Akku-Leuchten wie die Hue Go sind praktisch: heute auf dem Balkon, morgen auf dem Esstisch, übermorgen im Garten. Genau diese Beweglichkeit macht sie in Home Assistant aber zur kleinen Herausforderung. Eine fest verbaute Deckenlampe ist immer erreichbar – eine tragbare Leuchte ist mal am Ladedock, mal irgendwo im Haus, mal schlicht leer. Wer solche Lampen sauber automatisiert, muss diesen Zustand mitdenken.
Das Problem: mobil heisst mal weg, mal leer
In meinem Setup hängen mehrere portable Leuchten am Zigbee-Mesh: light.hue_go_1_lou, light.go_table_lamp_1 und die light.hue_bloom_1. Sobald der Akku leer ist oder die Lampe ausser Funkreichweite gerät, wechselt die Entität in Home Assistant auf unavailable. Eine naive Automation, die einfach light.turn_on aufruft, läuft dann ins Leere – oder wirft im schlimmsten Fall Fehler ins Log.
Seit der überarbeiteten Hue-Integration (ab Home Assistant 2025.12) werden Räume, Zonen und Szenen sauberer abgebildet, und batteriebetriebene Hue-Geräte liefern einen Batteriesensor. Das gibt uns die Bausteine, um Akku-Leuchten zuverlässig einzubinden.
Schritt 1: Verfügbarkeit prüfen, bevor geschaltet wird
Der wichtigste Reflex bei mobilen Lampen: erst prüfen, ob die Leuchte überhaupt erreichbar ist. Eine kleine Bedingung genügt, damit die Automation nur läuft, wenn die Lampe verfügbar ist:
alias: Hue Go sanft einschalten
trigger:
- trigger: state
entity_id: binary_sensor.anwesenheitssensor_bewegung
to: "on"
condition:
- condition: template
value_template: >
{{ states('light.hue_go_1_lou') not in
['unavailable', 'unknown'] }}
action:
- action: light.turn_on
target:
entity_id: light.hue_go_1_lou
data:
brightness_pct: 60
transition: 2
So bleibt das Log sauber, und die Automation scheitert nicht daran, dass die Leuchte gerade auf dem Ladedock liegt.
Schritt 2: Eine Gruppe für alle Akku-Leuchten
Weil ich mehrere portable Lampen habe, fasse ich sie in einer Lichtgruppe zusammen. Das erlaubt es, sie als Einheit anzusprechen – ideal für eine «Follow-me»-Stimmung, die dorthin folgt, wo gerade eine Leuchte steht.
light:
- platform: group
name: Akku-Leuchten
entities:
- light.hue_go_1_lou
- light.go_table_lamp_1
- light.hue_bloom_1
Ein light.turn_on auf die Gruppe schaltet nur die tatsächlich erreichbaren Mitglieder – die gerade leeren ignoriert Home Assistant automatisch. Das ist praktisch für eine «Follow-me»-Stimmung: Egal, wo die Hue Go gerade steht, ein Griff auf die Gruppe bringt sie zum Leuchten, ohne dass Sie in der Automation wissen müssen, welche einzelne Lampe verfügbar ist.
Ein Detail lohnt die Aufmerksamkeit: Solange eine Leuchte am Ladedock hängt, meldet sie sich in vielen Setups nicht als unavailable, sondern bleibt erreichbar. Wer verhindern will, dass eine ladende Lampe mitten in der Nacht angeht, kombiniert die Verfügbarkeitsprüfung deshalb sinnvollerweise mit einer Zeit- oder Anwesenheitsbedingung – so bleibt die Automation auch dann berechenbar, wenn die Lampe gerade tankt.
Schritt 3: Vor leerem Akku warnen
Nichts ist ärgerlicher als eine Leuchte, die am Filmabend mitten in der Szene ausgeht. Ein Batteriesensor plus Benachrichtigung nimmt die Überraschung heraus:
alias: Hue Go Akku schwach
trigger:
- trigger: numeric_state
entity_id: sensor.hue_go_1_lou_batterie
below: 20
action:
- action: notify.mobile_app_iphone
data:
title: "Hue Go bald leer"
message: >
Akku bei {{ states('sensor.hue_go_1_lou_batterie') }} %
– ans Ladedock legen.
Passen Sie den Sensornamen an das an, was Ihre Hue-Integration anlegt; der Aufbau ist bei allen batteriebetriebenen Hue-Geräten gleich.
Schritt 4: Szenen statt starrer Werte
Der eigentliche Charme der Hue Go liegt in Farbe und Stimmung. Statt in jeder Automation Helligkeit und Farbton hart zu setzen, lohnt sich der Griff zu Szenen. So bleibt die Logik kurz und die Stimmung zentral pflegbar. Wie sich Szenen elegant nach Tageszeit steuern lassen, zeigt der Beitrag zu tageszeit-gesteuerten Hue-Szenen – das Prinzip lässt sich direkt auf die mobilen Leuchten übertragen.
action:
- action: scene.turn_on
target:
entity_id: scene.abend_warm
data:
transition: 3
Fazit
Akku-Leuchten sind in Home Assistant kein Sonderfall, den man fürchten muss – man muss nur ihre Beweglichkeit respektieren. Die drei Zutaten sind immer dieselben: die Verfügbarkeit prüfen, bevor geschaltet wird, die Lampen als Gruppe ansprechen und den Batteriestand im Blick behalten. Wer diese Muster einmal aufgesetzt hat, geniesst das Beste aus beiden Welten: die Freiheit einer tragbaren Leuchte und die Zuverlässigkeit einer festen Automation. Fangen Sie mit der Verfügbarkeitsbedingung an – sie ist der kleine Handgriff mit der grössten Wirkung.