Home Assistant

Raspiaudio Muse Luxe: Voice-Satellit für 50 Franken

Wer einen Sprachassistenten in jedem Zimmer möchte, ist mit einer Home Assistant Voice Preview Edition für 60 Franken pro Gerät schnell bei einer ansehnlichen Investition. Es geht günstiger: Der Raspiaudio Muse Luxe ist ein kompakter ESP32-basierter Lautsprecher, der mit der ESPHome-Voice-Assist-Firmware in wenigen Minuten zum vollwertigen Assist-Satelliten wird. In meinem Setup läuft er als assist_satellite.raspiaudio_muse_luxe_assist_satellit und übernimmt die Sprachsteuerung in einem Nebenraum, wo ein dediziertes Mikrofon übertrieben wäre.

Warum überhaupt ein zweiter Satellit

Mein primäres Voice-Setup basiert auf der HA Voice Preview Edition im Büro – mit Dual Wake-Word und OpenAI-Pipeline. Doch in der Werkstatt unter dem Dach reicht ein simpler Befehlskanal: «Licht an», «Heizung höher», «Roborock im Wohnzimmer starten». Der Muse Luxe kostet bei Raspiaudio direkt 49 Euro, hat ein integriertes Mikrofon, einen brauchbaren 3-Watt-Lautsprecher, Akku mit USB-C-Ladung, drei Hardware-Buttons (binary_sensor.muse_luxe_volume_up/down/mute) und ein RGB-LED-Ring. Mehr braucht ein Voice-Satellit für 90 Prozent der Alltagskommandos nicht.

Der entscheidende Vorteil gegenüber Amazon Echo, Google Nest oder Apple HomePod: Die Spracherkennung läuft vollständig lokal über den Whisper-Endpoint auf der HA-Instanz. Keine Cloud-Latenz, keine Audio-Streams in fremde Rechenzentren, kein zwingender Account. Wer auf Datenschutz Wert legt, hat hier ein konsistentes Setup.

Setup in vier Schritten

Der Muse Luxe wird ab Werk mit MicroPython geliefert – für Home Assistant Voice braucht es eine ESPHome-Firmware. Raspiaudio stellt seit Anfang 2025 ein offizielles Voice-Assist-Image bereit, das mit dem Web-Tool ESPHome Web Flasher im Browser direkt geflasht wird. Der Ablauf:


# Auszug aus muse-luxe-voice.yaml
substitutions:
  name: muse-luxe-werkstatt
  friendly_name: "Werkstatt Voice"

esphome:
  name: ${name}
  friendly_name: ${friendly_name}

esp32:
  board: esp32dev
  framework:
    type: esp-idf

wifi:
  ssid: !secret wifi_ssid
  password: !secret wifi_password

api:
  encryption:
    key: !secret api_key

i2s_audio:
  - id: i2s_in
    i2s_lrclk_pin: GPIO25
    i2s_bclk_pin: GPIO5

microphone:
  - platform: i2s_audio
    id: muse_mic
    adc_type: external
    i2s_din_pin: GPIO35
    pdm: false

voice_assistant:
  microphone: muse_mic
  noise_suppression_level: 2
  auto_gain: 31dBFS
  volume_multiplier: 2.0
  vad_threshold: 3


Nach dem Flashen erscheint das Gerät in HA unter «Geräte und Dienste» mit dem Auto-Discovery-Eintrag. Die ESPHome-Integration übernimmt den Rest. Anschliessend wird unter Einstellungen → Voice-Assistenten der Muse Luxe als Satellit der gewünschten Pipeline zugewiesen – idealerweise eine separate Pipeline mit kleineren Modellen, damit die Latenz unter zwei Sekunden bleibt.

Drei Automationen, die den Satelliten erst nützlich machen

Erstens: LED-Ring als Status-Anzeige. Standardmässig leuchtet der Ring nur bei aktivem Wake-Word. Sinnvoller ist eine Farbcodierung – Grün für Standby, Blau bei aktivem Listening, Gelb bei Verarbeitung, Rot bei Fehler. Das macht den Status auf einen Blick lesbar.

Zweitens: Volume-Buttons als Lokal-Override. Die drei physischen Tasten (binary_sensor.muse_luxe_mute, _volume_up, _volume_down) sind in ESPHome konfigurierbar, aber in HA als Trigger nutzbar. Bei mir schaltet muse_luxe_mute die Werkstatt-Beleuchtung an oder aus – schneller als jedes Voice-Kommando, wenn die Hände schmutzig sind.

Drittens: Notification-Klang bei Wäschefertig. Da ohnehin ein Lautsprecher vorhanden ist, dient er parallel als Notifier. Über media_player.muse_luxe (sobald die Media-Player-Komponente in ESPHome aktiviert ist) spielen Sounds vom HA-Webserver – das löst den Bedarf nach separaten Echo Dots oder Sonos für Notifications. Ein Beispiel-Script script.muse_luxe_notify_done triggert nach einer Waschmaschinen-Vibrations-Erkennung ein zweisekündiges Glöckchen.

Grenzen ehrlich benennen

Der Muse Luxe ist kein vollwertiger Music-Player und kein Echo-Killer. Die Audioqualität reicht für Sprachausgabe und kurze Notifications, nicht für Musik – das Stereo-Bild fehlt, der Bass ist dünn. Wake-Word-Erkennung funktioniert in ruhigen Räumen exzellent, in lauter Umgebung (Werkstatt mit laufender Bandsäge) erwartungsgemäss schlechter. Wer in jedem Zimmer denselben Komfort wie mit einem HomePod will, muss zur HA Voice Preview oder zu Atom Echo greifen. Für ergänzende Satelliten an Orten mit geringer Beanspruchung ist der Muse Luxe das beste Preis-Leistungs-Gerät am Markt – passend zum bereits etablierten Dual Wake-Word-Setup für HA Voice, wo die Architektur der Voice-Pipeline detaillierter erläutert ist.

Fazit

Für 50 Franken ergänzt der Raspiaudio Muse Luxe ein bestehendes HA-Voice-Setup um einen vollwertigen lokalen Sprach-Satelliten – inklusive Mikrofon, Lautsprecher, Status-LED und physischen Buttons. Die ESPHome-Konfiguration ist überschaubar, das Auto-Discovery sauber, die Latenz bei lokalem Whisper-Endpoint angenehm tief. Wer noch keinen lokalen Voice-Assistant betreibt, sollte mit der Voice Preview Edition starten – wer skalieren will, kommt am Muse Luxe nicht vorbei.

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