Finanzen

3a-Apps 2026: VIAC, finpension & Frankly im Vergleich

Wer 2026 in der Schweiz die dritte Säule selber anlegen möchte, kommt an den drei grossen Apps kaum vorbei: VIAC, finpension und Frankly haben das klassische Bank-3a-Konto weitgehend abgelöst und stehen für 80 bis 90 Prozent Aktienquote zu Kosten, die noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen wären. Doch zwischen den dreien sind die Unterschiede grösser als die einheitliche Werbe-Optik vermuten lässt. Wer den Maximalbetrag der Säule 3a einzahlt – seit 2025 sind das knapp CHF 7’300 für Angestellte mit Pensionskasse – soll wissen, wo er das Geld parkt.

Drei verschiedene Philosophien hinter ähnlichem Ergebnis

VIAC ist 2017 als App-First-Anbieter gestartet und gehört zur WIR Bank. Die Plattform ist die ausgereifteste in puncto UX, hat das grösste Anlageuniversum und erlaubt eine sehr feine Strategieauswahl: Standardstrategien mit verschiedenen Aktienquoten, eigene Strategien mit bis zu zwölf Bausteinen, Themen-ETFs für einen kleinen Anteil, und seit Kurzem auch ein Vorsorge-Konto in Kombination mit der ersten Säule.

finpension kommt aus der institutionellen Welt – das Mutterhaus betreut Sammelstiftungen. Die App ist nüchterner, dafür ist die Kostenstruktur seit Anfang an die günstigste am Markt: 0,39 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr, plus die TER der eingesetzten institutionellen Anlageklassen, die deutlich unter den Privatkunden-ETFs liegen. Wer ausschliesslich auf Kosten optimiert, kommt bei finpension typischerweise auf eine all-in-Belastung unter 0,5 Prozent pro Jahr.

Frankly ist die App der Zürcher Kantonalbank und positioniert sich als der zugängliche Mainstream-Anbieter. Sie ist die teuerste der drei – die Verwaltungsgebühr liegt rund 0,1 Prozentpunkte über finpension – kompensiert das aber mit dem Vertrauensbonus einer Kantonalbank, einer einfacheren Bedienung und Filialberatung in der Region Zürich. Für Anleger, die ihre 3a nicht als Optimierungsspiel verstehen, ist das ein Argument.

Anlageuniversum: weniger ist nicht immer mehr

VIAC und finpension setzen mehrheitlich auf indexnahe Bausteine: SPI-, MSCI-World-, Schwellenländer-, Obligationen- und Immobilien-Anlagen, ergänzt durch institutionelle Anlagegefässe. Beide erlauben Aktienquoten bis 99 Prozent – möglich seit der gelockerten BVV-2-Regelung, die für die Säule 3a faktisch keine Aktienobergrenze mehr kennt, sofern die Bank ein Vorsorgereglement zugrunde legt.

Frankly bietet ein kuratierteres Sortiment mit etwa zehn Standardstrategien und einigen ESG-Varianten. Wer Einfachheit will, findet hier weniger Wahlqual; wer auf eigene Akzente setzen will, stösst schneller an Grenzen.

Ein Detail, das viele übersehen: Wechselkurse. Wer global investiert, bezahlt bei jedem Kauf eine kleine Marge. VIAC und finpension nutzen institutionelle Devisenkonditionen, Frankly ebenfalls. Die Unterschiede sind klein, addieren sich aber über zwanzig Jahre.

Steuerlich behandelt werden alle gleich – aber nicht alle Konten

Was viele nicht wissen: Jede 3a-App führt im Hintergrund ein separates Konto pro Strategie oder pro Anlagejahr. Das ist kein Bug, sondern Feature: Wer in fünf verschiedenen Konten anspart, kann beim Bezug ab 60 die Konten gestaffelt auflösen und die Progression brechen. VIAC und finpension lassen typischerweise bis zu fünf Portfolios pro Anbieter zu, Frankly war hier lange restriktiver, hat aber 2025 nachgezogen.

Wer Bezug staffeln möchte, eröffnet bestenfalls über die Jahre mehrere Konten und verteilt die Einzahlungen. Im Idealfall liegen am Ende fünf Töpfe mit ähnlichem Volumen vor, die in fünf aufeinanderfolgenden Jahren – allenfalls über mehrere Kantone, wenn ein Wegzug im Spiel ist – bezogen werden.

Was bei den Kosten wirklich zählt

Die nominalen Verwaltungsgebühren sind nur ein Teil der Geschichte. Wer richtig vergleichen will, schaut auf die Total Expense Ratio inklusive Produktkosten. Bei finpension ergibt das aktuell etwa 0,44 Prozent pro Jahr für eine globale Aktienstrategie. VIAC liegt je nach Strategie zwischen 0,44 und 0,53 Prozent, Frankly zwischen 0,48 und 0,58 Prozent. Bei einem Säule-3a-Vermögen von CHF 200’000 über zwanzig Jahre summieren sich die Kostenunterschiede auf rund CHF 4’000 bis CHF 6’000 – relevant, aber nicht entscheidend.

Wichtiger ist die eingehaltene Strategie: Wer in Crashs verkauft oder Quartalsweise zwischen den Anbietern wechselt, verliert mehr, als jede Kostenoptimierung einbringen kann. Die App, die einen ruhig schlafen lässt, ist die richtige.

Wann ein Wechsel sinnvoll ist – und wann nicht

Wer bereits bei einer der drei Apps ist, sollte nicht aus reiner Kostenoptimierung wechseln. Ein Anbieterwechsel innerhalb der Säule 3a ist gebührenfrei und unkompliziert, aber er kostet Zeit und unterbricht den Anlageautomatismus. Ein Wechsel lohnt sich, wenn die aktuelle App die gewünschte Strategie nicht abbildet, wenn die Kostenstruktur sich deutlich verschlechtert hat, oder wenn man Mehrkonten-Strategien fahren möchte und der Anbieter nur eines erlaubt.

Wer noch nicht digital investiert und immer noch ein klassisches Bank-3a-Konto mit 0,5 Prozent Zins führt, verliert pro Jahr drei bis fünf Prozent Realrendite gegenüber einer 80-Prozent-Aktien-Strategie. Der Wechsel ist einer der dankbarsten Schritte, den Berufstätige in der Schweiz unternehmen können – und einer, der sich auch im Zusammenspiel mit der Säule 3a 2026 und dem aktuellen Maximalbetrag besonders auszahlt. Die App ist das Werkzeug, der Plan ist die Strategie.

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