Home Assistant

Geschirrspüler-Verbrauch in HA sichtbar machen

Ein moderner Geschirrspüler mit Home-Connect-Anbindung meldet mehr als nur «fertig». Über die Home-Connect-Integration liefert er in Home Assistant auch, wie viel Strom und Wasser ein Programm zieht – Werte, die im Alltag unsichtbar bleiben, weil niemand hinter dem Gerät ein Messgerät stehen hat. Wer diese Sensoren nutzt, sieht nicht nur den laufenden Verbrauch, sondern kann Programme gezielt dann starten, wenn der Strom günstig oder die eigene Photovoltaik am Anschlag ist. In diesem Beitrag baue ich aus den vorhandenen Entitäten ein sauberes Verbrauchs-Monitoring und eine PV-optimierte Startlogik.

Die Ausgangslage: welche Sensoren es gibt

Nach dem Einbinden über die Home-Connect-Integration erscheinen unter anderem sensor.geschirrspuler_energieverbrauch (in kWh), sensor.geschirrspuler_wasserverbrauch (in Litern) und sensor.geschirrspuler_energieprognose. Dazu kommen Steuer-Entitäten wie binary_sensor.geschirrspuler_fernsteuerung (ist die Fernsteuerung aktiv?) und der Schalter für den mobilen Start. Solange kein Programm läuft, stehen die Verbrauchssensoren oft auf unknown – das ist normal und kein Fehler. Interessant werden sie, sobald ein Zyklus startet.

Das Problem: Diese Werte sind flüchtig. Nach dem Programm verschwinden sie wieder. Um daraus eine echte Statistik zu machen, müssen wir sie aufsummieren.

Verbrauch sauber aufsummieren

Der utility_meter ist dafür das richtige Werkzeug. Er nimmt einen kWh-Sensor und bildet Perioden – etwa Monat und Jahr. So sehen Sie, was der Geschirrspüler wirklich kostet, statt einmal grob zu schätzen.


utility_meter:
  geschirrspueler_energie_monat:
    source: sensor.geschirrspuler_energieverbrauch
    cycle: monthly
  geschirrspueler_energie_jahr:
    source: sensor.geschirrspuler_energieverbrauch
    cycle: yearly

Für das Wasser lohnt sich derselbe Ansatz mit einem zweiten Utility-Meter auf sensor.geschirrspuler_wasserverbrauch. Wie der Utility-Meter im Detail arbeitet, habe ich im Beitrag zu Home Connect in Home Assistant bereits gestreift – hier ist er der Baustein, der aus Momentwerten eine Bilanz macht.

Kosten pro Zyklus als Template-Sensor

Rohe kWh-Zahlen sagen wenig. Ein Template-Sensor rechnet den Stromverbrauch direkt in Franken um – mit Ihrem Tarif als Faktor:


template:
  - sensor:
      - name: "Geschirrspüler Kosten Monat"
        unit_of_measurement: "CHF"
        state: >
          {{ (states('sensor.geschirrspueler_energie_monat')
             | float(0) * 0.29) | round(2) }}

Der Faktor 0.29 steht hier für 29 Rappen pro Kilowattstunde – ersetzen Sie ihn durch Ihren tatsächlichen Arbeitspreis. Wer einen Hoch- und Niedertarif hat, kann zwei Utility-Meter mit tariffs führen und so den Effekt des Nachtstroms sichtbar machen.

Den Start auf PV-Überschuss legen

Der eigentliche Hebel liegt im Timing. Ein Eco-Programm dauert lange, aber genau das macht es ideal für die Mittagssonne. Wenn das Gerät auf Fernsteuerung steht und genügend PV-Überschuss vorhanden ist, kann Home Assistant den mobilen Start auslösen:


automation:
  - alias: "Geschirrspüler bei PV-Überschuss starten"
    trigger:
      - trigger: numeric_state
        entity_id: sensor.pv_ueberschuss_watt
        above: 1200
        for: "00:05:00"
    condition:
      - condition: state
        entity_id: binary_sensor.geschirrspuler_fernsteuerung
        state: "on"
    action:
      - action: switch.turn_on
        target:
          entity_id: switch.geschirrspuler_stromversorgung

Wichtig ist die Bedingung for: "00:05:00": Sie verhindert, dass eine kurze Wolkenlücke den Start auslöst. Und die Fernsteuerung muss am Gerät selbst freigegeben sein – aus Sicherheitsgründen lässt Home Connect keinen Kaltstart ohne diese Freigabe zu.

Verbrauch als Frühwarnsystem

Ein Nebeneffekt lohnt die Mühe besonders: Steigt der durchschnittliche Energie- oder Wasserverbrauch pro Zyklus über Wochen langsam an, ist das oft ein Hinweis auf ein verkalktes Sieb, einen zugesetzten Filter oder erschöpften Enthärter. Wer die Monatswerte im Verlaufsdiagramm sieht, erkennt solche Trends, bevor das Geschirr streifig aus der Maschine kommt. Legen Sie dazu die beiden Utility-Meter zusammen mit dem Kosten-Sensor auf ein kleines Dashboard – eine history-graph– oder statistics-graph-Karte genügt. Ergänzend kann eine Automation eine Benachrichtigung schicken, sobald ein Zyklus deutlich mehr Strom zieht als der gleitende Durchschnitt der letzten Läufe. So wird aus dem reinen Zähler ein bescheidenes Wartungs-Frühwarnsystem, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist.

Auch der reine Wasserwert ist aufschlussreich: Moderne Eco-Programme brauchen oft nur rund zehn Liter pro Durchgang. Weicht Ihr Gerät stark davon ab, lohnt der Blick auf Beladung und Programmwahl – Handspülen verbraucht in der Regel ein Vielfaches.

Fazit

Aus drei bisher unsichtbaren Sensoren wird so ein kleines Energie-Cockpit: Der Utility-Meter zeigt den Monats- und Jahresverbrauch, ein Template-Sensor übersetzt ihn in Franken, und eine schlanke Automation verschiebt den Start in die günstigste Stunde des Tages. Der Aufwand liegt bei einer Viertelstunde YAML, der Nutzen bleibt dauerhaft. Wer mehrere Geräte hat, kopiert das Muster einfach für Backofen und Waschmaschine – und sieht am Monatsende zum ersten Mal schwarz auf weiss, welches Gerät im Haushalt wirklich Strom frisst.

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