Apotheke

Alte Medikamente richtig entsorgen

In fast jedem Haushalt sammeln sich in Bad und Küche angebrochene Tablettenpackungen, abgelaufene Sirupe und Salbenreste. Spätestens beim Frühjahrsputz oder beim Umzug stellt sich die Frage: Wohin damit? Der Griff zum Kehrichtsack oder zur Toilettenspülung ist bequem – und falsch. Wer Altmedikamente korrekt entsorgt, schützt Gewässer, Trinkwasser und letztlich sich selbst. Und der richtige Weg ist in der Schweiz erfreulich einfach.

Warum Abfluss und Kehricht tabu sind

Medikamente gehören weder ins Lavabo noch in die Toilette. Werden sie hinuntergespült, gelangen ihre Wirkstoffe ins Abwasser – und Kläranlagen können viele davon nicht vollständig herausfiltern. Rückstände von Hormonen, Schmerzmitteln oder Antibiotika finden sich so in Bächen, Seen und teils im Trinkwasser wieder. Besonders heikel sind Antibiotika: Gelangen sie in die Umwelt, können sie die Bildung resistenter Keime fördern – ein Problem, das die Medizin ohnehin schon stark beschäftigt.

Auch der normale Hauskehricht ist nicht ideal. Zwar wird er in der Schweiz verbrannt, was Wirkstoffe zerstört, doch bis dahin sind die Medikamente frei zugänglich – für Kinder, Haustiere oder beim Umgang mit dem Abfall. Die saubere Lösung ist eine andere. Ein weiterer Grund gegen den Hauskehricht: Landen Wirkstoffe über undichte Deponien oder falsche Handhabung doch in der Umwelt, ist der Schaden angerichtet – der kontrollierte Weg über die Apotheke schliesst dieses Risiko von vornherein aus.

Zurück, woher sie kommen

In der Schweiz gilt eine gesetzliche Rücknahmepflicht. Apotheken und Drogerien nehmen Altmedikamente zurück – und zwar dorthin, wo man sie bezogen hat. Was aus der Apotheke stammt, geht in die Apotheke zurück; was der Hausarzt abgegeben hat, bringt man wieder in die Praxis. In der Praxis nehmen die meisten Apotheken und Drogerien haushaltsübliche Mengen unkompliziert entgegen, unabhängig von der Herkunft.

Ein Detail lohnt die Beachtung: Ob die Rücknahme kostenlos ist, hängt vom Kanton ab. Kantone wie Aargau oder Genf finanzieren die Entsorgung, dort ist die Abgabe gratis. In anderen Kantonen – etwa Zürich – kann für die Entsorgung eine kleine Gebühr anfallen. Fragen kostet nichts, und die Beträge sind im Normalfall bescheiden. Wer eine grössere Menge auflösen muss, meldet sich am besten vorab kurz in der Apotheke. Auch Verpackungsmaterial lässt sich trennen: Leere Kartonschachteln und Beipackzettel aus Papier gehören ins Altpapier, nur die eigentlichen Arzneimittelreste samt Blister brauchen den Weg über die Fachstelle.

So bereiten Sie die Rückgabe vor

Bringen Sie Tabletten, Tropfen, Zäpfchen, Brausetabletten oder Salben möglichst in der Originalverpackung zurück. Das hilft dem Fachpersonal, den Inhalt korrekt einzuordnen und fachgerecht zu entsorgen. Persönliche Angaben auf dem Etikett dürfen Sie vorher unkenntlich machen. Spritzen, Nadeln und andere spitze Gegenstände gehören nicht lose dazu, sondern in einen durchstichsicheren Behälter – viele Apotheken geben dafür passende Boxen ab.

Ein guter Anlass für die Rückgabe ist der regelmässige Blick in die Hausapotheke. Prüfen Sie ein- bis zweimal jährlich die Verfalldaten und sortieren Sie aus, was abgelaufen oder nicht mehr eindeutig zuzuordnen ist. Gerade bei Hitze verlieren manche Präparate rascher an Wirkung oder verändern sich – wie Medikamente korrekt gelagert werden, damit sie gar nicht erst vorzeitig unbrauchbar werden, zeigt der Beitrag Hitzewelle 2026: Medikamente richtig lagern.

Was in die Hausapotheke gehört – und was raus

Ausmisten heisst nicht, alles wegzuwerfen. Basispräparate wie Schmerzmittel, Wundmaterial oder Fieberzäpfchen dürfen bleiben, solange sie haltbar sind. Konsequent aussortieren sollten Sie hingegen Reste verschriebener Kuren – etwa übrig gebliebene Antibiotika –, unklar beschriftete Packungen und alles, dessen Verfalldatum überschritten ist. Ein abgelaufenes Medikament wirkt im besten Fall nur schwächer, im schlechtesten anders als erwartet. Bei Unsicherheit, ob ein Präparat noch verwendbar ist, gibt die Apotheke Auskunft.

Fazit

Altmedikamente korrekt zu entsorgen ist in der Schweiz weder kompliziert noch teuer: zurück in die Apotheke oder Drogerie, in der Originalverpackung, nie in Abfluss oder Toilette. Dahinter steht ein handfester Umweltgedanke – jedes Antibiotikum, das nicht ins Abwasser gelangt, ist ein kleiner Beitrag gegen Resistenzen und für sauberes Wasser. Machen Sie die Kontrolle der Hausapotheke zur festen Gewohnheit und nehmen Sie das Aussortierte beim nächsten Apothekenbesuch gleich mit. Es ist der einfachste Weg, Ordnung, Sicherheit und Umweltschutz unter einen Hut zu bringen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Blog: https://www.coremind.ch/wordpress/ · Autor: Mike Neuburger

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