Sie w\u00e4hlen Anbieter und Anlagestrategie selbst und k\u00f6nnen bei der Auszahlung mit gestaffeltem Bezug die Steuerprogression brechen. Ein PK-Einkauf dagegen fliesst in das kollektive Vorsorgewerk: Verzinsung, Umwandlungssatz und Reglement bestimmen andere. Daf\u00fcr ist das Einkaufspotenzial oft deutlich gr\u00f6sser als der j\u00e4hrliche 3a-Deckel.<\/p>\n<h2>Die Faustregel: erst 3a aussch\u00f6pfen<\/h2>\n<p>F\u00fcr Angestellte lautet die verbreitete Empfehlung, zuerst den Maximalbetrag der S\u00e4ule 3a auszusch\u00f6pfen und erst danach \u00fcber freiwillige Eink\u00e4ufe in die Pensionskasse nachzudenken. Der Grund ist die gr\u00f6ssere Flexibilit\u00e4t der dritten S\u00e4ule \u2013 etwa bei der Beg\u00fcnstigung im Todesfall oder bei der Wahl der Anlage. In der 3a lassen sich je nach Anbieter bis zu rund 97 Prozent des Guthabens in Aktien investieren, und die Strategie kann jederzeit angepasst werden.<\/p>\n<p>Der Maximalbetrag f\u00fcr 2026 liegt bei 7&#8217;258 Franken f\u00fcr alle, die einer Pensionskasse angeschlossen sind. Selbst\u00e4ndige ohne zweite S\u00e4ule d\u00fcrfen 20 Prozent des Erwerbseinkommens einzahlen, h\u00f6chstens aber 36&#8217;288 Franken. Wer diesen Rahmen ausnutzt und danach noch Mittel \u00fcbrig hat, f\u00fcr den wird der PK-Einkauf zum n\u00e4chsten sinnvollen Baustein \u2013 gerade weil dort deutlich gr\u00f6ssere Summen Platz finden.<\/p>\n<h2>Wann der Einkauf trotzdem zuerst kommt<\/h2>\n<p>Die Faustregel hat eine wichtige Ausnahme: die Jahre kurz vor der Pensionierung. Ein PK-Einkauf entfaltet seinen Steuervorteil sofort, das Kapital ist aber mit einer dreij\u00e4hrigen Sperrfrist belegt \u2013 innerhalb von drei Jahren nach einem Einkauf darf das Vorsorgeguthaben nicht als Kapital bezogen werden, sonst kippt die Steuerbeh\u00f6rde den Abzug. Wer also mit 60 oder 62 noch gr\u00f6ssere Eink\u00e4ufe plant und das Kapital beziehen m\u00f6chte, sollte diese fr\u00fch genug t\u00e4tigen. Die Details dazu stehen im Beitrag zu <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/bvg-einkauf-die-3-jahres-sperrfrist-verstehen\/\">der 3-Jahres-Sperrfrist beim BVG-Einkauf<\/a>. In den letzten Jahren vor dem Ruhestand dreht sich die Reihenfolge deshalb h\u00e4ufig um: erst die Eink\u00e4ufe staffeln, dann die 3a.<\/p>\n<h2>Neu ab 2026: die Frage nach Rente oder Kapital<\/h2>\n<p>Ab 2026 r\u00fcckt bei der Entscheidung ein weiterer Punkt in den Vordergrund. Neu sind auch nachtr\u00e4gliche Einzahlungen in die S\u00e4ule 3a m\u00f6glich \u2013 verpasste Beitr\u00e4ge lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen nachholen. Damit stellt sich st\u00e4rker als fr\u00fcher die Frage, ob zus\u00e4tzliches Vorsorgegeld sp\u00e4ter als Kapital oder als Rente genutzt werden soll. Ein PK-Einkauf verbessert in der Regel die lebenslange Rente, w\u00e4hrend 3a-Guthaben klassisch als Kapital bezogen wird. Wer eine planbare Monatsrente sucht, gewichtet den Einkauf h\u00f6her; wer Flexibilit\u00e4t und Vererbbarkeit sch\u00e4tzt, die 3a. Beide Ziele lassen sich auch kombinieren.<\/p>\n<h2>Der konkrete n\u00e4chste Schritt<\/h2>\n<p>Pr\u00fcfen Sie zuerst zwei Zahlen: Wie viel fehlt Ihnen dieses Jahr noch bis zum 3a-Maximum von 7&#8217;258 Franken, und wie hoch ist Ihr m\u00f6gliches Einkaufspotenzial in der Pensionskasse? Letzteres steht auf dem Pensionskassenausweis oder l\u00e4sst sich bei der Kasse anfordern. Sind Sie mehr als drei Jahre von der Pensionierung entfernt, f\u00fcllen Sie erst die 3a und richten den Rest auf einen Einkauf. Stehen Sie kurz vor dem Ruhestand, kehren Sie die Reihenfolge um und staffeln die Eink\u00e4ufe \u00fcber mehrere Jahre. So nutzen Sie den Steuerabzug, ohne die Sperrfrist zu verletzen \u2013 und treffen eine Entscheidung, die zu Ihrem Zeithorizont passt.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Vorsorge- oder Steuerberatung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer am Jahresende noch Luft im Budget hat und etwas f\u00fcrs Alter und die Steuern tun will, steht oft vor derselben Frage: Fliesst das Geld besser in die S\u00e4ule 3a oder in einen freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse? Beide Wege senken das steuerbare Einkommen, beide st\u00e4rken die Vorsorge \u2013 doch sie funktionieren unterschiedlich. 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