Apotheke

Ohrenschmerzen beim Fliegen: Hilfe aus der Apotheke

Es ist Hochsaison am Flughafen Zürich, und wer in den Ferienflieger steigt, kennt vielleicht das unangenehme Gefühl: Beim Sinkflug drückt es plötzlich im Ohr, die Umgebung klingt dumpf, und im schlimmsten Fall wird der Druck zu einem stechenden Schmerz. Das sogenannte Barotrauma des Ohrs ist eine der häufigsten Reisebeschwerden – und in den meisten Fällen gut vermeidbar. Die Apotheke ist die richtige erste Anlaufstelle, um sich vor dem Abflug zu wappnen, gerade wenn Erkältung oder Heuschnupfen die Nase ohnehin schon verstopfen.

Warum es im Ohr drückt

Hinter dem Trommelfell liegt das Mittelohr, das über die sogenannte Ohrtrompete mit dem Rachen verbunden ist. Diese feine Röhre sorgt normalerweise dafür, dass sich der Druck beidseits des Trommelfells ausgleicht. Beim Start sinkt der Kabinendruck, beim Landeanflug steigt er wieder – und zwar schneller, als die Ohrtrompete manchmal nachkommt. Ist sie durch einen Schnupfen, eine Nebenhöhlenentzündung oder eine Allergie geschwollen, gelingt der Ausgleich schlecht. Das Trommelfell wölbt sich, und genau das schmerzt. Besonders betroffen sind Menschen mit Erkältung sowie kleine Kinder, deren Ohrtrompete noch enger ist.

Vorbeugen beginnt vor dem Abflug

Der wirksamste Schutz setzt an der Nase an. Ein abschwellendes Nasenspray, rund eine halbe Stunde vor dem Sinkflug angewendet, hält die Schleimhäute frei und erleichtert den Druckausgleich. In der Apotheke erhalten Sie solche Sprays rezeptfrei; lassen Sie sich zur richtigen Anwendung beraten, denn diese Sprays eignen sich nur für die kurze Reisedauer und nicht für den Dauergebrauch. Bei allergischem Schnupfen kann zusätzlich ein Antihistaminikum sinnvoll sein. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Nicht erst, wenn der Druck bereits schmerzt, sondern rechtzeitig vor dem Landeanflug, denn abschwellende Wirkstoffe brauchen einige Minuten, bis sie greifen.

Ebenfalls bewährt haben sich spezielle Druckausgleich-Ohrstöpsel, die den Druckwechsel verlangsamen und ihm so Zeit zum Ausgleich geben. Für Vielflieger mit empfindlichen Ohren sind sie eine kleine, günstige Investition. Wer zu Reiseübelkeit oder anderen typischen Flugbeschwerden neigt, findet weitere Tipps im Beitrag Reise-Apotheke 2026: Was wirklich rein muss.

Was während des Flugs hilft

Der klassische Trick funktioniert erstaunlich gut: schlucken, gähnen oder kauen. Jede dieser Bewegungen öffnet die Ohrtrompete kurz und lässt Luft durch. Deshalb ist ein Kaugummi im Landeanflug mehr als eine Angewohnheit – er ist aktive Prophylaxe. Hilft das nicht, kann das Valsalva-Manöver den Druck ausgleichen: Nase zuhalten, Mund schliessen und vorsichtig, nicht mit Gewalt, Luft in die Nase pressen, bis es leicht «knackt».

Für Kinder gelten sanftere Methoden. Ein Säugling sollte bei Start und Landung an der Brust, am Schoppen oder am Nuggi saugen; grössere Kinder können trinken oder kauen. Wecken Sie ein schlafendes Kind ruhig für den Sinkflug – im Schlaf schluckt es seltener, und der Druck baut sich unbemerkt auf.

Wann die Apotheke an ihre Grenzen kommt

In den allermeisten Fällen verschwindet der Druck kurz nach der Landung von selbst. Halten die Ohrenschmerzen aber über Stunden an, kommt ein dumpfes Hörgefühl dazu oder tritt gar Flüssigkeit oder Blut aus dem Ohr aus, gehört das ärztlich abgeklärt – dann könnte das Trommelfell in Mitleidenschaft gezogen sein. Auch anhaltender Schwindel, starker Schmerz oder Fieber sind ein Grund, nicht länger zuzuwarten. Wer unter einer akuten Mittelohrentzündung leidet, sollte einen Flug wenn möglich verschieben und vorher Rücksprache halten.

Das Apothekenteam hilft Ihnen, das passende Nasenspray auszuwählen, die Anwendung richtig zu timen und einzuschätzen, ob Ihre aktuelle Erkältung ein grösseres Problem darstellt. Diese kurze Beratung vor der Reise ist oft der Unterschied zwischen einem entspannten und einem schmerzhaften Landeanflug.

Fazit

Ohrenschmerzen beim Fliegen sind unangenehm, aber selten gefährlich – und mit ein paar einfachen Massnahmen meist vermeidbar. Freie Atemwege dank abschwellendem Nasenspray, Druckausgleich-Stöpsel, Kaugummi und bewusstes Schlucken bringen die meisten Reisenden druckfrei ans Ziel. Decken Sie sich vor dem Abflug in Ihrer Apotheke ein und klären Sie offene Fragen im Beratungsgespräch. So bleibt vom Flug in die Ferien nur die Vorfreude – und nicht der stechende Schmerz beim Landeanflug.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Apotheke oder Ärztin.

Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger

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