Apotheke

Reiseapotheke fürs Kind: Was mitmuss

Die Sommerferien stehen vor der Tür, und wer mit Kindern verreist, packt am besten eine eigene, kindgerechte Reiseapotheke ein. Denn was für Erwachsene selbstverständlich ist, passt für den Nachwuchs oft nicht: Dosierungen richten sich nach Gewicht, viele Wirkstoffe sind erst ab einem bestimmten Alter erlaubt, und im Ferienland ist das gewohnte Präparat selten erhältlich. Die Apotheke stellt die Reiseapotheke gerne individuell zusammen – hier die wichtigsten Bausteine als Orientierung.

Fieber und Schmerzen: die Basis

Fieber und Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, warum in den Ferien plötzlich ein Medikament gebraucht wird. Für Kinder eignen sich Paracetamol und Ibuprofen, beide gibt es als Sirup oder Zäpfchen – Darreichungsformen, die kleine Kinder problemlos aufnehmen. Entscheidend ist die Dosierung nach Körpergewicht, nicht nach Alter; die Apotheke rechnet die passende Menge aus und schreibt sie auf die Packung.

Nehmen Sie die Präparate mit, die Ihr Kind kennt und verträgt. Zäpfchen sollten allerdings nicht in der prallen Hitze liegen, sonst schmelzen sie. Eine allgemeine Einführung dazu, wie Fieber bei Kindern richtig eingeschätzt wird, bietet der Beitrag Fieber bei Kindern: Beratung aus der Apotheke.

Magen, Darm und Flüssigkeit

Reisedurchfall und Magen-Darm-Infekte treffen Kinder häufiger und schneller als Erwachsene, und der Flüssigkeitsverlust ist für kleine Körper das eigentliche Risiko. Deshalb gehört eine orale Rehydratationslösung aus der Apotheke in jedes Gepäck – sie ersetzt Wasser und Salze im richtigen Verhältnis und ist Cola und Salzstangen klar überlegen. Loperamid, das den Durchfall stoppt, ist bei kleinen Kindern dagegen ungeeignet und gehört nur nach ärztlicher Rücksprache dazu.

Ergänzend sinnvoll sind ein Mittel gegen Reiseübelkeit für die Auto- oder Schifffahrt sowie etwas gegen Verstopfung, die auf Reisen durch ungewohntes Essen und langes Sitzen leicht entsteht. Auch hier berät die Apotheke, welche Form für welches Alter freigegeben ist.

Sonne und Insekten

Kinderhaut ist empfindlicher als die von Erwachsenen und braucht konsequenten Schutz. Sinnvoll ist eine Sonnencreme mit sehr hohem Schutzfaktor (LSF 50+), dazu Hut und schützende Kleidung – gerade in der Mittagssonne. Bei einem Sonnenbrand lindern kühlende Gele, doch die beste Behandlung bleibt die Vorbeugung.

Beim Insektenschutz ist Vorsicht bei den Wirkstoffen geboten. Der Klassiker DEET ist für kleine Kinder nicht geeignet; verträglicher sind Präparate mit Icaridin, die je nach Produkt ab dem Kleinkindalter erlaubt sind. Die Apotheke sagt Ihnen, welches Mittel ab welchem Alter passt. Gegen bereits erfolgte Stiche helfen ein kühlendes Gel und – bei starkem Juckreiz – ein für Kinder zugelassenes Antihistaminikum.

Wunden, Kleinigkeiten und die Reisedokumente

Für aufgeschürfte Knie und kleine Schnitte gehören Desinfektionsmittel, Pflaster in verschiedenen Grössen, sterile Kompressen und eine Pinzette ins Set. Nützlich sind zudem eine Wund- und Heilsalbe, etwas gegen wunde Stellen sowie ein digitales Fieberthermometer. Wer ein Baby dabei hat, denkt an die gewohnte Wund- und Pflegecreme.

Genauso wichtig wie die Medikamente sind die Papiere: Nehmen Sie den Impfausweis mit, notieren Sie Allergien und Dauermedikamente, und packen Sie regelmässig benötigte Medikamente immer ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer. Bei Fernreisen klärt die Apotheke oder eine reisemedizinische Stelle rechtzeitig ab, ob zusätzliche Impfungen oder eine Malariavorsorge nötig sind.

Wann ein Arzt gefragt ist

So gut die Reiseapotheke ausgestattet ist – sie ersetzt keine ärztliche Behandlung. Bei Säuglingen unter drei Monaten mit Fieber, bei anhaltendem Erbrechen oder Durchfall mit Austrocknungszeichen, bei hohem Fieber über mehrere Tage, Atemnot, Hautausschlag mit Krankheitsgefühl oder starken Schmerzen gehört ein Kind zeitnah zu einer Ärztin oder einem Arzt. Informieren Sie sich vor der Abreise, wie die medizinische Versorgung am Ferienort funktioniert und ob Ihre Krankenkasse Auslandbehandlungen deckt.

Fazit

Eine kindgerechte Reiseapotheke ist schnell zusammengestellt und erspart im Ernstfall viel Stress in einer fremden Umgebung. Am besten gehen Sie ein bis zwei Wochen vor der Abreise in Ihre Apotheke, nennen Alter und Gewicht des Kindes sowie das Reiseziel und lassen sich das Set individuell packen und beschriften. Eine allgemeine Packliste für Erwachsene finden Sie im Beitrag Reiseapotheke 2026: Was wirklich rein muss. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

← Zurück zur Übersicht