Finanzen

Eidgenossen direkt kaufen: Schweizer Staatsanleihen 2026

Vier Prozent Kupon auf eine Schweizer Bundesanleihe – das klang vor wenigen Jahren undenkbar. Heute ist es Realität. Wer eine ruhige Säule für sein passives Einkommen sucht, schaut sich 2026 wieder genauer an, was die «Eidgenossen» abwerfen. Ein Kupon einmal im Jahr, garantiert vom Schweizer Bund, in CHF – schlichter geht Cashflow kaum.

Was Eidgenossen sind und wie sie zahlen

Wer eine Eidgenossenschaftsanleihe kauft, gewährt dem Schweizer Bund einen Kredit. Im Gegenzug erhält man einmal jährlich einen fixen Kupon und am Laufzeitende den Nennwert zurück. Aktuell sind Anleihen mit Fälligkeiten zwischen 2026 und 2064 handelbar, mit Kupons bis rund 4 % bei älteren Emissionen. Die laufende Rendite einer neu emittierten zehnjährigen Bundesanleihe liegt 2026 deutlich tiefer, irgendwo im Bereich um 0.5–0.8 %, weil die SNB die Leitzinsen wieder gesenkt hat. Spannend werden Eidgenossen aber dort, wo der Sekundärmarkt alte Emissionen mit hohem Kupon und kurzer Restlaufzeit anbietet – Rendite und planbarer Cashflow lassen sich dann kombinieren.

Wichtig zu wissen: Eidgenossen werden zu pari plus Stückzinsen gehandelt. Wer eine Anleihe mit 4 % Kupon kauft, zahlt aktuell deutlich mehr als 100 %. Die effektive Rendite bis Verfall (Yield-to-Maturity) ist also tiefer als der Kupon vermuten lässt. Wer auf reinen Cashflow optimiert und die Anleihe bis zur Endfälligkeit hält, lebt mit diesem «Aufgeld» – wer Performance vergleicht, sollte immer die YtM heranziehen.

Wie man Eidgenossen praktisch kauft

Eidgenossen handelt man über jede Schweizer Bank oder einen Online-Broker, der Anleihen führt. Bewährt sind Swissquote, Cornèrtrader und die Depots der Kantonalbanken. Die Bonds-Datenbank von SIX listet alle Valoren und ISIN. Ein typischer Trade läuft so ab: ISIN heraussuchen, Limit-Order einstellen, Mindeststückelung beachten (oft CHF 5’000 Nennwert). Die Transaktionskosten liegen je nach Broker zwischen CHF 15 und CHF 80 pro Trade, dazu kommt die jährliche Depotgebühr.

Wer kleinere Beträge anlegen möchte oder breit streuen will, greift zu einem Anleihen-ETF auf Schweizer Staatsanleihen. Das ist nicht ganz dasselbe wie eine Direktanlage – der ETF hat keine fixe Endfälligkeit und schwankt im Kurs. Wer die Mechanik von Anleihen-ETFs verstehen will, findet einen vertiefenden Einstieg im Artikel «Anleihen-ETFs: Zins-Cashflow für Schweizer Anleger».

Steuerlich: Wo der Kupon landet

Der jährliche Kupon einer Eidgenossenschaftsanleihe gilt als steuerbares Einkommen – inklusive 35 % Verrechnungssteuer, die man über die Steuererklärung zurückholt. Kursgewinne aus dem Verkauf einer Privatperson sind dagegen steuerfrei, sofern man nicht als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft wird. Das macht eine Strategie attraktiv: alte Anleihen mit hohem Kupon und tiefer Restlaufzeit über pari kaufen, den Kupon kassieren, am Ende den Nennwert zurückerhalten. Der «Verlust» auf den über pari gezahlten Preis ist als Privatanleger steuerlich nicht nutzbar, aber der Kupon-Cashflow ist real und planbar.

Faustregel für die Steuerprognose: Kupon × Anzahl Anleihen + andere Kapitalerträge → ergibt das zusätzliche Einkommen im Steuerformular. Wer in der höchsten Progressionsstufe lebt, sieht von 4 % Kupon nach Steuern oft nur noch 2.4 % – das relativiert die Werbung der Banken.

Bond-Ladder: Cashflow mit System

Wer Eidgenossen als planbares Einkommen nutzen will, baut eine sogenannte Bond-Ladder. Statt eine einzige Anleihe mit langer Laufzeit zu kaufen, verteilt man das Kapital auf mehrere Eidgenossen mit gestaffelten Fälligkeiten – zum Beispiel je 20 % auf 2027, 2029, 2031, 2033 und 2035. Jedes Jahr wird eine Anleihe fällig und kann zu den aktuellen Konditionen reinvestiert werden. So glättet man Zinsänderungsrisiken und behält Flexibilität, ohne den Cashflow zu verlieren.

Eine Ladder über fünf Jahre mit CHF 50’000 Gesamtvolumen liefert eine planbare jährliche Couponzahlung, ein klares Verfallsdatum und alle zwölf Monate die Chance, neu zu entscheiden. Diese Strategie braucht keine App, keinen Berater, keine Trading-Software – nur Geduld und ein Depot.

Fazit

Eidgenossen sind kein Rendite-Wunder, aber ein verlässlicher Baustein für Anleger, die einen Teil ihres Vermögens absolut planbar in CHF angelegt sehen wollen. Wer 2026 anfängt, sollte den Sekundärmarkt scannen, die Yield-to-Maturity statt nur den Kupon ansehen und über eine Bond-Ladder nachdenken. Ein Anruf bei der Hausbank oder ein Login beim Online-Broker reicht – die Eidgenossen warten bereits.

Nächster Schritt: Eröffne (falls noch nicht vorhanden) ein Depot bei einer Schweizer Bank oder einem Broker mit Anleihenzugang, lass dir die aktuellen Eidgenossen anzeigen und plane eine kleine Probeposition mit Verfall in zwei bis drei Jahren – um die Mechanik live zu erleben, ohne lange Kapitalbindung.

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