Home Assistant

Labels & Etagen in HA: Geräte clever gruppieren

Wer ein grosses Home-Assistant-Setup pflegt, kennt das Problem: Hunderte Entitäten, verteilt über mehrere Stockwerke, und in jeder Automation tippt man einzelne Entity-IDs von Hand ein. Ändert sich etwas, muss man jede Automation nachziehen. Seit einigen Releases bietet Home Assistant dafür eine elegantere Lösung: Areas, Etagen (Floors) und vor allem Labels. Richtig eingesetzt, ersetzen sie fehleranfällige Listen von Entity-IDs durch klare, wartbare Gruppen.

Das Problem mit hartcodierten Entity-Listen

Ein typisches Beispiel: eine Automation, die abends alle Nachtlichter dimmt. Klassisch listet man dort light.hue_white_lamp_1, light.cololight60 und ein Dutzend weiterer Lampen einzeln auf. Kommt eine neue Leuchte dazu, wird sie vergessen. Verschwindet eine, entsteht ein toter Verweis. Bei jeder Änderung muss man mehrere Automationen anfassen – und übersieht garantiert eine.

Die Idee hinter Labels: Man klebt jeder Entität ein oder mehrere frei definierbare Etiketten an, etwa nachtlicht, aussen oder urlaub. Die Automation spricht dann nicht mehr einzelne Lampen an, sondern das Label. Neue Geräte übernehmen das Verhalten automatisch, sobald man ihnen das Etikett gibt. Das ist dieselbe Aufräum-Philosophie, die auch Tools wie Spook in Home Assistant verfolgen – nur mit Bordmitteln.

Areas, Floors und Labels: der Unterschied

Die drei Ebenen ergänzen sich. Eine Area ist ein physischer Raum, etwa «Büro» oder «Erdgeschoss». Ein Floor (Etage) bündelt mehrere Areas zu einem Stockwerk. Ein Label dagegen ist frei und quer zu allem: Es kann Geräte über Räume und Etagen hinweg zusammenfassen, die logisch zusammengehören – zum Beispiel alle Geräte, die im Urlaubsmodus abgeschaltet werden sollen.

Areas und Floors beantworten also die Frage «wo?», Labels die Frage «wozu?». Für ortsbezogene Aktionen nimmt man Areas oder Floors, für funktionale Gruppen die Labels.

Schritt für Schritt: Labels anlegen und zuweisen

1. Unter Einstellungen → Bereiche, Labels & Zonen wechselt man zum Reiter «Labels» und legt ein neues Label an, etwa nachtlicht. Ein Symbol und eine Farbe erleichtern später die Übersicht.

2. In der Entitätenliste (Einstellungen → Geräte & Dienste → Entitäten) markiert man mehrere Einträge mit der Mehrfachauswahl und weist ihnen das Label über «Labels zuweisen» zu.

3. Alternativ vergibt man das Label direkt in den Einstellungen einer einzelnen Entität oder eines ganzen Geräts.

Danach lassen sich Labels bereits in der Oberfläche als Filter nutzen – praktisch, um schnell alle so markierten Geräte zu sehen.

YAML-Beispiele: Labels in Automationen

Der eigentliche Gewinn zeigt sich im target-Block einer Aktion. Statt einer Liste von Entitäten genügt die Label-ID:


action:
  - service: light.turn_off
    target:
      label_id: nachtlicht

Auch ganze Etagen lassen sich direkt ansteuern. So schaltet man das Licht im gesamten Erdgeschoss aus:


action:
  - service: light.turn_off
    target:
      floor_id: erdgeschoss

In Templates helfen die passenden Funktionen, um dynamisch mit Gruppen zu arbeiten. label_entities() liefert alle Entitäten zu einem Label zurück:


{{ label_entities('nachtlicht') | count }}

Und wer prüfen will, wie viele Lampen einer Etage gerade brennen, kombiniert floor_entities() mit einem Filter:


{% set an = expand(floor_entities('erdgeschoss'))
   | selectattr('domain','eq','light')
   | selectattr('state','eq','on') | list %}
{{ an | count }} Lampen sind noch an.

Praxis-Tipps für ein grosses Setup

Sparsam benennen zahlt sich aus: Wenige, klar definierte Labels sind wartbarer als ein Wildwuchs. Bewährt haben sich funktionale Etiketten wie urlaub, aussen oder energiefresser. Ein Label wie energiefresser an allen relevanten Steckdosen erlaubt etwa, mit einem einzigen Service-Aufruf sämtliche Standby-Verbraucher zu kappen.

Ein Wort zur Vorsicht: Wer Labels umbenennt, sollte die betroffenen Automationen prüfen, denn die Label-ID ändert sich mit. Ein regelmässiger Blick auf tote Verweise – etwa mit dem erwähnten Aufräum-Toolkit – hält das System sauber.

Fazit

Areas, Floors und Labels verwandeln ein unübersichtliches Setup in eine gut strukturierte Anlage. Automationen werden kürzer, robuster und selbsterklärend, weil sie mit Gruppen statt mit endlosen Entity-Listen arbeiten. Der Einstieg kostet eine halbe Stunde Aufräumzeit – und spart danach bei jeder Erweiterung Nerven. Wer sein System noch mit hartcodierten Listen betreibt, sollte mit einem einzigen Label wie nachtlicht beginnen und den Unterschied selbst erleben.

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