Ein moderner Geschirrspüler meldet über seine Cloud-Integration weit mehr als «läuft» oder «fertig». Wer genau hinschaut, findet in Home Assistant Sensoren für den Füllstand von Regeneriersalz, Klarspüler und – je nach Modell – die integrierte Reinigerkartusche. Statt beim nächsten trüben Glas überrascht zu werden, lässt man sich rechtzeitig erinnern. Genau dafür bauen wir eine kleine, wartungsarme Automation.
Das Problem: Nachfüllen wird vergessen
Salz und Klarspüler leeren sich schleichend. Fällt der Salzstand zu tief, enthärtet die Maschine das Wasser nicht mehr richtig – es bilden sich Kalkflecken, langfristig leidet das Gerät. Fehlt der Klarspüler, trocknet das Geschirr schlechter und zeigt Schlieren. Die kleinen Warnlämpchen an der Maschine übersieht man im Alltag zuverlässig. Home Assistant kann diese Werte auslesen und aktiv melden, bevor es zu spät ist.
Die vorhandenen Sensoren
Über Integrationen wie Home Connect stehen je nach Gerät mehrere Füllstandssensoren als Prozentwerte bereit. In diesem Beispiel:
# Beispielhafte Entitäten
sensor.geschirrspuler_salz_fullstand # z. B. 90 %
sensor.geschirrspuler_klarspuler_fullstand # z. B. 63 %
sensor.geschirrspuler_powerdisk_fullstand # z. B. 51 %
Prüfe die genauen Entitätsnamen unter Entwicklerwerkzeuge → Zustände. Wichtig: Diese Cloud-Sensoren liefern nicht immer sekundengenaue Werte, sondern aktualisieren sich meist nach einem Programmlauf. Das reicht für unseren Zweck völlig aus.
Schritt für Schritt zur Nachfüll-Erinnerung
Wir bauen eine Automation, die auslöst, sobald ein Füllstand unter eine Schwelle fällt, und eine Nachricht aufs Handy schickt. Der numeric_state-Trigger mit below ist dafür ideal, weil er nur einmal beim Unterschreiten feuert – nicht permanent.
alias: Geschirrspüler Nachfüll-Alarm
triggers:
- trigger: numeric_state
entity_id: sensor.geschirrspuler_salz_fullstand
below: 15
id: salz
- trigger: numeric_state
entity_id: sensor.geschirrspuler_klarspuler_fullstand
below: 15
id: klarspuler
conditions: []
actions:
- action: notify.mikes_iphone_16_pro
data:
title: "Geschirrspüler nachfüllen"
message: >
{% if trigger.id == 'salz' %}
Regeneriersalz fast leer ({{ states('sensor.geschirrspuler_salz_fullstand') }} %).
{% else %}
Klarspüler fast leer ({{ states('sensor.geschirrspuler_klarspuler_fullstand') }} %).
{% endif %}
mode: single
Über die trigger.id unterscheiden wir, welcher Stoff zur Neige geht, und formulieren die Meldung passend. So genügt eine einzige Automation für mehrere Sensoren.
Der Klassiker als Fehlerquelle
Ein häufiger Stolperstein: Nach einem Neustart oder wenn die Cloud kurz nicht erreichbar ist, steht der Sensor auf unavailable oder unknown. Ein numeric_state-Trigger feuert damit nicht fälschlich, aber Templates können scheitern. Wer ganz sauber arbeiten will, fängt das mit einer Bedingung ab:
conditions:
- condition: template
value_template: >
{{ states(trigger.entity_id) not in ['unavailable', 'unknown'] }}
Ein Dashboard-Blick für den Überblick
Wer die Werte lieber sieht als nur gemeldet zu bekommen, legt eine kleine Entitätenkarte an – ideal neben der Restlaufzeit-Anzeige. So kombinierst du Verbrauchsmaterial und Programmstatus an einem Ort, ähnlich wie im Beitrag zum Dampfgarer, der sein Programm-Ende clever meldet.
type: entities
title: Geschirrspüler
entities:
- entity: sensor.geschirrspuler_salz_fullstand
name: Salz
- entity: sensor.geschirrspuler_klarspuler_fullstand
name: Klarspüler
- entity: sensor.geschirrspuler_powerdisk_fullstand
name: Reiniger
Vom Alarm zur Einkaufsliste
Noch komfortabler wird es, wenn die Erinnerung nicht nur aufs Handy plätschert, sondern gleich dort landet, wo Sie einkaufen. Home Assistant kann den fehlenden Artikel automatisch auf eine todo-Einkaufsliste setzen. So verbindet sich der technische Messwert mit einer alltäglichen Handlung:
actions:
- action: todo.add_item
target:
entity_id: todo.einkaufsliste
data:
item: >
{% if trigger.id == 'salz' %}Regeneriersalz{% else %}Klarspüler{% endif %}
Ergänzend lohnt sich ein Blick auf die Reinigerkartusche (im Beispiel sensor.geschirrspuler_powerdisk_fullstand): Modelle mit automatischer Dosierung melden auch deren Füllstand. Nehmen Sie diesen Sensor einfach als dritten Trigger in dieselbe Automation auf – die trigger.id-Logik lässt sich beliebig erweitern. Wer mag, schickt sich zusätzlich einmal pro Woche eine ruhige Zusammenfassung aller drei Werte, statt auf einzelne Schwellen zu warten. So behalten Sie den Verbrauch im Blick, ohne von Meldungen überschwemmt zu werden.
Fazit
Mit wenigen Zeilen YAML verwandelt sich der Geschirrspüler von einer stummen Blackbox in ein mitdenkendes Gerät, das sich meldet, bevor das Salz ausgeht. Die Schwelle von 15 Prozent ist ein guter Startwert – wer selten einkauft, setzt sie höher. So bleibt genug Vorlauf, um Nachschub zu besorgen, statt mit trüben Gläsern dazustehen. Der nächste logische Schritt: dieselbe Logik auf die Waschmaschine oder den Wäschetrockner übertragen.