{"id":1140,"date":"2026-07-02T06:45:38","date_gmt":"2026-07-02T04:45:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/?p=1140"},"modified":"2026-07-02T06:45:38","modified_gmt":"2026-07-02T04:45:38","slug":"zeckenstich-richtig-entfernen-fsme-und-borreliose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/zeckenstich-richtig-entfernen-fsme-und-borreliose\/","title":{"rendered":"Zeckenstich richtig entfernen \u2013 FSME und Borreliose"},"content":{"rendered":"<p>Der Sommer 2026 ist Zeckensaison, und die kleinen Blutsauger sind in der Schweiz so verbreitet wie nie. Wer im Gras liegt, durch Unterholz streift oder mit dem Hund spazieren geht, kann einen Zeckenstich kaum vermeiden. Die gute Nachricht: Die meisten Stiche bleiben folgenlos. Die schlechte: Zecken k\u00f6nnen Krankheiten \u00fcbertragen, und beim Entfernen werden viele Fehler gemacht. Ein k\u00fchler Kopf, eine gute Pinzette und etwas Wissen aus der Apotheke helfen, das Risiko klein zu halten.<\/p>\n<h2>Die Zecke schnell und richtig entfernen<\/h2>\n<p>Entscheidend ist Tempo und Technik. Greifen Sie die Zecke mit einer feinen Pinzette oder einer Zeckenkarte m\u00f6glichst hautnah am Kopf \u2013 nicht am vollgesogenen K\u00f6rper \u2013 und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Kein Drehen, kein Quetschen: Dr\u00fcckt man den K\u00f6rper, kann die Zecke ihren Speichel und damit Erreger in die Wunde pressen. Vergessen Sie alle Hausmittel, die noch herumgeistern \u2013 \u00d6l, Klebstoff, Nagellack oder das Verbrennen mit einem Streichholz reizen das Tier nur und erh\u00f6hen das \u00dcbertragungsrisiko.<\/p>\n<p>Bleibt ein kleiner Rest des Stechapparats in der Haut, ist das meist unkritisch; der K\u00f6rper st\u00f6sst ihn in der Regel von selbst ab. Danach die Stelle desinfizieren und \u2013 das ist wichtig \u2013 den Tag des Stichs notieren. Eine Apotheke h\u00e4lt die passende Zeckenpinzette, Karten und Desinfektionsmittel bereit und zeigt die richtige Technik auch gleich vor.<\/p>\n<h2>FSME: Schutz durch Impfung<\/h2>\n<p>Zecken k\u00f6nnen das FSME-Virus \u00fcbertragen, das eine Hirnhautentz\u00fcndung ausl\u00f6sen kann. Laut Bundesamt f\u00fcr Gesundheit gilt inzwischen die ganze Schweiz mit Ausnahme des Kantons Tessin als FSME-Risikogebiet \u2013 die betroffenen Gebiete haben sich in den letzten Jahren ausgeweitet. Gegen FSME gibt es eine sichere und gut wirksame Impfung, die das BAG allen Personen ab etwa drei Jahren empfiehlt, die sich in Risikogebieten gegen\u00fcber Zecken exponieren.<\/p>\n<p>Erfreulich f\u00fcr 2026: Die obligatorische Krankenpflegeversicherung \u00fcbernimmt die Kosten der FSME-Impfung f\u00fcr Personen ab drei Jahren, die in einem Risikogebiet leben oder sich dort aufhalten \u2013 und seit diesem Jahr wird auf Impfungen keine Franchise mehr erhoben, einzig der Selbstbehalt von zehn Prozent bleibt. Viele Apotheken impfen mittlerweile selbst und beraten zum Impfschema, das aus mehreren Dosen besteht und am besten ausserhalb der Hochsaison begonnen wird.<\/p>\n<h2>Borreliose: keine Impfung, aber gut behandelbar<\/h2>\n<p>Neben FSME \u00fcbertragen Zecken vor allem die Lyme-Borreliose \u2013 eine bakterielle Infektion, die in der ganzen Schweiz vorkommt, auch im Tessin. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Das BAG sch\u00e4tzt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nach einem Stich in einem Endemiegebiet auf rund f\u00fcnf Prozent f\u00fcr Borreliose und etwa zwei Prozent f\u00fcr FSME \u2013 die meisten Stiche bleiben also ohne Folgen.<\/p>\n<p>Das wichtigste Warnzeichen ist die sogenannte Wanderr\u00f6te: ein ringf\u00f6rmiger, sich langsam ausbreitender roter Fleck rund um die Einstichstelle, der Tage bis Wochen nach dem Stich auftauchen kann. Wer eine solche R\u00f6tung bemerkt, sollte \u00e4rztlichen Rat suchen \u2013 im Fr\u00fchstadium l\u00e4sst sich Borreliose mit Antibiotika sehr gut behandeln. Deshalb lohnt es sich, die Einstichstelle einige Wochen im Auge zu behalten, gerade weil man den genauen Stichtag notiert hat.<\/p>\n<h2>Vorbeugen statt entfernen<\/h2>\n<p>Am besten ist der Stich, der gar nicht passiert. Geschlossene, helle Kleidung l\u00e4sst Zecken leichter erkennen, lange Hosen in die Socken gesteckt erschweren ihnen den Zugang. Hautschutzmittel mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin und Insektizide f\u00fcr die Kleidung halten Zecken zus\u00e4tzlich ab. Nach jedem Aufenthalt im Gr\u00fcnen empfiehlt sich ein gr\u00fcndliches Absuchen des K\u00f6rpers \u2013 besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz und bei Kindern der Kopf. Je schneller eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer das \u00dcbertragungsrisiko. Welche weiteren Mittel gegen Stiche und Juckreiz in die Hausapotheke geh\u00f6ren, fasst der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.coremind.ch\/wordpress\/insektenstiche-was-die-apotheke-wirklich-hilft\/\">Insektenstiche: Was die Apotheke wirklich hilft<\/a> zusammen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Zeckenstiche geh\u00f6ren zum Schweizer Sommer, sind aber gut beherrschbar: schnell und korrekt mit der Pinzette entfernen, den Stichtag notieren, die Stelle beobachten und bei Wanderr\u00f6te zum Arzt. Wer sich oft im Gr\u00fcnen aufh\u00e4lt, sollte den FSME-Impfschutz pr\u00fcfen \u2013 die Apotheke ber\u00e4t dazu kompetent. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung, sondern soll helfen, im Ernstfall ruhig und richtig zu handeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sommer 2026 ist Zeckensaison, und die kleinen Blutsauger sind in der Schweiz so verbreitet wie nie. Wer im Gras liegt, durch Unterholz streift oder mit dem Hund spazieren geht, kann einen Zeckenstich kaum vermeiden. Die gute Nachricht: Die meisten Stiche bleiben folgenlos. 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