Apotheke

Zeckenstich richtig entfernen – FSME und Borreliose

Der Sommer 2026 ist Zeckensaison, und die kleinen Blutsauger sind in der Schweiz so verbreitet wie nie. Wer im Gras liegt, durch Unterholz streift oder mit dem Hund spazieren geht, kann einen Zeckenstich kaum vermeiden. Die gute Nachricht: Die meisten Stiche bleiben folgenlos. Die schlechte: Zecken können Krankheiten übertragen, und beim Entfernen werden viele Fehler gemacht. Ein kühler Kopf, eine gute Pinzette und etwas Wissen aus der Apotheke helfen, das Risiko klein zu halten.

Die Zecke schnell und richtig entfernen

Entscheidend ist Tempo und Technik. Greifen Sie die Zecke mit einer feinen Pinzette oder einer Zeckenkarte möglichst hautnah am Kopf – nicht am vollgesogenen Körper – und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Kein Drehen, kein Quetschen: Drückt man den Körper, kann die Zecke ihren Speichel und damit Erreger in die Wunde pressen. Vergessen Sie alle Hausmittel, die noch herumgeistern – Öl, Klebstoff, Nagellack oder das Verbrennen mit einem Streichholz reizen das Tier nur und erhöhen das Übertragungsrisiko.

Bleibt ein kleiner Rest des Stechapparats in der Haut, ist das meist unkritisch; der Körper stösst ihn in der Regel von selbst ab. Danach die Stelle desinfizieren und – das ist wichtig – den Tag des Stichs notieren. Eine Apotheke hält die passende Zeckenpinzette, Karten und Desinfektionsmittel bereit und zeigt die richtige Technik auch gleich vor.

FSME: Schutz durch Impfung

Zecken können das FSME-Virus übertragen, das eine Hirnhautentzündung auslösen kann. Laut Bundesamt für Gesundheit gilt inzwischen die ganze Schweiz mit Ausnahme des Kantons Tessin als FSME-Risikogebiet – die betroffenen Gebiete haben sich in den letzten Jahren ausgeweitet. Gegen FSME gibt es eine sichere und gut wirksame Impfung, die das BAG allen Personen ab etwa drei Jahren empfiehlt, die sich in Risikogebieten gegenüber Zecken exponieren.

Erfreulich für 2026: Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten der FSME-Impfung für Personen ab drei Jahren, die in einem Risikogebiet leben oder sich dort aufhalten – und seit diesem Jahr wird auf Impfungen keine Franchise mehr erhoben, einzig der Selbstbehalt von zehn Prozent bleibt. Viele Apotheken impfen mittlerweile selbst und beraten zum Impfschema, das aus mehreren Dosen besteht und am besten ausserhalb der Hochsaison begonnen wird.

Borreliose: keine Impfung, aber gut behandelbar

Neben FSME übertragen Zecken vor allem die Lyme-Borreliose – eine bakterielle Infektion, die in der ganzen Schweiz vorkommt, auch im Tessin. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Das BAG schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nach einem Stich in einem Endemiegebiet auf rund fünf Prozent für Borreliose und etwa zwei Prozent für FSME – die meisten Stiche bleiben also ohne Folgen.

Das wichtigste Warnzeichen ist die sogenannte Wanderröte: ein ringförmiger, sich langsam ausbreitender roter Fleck rund um die Einstichstelle, der Tage bis Wochen nach dem Stich auftauchen kann. Wer eine solche Rötung bemerkt, sollte ärztlichen Rat suchen – im Frühstadium lässt sich Borreliose mit Antibiotika sehr gut behandeln. Deshalb lohnt es sich, die Einstichstelle einige Wochen im Auge zu behalten, gerade weil man den genauen Stichtag notiert hat.

Vorbeugen statt entfernen

Am besten ist der Stich, der gar nicht passiert. Geschlossene, helle Kleidung lässt Zecken leichter erkennen, lange Hosen in die Socken gesteckt erschweren ihnen den Zugang. Hautschutzmittel mit Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin und Insektizide für die Kleidung halten Zecken zusätzlich ab. Nach jedem Aufenthalt im Grünen empfiehlt sich ein gründliches Absuchen des Körpers – besonders Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz und bei Kindern der Kopf. Je schneller eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer das Übertragungsrisiko. Welche weiteren Mittel gegen Stiche und Juckreiz in die Hausapotheke gehören, fasst der Beitrag Insektenstiche: Was die Apotheke wirklich hilft zusammen.

Fazit

Zeckenstiche gehören zum Schweizer Sommer, sind aber gut beherrschbar: schnell und korrekt mit der Pinzette entfernen, den Stichtag notieren, die Stelle beobachten und bei Wanderröte zum Arzt. Wer sich oft im Grünen aufhält, sollte den FSME-Impfschutz prüfen – die Apotheke berät dazu kompetent. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung, sondern soll helfen, im Ernstfall ruhig und richtig zu handeln.

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