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Säule 3a 2026: Der Maximalbetrag, die Januar-Regel und der Trick mit den Nachzahlungen

Wer 2026 in der Schweiz vorsorgt, hat ein Werkzeug mehr in der Hand. Erstmals erlaubt der Gesetzgeber, verpasste Säule-3a-Beiträge bis zu zehn Jahre rückwirkend nachzuzahlen. Klingt nach einer dieser bürokratischen Neuigkeiten, die nur Steuerberater interessieren? Im Gegenteil – wer den Mechanismus versteht, kann über die nächsten Jahre fünfstellige Beträge an Steuern sparen und gleichzeitig eine deutlich grössere Altersvorsorge aufbauen. Hier sind die Fakten 2026, ohne Marketing-Sprech.

Der Maximalbetrag 2026 – kurz und konkret

Der jährliche Höchstbeitrag in die Säule 3a beträgt 2026 für Erwerbstätige mit Pensionskassenanschluss CHF 7’258. Wer als Selbständigerwerbender ohne BVG einzahlt, darf bis zu 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens, maximal aber CHF 36’288, einzahlen. Diese Zahlen sind die einzigen, die du dieses Jahr wirklich auswendig kennen solltest – jeder einbezahlte Franken reduziert dein steuerbares Einkommen unmittelbar.

Wie viel das konkret bringt? Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent – realistisch für die meisten Doppelverdienerhaushalte in Zürich, Bern oder Genf – spart eine Vollzahlung von CHF 7’258 rund CHF 2’177 Steuern. Pro Jahr. Über zwanzig Berufsjahre summiert sich das auf über CHF 43’000, die der Staat nicht bekommt, sondern dein Pensionsalter verschönert.

Die neue Nachzahlungs-Regel: Worum es wirklich geht

Ab 1. Januar 2026 dürfen vergessene oder ausgelassene Beitragsjahre der letzten zehn Jahre nachgezahlt werden. Aber Achtung – und das übersehen viele Artikel: Die Regelung gilt erst für Beitragsjahre ab 2025. Wer also 2018 nichts einzahlte, kann das auch 2026 nicht nachholen. Das erste nachzahlbare Jahr ist 2025. Realistisch heisst das: 2026 lassen sich höchstens die 2025er Lücke und die 2026er laufende Einzahlung schliessen – ein Doppelpack also.

Zwei wichtige Voraussetzungen muss man erfüllen, sonst funktioniert die Nachzahlung nicht:

Erstens braucht es im fraglichen Lückenjahr ein Erwerbseinkommen, das AHV-pflichtig war. Wer 2025 ein Sabbatical machte oder im Ausland arbeitete, kann diese Jahre nicht nachzahlen. Zweitens muss der volle Maximalbeitrag des laufenden Jahres bereits geleistet sein, bevor eine Nachzahlung erfolgen darf. Wer 2026 nur CHF 4’000 einzahlt und gleichzeitig nachzahlen will, wird abgewiesen – zuerst die CHF 7’258 fürs laufende Jahr, dann erst der Lückenschluss.

Pro Fehljahr kann übrigens nur einmal nachgezahlt werden. Wer also für 2025 nur CHF 3’000 nachzahlt, kann den Rest später nicht mehr aufstocken. Genau planen lohnt sich.

Die Januar-Regel: Der einfachste Renditebooster überhaupt

Ein Detail, das fast nirgends erwähnt wird, kann über zwanzig Jahre zehntausende Franken ausmachen: der Einzahlungszeitpunkt. Wer den 3a-Beitrag jeweils im Januar statt im Dezember einzahlt, gewinnt elf Monate zusätzliche Markt-Exposition pro Jahr. Bei 5 Prozent angenommener langfristiger Rendite und 20 Berufsjahren ergibt das einen Mehrertrag von rund CHF 15’000 – nur weil man die Überweisung elf Monate vorzieht. Kein Anlageprodukt der Welt liefert eine vergleichbar zuverlässige Mehrrendite ohne Zusatzrisiko.

Wer die Liquidität nicht hat, kann den Betrag auch in zwölf Monatsraten via Dauerauftrag splitten – das ist immer noch deutlich besser als der Dezember-Endspurt, den die meisten Schweizer Haushalte tatsächlich praktizieren.

Strategisches Staffeln: Mehrere 3a-Konten lohnen sich

Beim Bezug der Säule 3a wird der ausbezahlte Betrag separat vom übrigen Einkommen besteuert – aber progressiv. Wer alles auf einem Konto hat und mit 64 oder 65 plötzlich CHF 300’000 bezieht, zahlt deutlich mehr Steuern als jemand, der die Summe auf drei oder vier 3a-Konten verteilt und über mehrere Jahre gestaffelt bezieht. Faustregel: pro CHF 50’000 Vorsorgekapital ein separates Konto, maximal fünf Konten, und der Bezug verteilt über die letzten fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung. Auch hier gilt: rechtzeitig handeln – neue Konten lassen sich nicht im Bezugsjahr eröffnen.

Bei der Wahl der Anlagestrategie hat sich der Markt in den letzten Jahren fundamental verändert. Digitale Anbieter wie Finpension, Viac oder True Wealth ermöglichen heute Aktienquoten bis 99 Prozent bei Gesamtkosten oft unter 0,5 Prozent jährlich. Klassische Banken-3a-Lösungen mit 1,2 Prozent TER und 25 Prozent Aktienquote sind über 30 Jahre schlicht ein teurer Anachronismus.

Dein konkreter nächster Schritt

Setze dich zehn Minuten hin und prüfe drei Dinge: Hast du den 3a-Beitrag 2026 bereits voll einbezahlt? Hattest du 2025 ein Erwerbseinkommen und eine Beitragslücke? Wie hoch sind deine aktuellen 3a-Gebühren? Wer eine oder mehrere dieser Fragen mit «Ja» beziehungsweise einem zu hohen Prozentsatz beantwortet, sollte diese Woche aktiv werden. Die Mehrrendite eines optimierten 3a-Sparens schlägt fast jede aufwendige Anlagestrategie – und ist erst noch garantiert.

Quellen: Zurich Schweiz, UBS Schweiz, ZKB Vorsorge-Blog, Raiffeisen

Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar. Für deine persönliche Situation lohnt sich das Gespräch mit einer unabhängigen Vorsorgespezialistin oder einem Vorsorgespezialisten.

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