Während viele Nebenjobs Zeit gegen Geld tauschen, baust du mit einem eigenen Newsletter ein Medium auf, das dir gehört. Du sammelst E-Mail-Adressen von Menschen, die genau dein Thema interessiert – und genau das ist im Marketing Gold wert. Für BWL-Studierende mit Gespür für Kommunikation und Social Media ist der eigene Newsletter ein doppelter Gewinn: ein Nebenverdienst und ein Portfolio-Stück, das bei jeder späteren Bewerbung zieht. Anders als bei Plattformen wie Instagram bestimmst du die Spielregeln selbst, denn die Abonnentenliste kann dir niemand wegnehmen.
Warum gerade jetzt?
Bezahlte Newsletter boomen. Plattformen wie Substack, Steady oder beehiiv haben das Veröffentlichen so einfach gemacht wie das Posten eines Reels – Hosting, Bezahlung und Versand laufen automatisch. Substack berichtete im Herbst 2025 von rund 50’000 Creatorn, die auf der Plattform Geld verdienen. Der Trend zeigt klar: Leute zahlen wieder für kuratierte, vertrauenswürdige Inhalte abseits der Algorithmen. Als Studierende hast du dabei zwei Vorteile: Du bist nah an Nischen, die andere nicht bedienen, und du kannst dir über Semester hinweg eine Liste aufbauen, während du ohnehin lernst und dich in ein Thema vertiefst.
Aktive Möglichkeiten
Der direkteste Weg ist das kostenpflichtige Abo. Du bietest einen Gratis-Newsletter an und stellst zusätzliche Inhalte – Tiefenanalysen, Vorlagen, ein Archiv – hinter eine Bezahlschranke, typischerweise für einen tiefen einstelligen bis mittleren Frankenbetrag pro Monat. Plattformen behalten eine Provision (Substack rund 10 Prozent plus Zahlungsgebühren), dafür musst du dich um nichts kümmern.
Schneller Geld bringt oft Sponsoring: Sobald ein paar hundert engagierte Abonnenten dabei sind, zahlen Firmen für eine Erwähnung im Newsletter. Bei einer klar umrissenen Nische sind die Empfängerinnen für Werbetreibende interessanter als eine breite, beliebige Reichweite.
Und das vielleicht Wertvollste: Ein erfolgreicher eigener Newsletter ist die beste Visitenkarte, um die gleiche Dienstleistung für andere zu verkaufen. Wer den eigenen Kanal beherrscht, kann das Wissen direkt als Dienstleistung anbieten – wie im Beitrag Newsletter-Ghostwriting für KMU: Studi-Nebenjob beschrieben.
Passive Möglichkeiten
Der Reiz liegt in den Inhalten, die nach dem Schreiben weiterarbeiten. Affiliate-Links zu Tools oder Büchern, die du ohnehin empfiehlst, bringen über Monate kleine Provisionen, ganz ohne Zusatzaufwand. Ein einmal erstelltes digitales Produkt – eine Vorlagensammlung, ein Mini-Guide, ein Notion-Template – lässt sich am Ende jeder Ausgabe verlinken und verkauft sich an neue Abonnenten immer wieder. Auch das Archiv selbst ist passiv: Gute alte Ausgaben werden über Suche und Social Media gefunden und ziehen laufend neue Leserinnen an, die später zu zahlenden Abonnenten werden. So entsteht aus aktiver Schreibarbeit ein Bestand, der mit der Zeit von allein wächst.
Realistische Zeitplanung 20–40 %
Sei ehrlich mit dir: Der Newsletter wirft am Anfang fast nichts ab. Die ersten Monate baust du Reichweite auf, nicht Einkommen. Plane eine feste Ausgabe pro Woche – Recherche und Schreiben kosten anfangs drei bis fünf Stunden, mit Routine weniger. Dazu kommt Promotion auf LinkedIn oder Instagram, wo du Auszüge teilst. Insgesamt sind das gut machbare zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche, also im Rahmen von 20 bis 40 Prozent. Der Schlüssel ist Konstanz: Batch-Arbeit am Wochenende, ein wiederkehrendes Format und ein Redaktionsplan halten den Aufwand stabil – auch in der Prüfungsphase, in der du Ausgaben besser vorproduzierst als ausfallen lässt.
Erster konkreter Schritt
Wähle diese Woche eine Nische, in der du sowohl Wissen als auch Interesse hast – je spezifischer, desto besser. Richte ein Gratis-Konto bei Substack oder beehiiv ein und schreibe die erste Ausgabe, bevor du an Monetarisierung denkst. Teile sie mit deinem Umfeld und sammle die ersten zwanzig Abonnenten. Erst wenn du fünf bis zehn Ausgaben konstant geliefert hast, schaltest du Bezahloptionen frei.
Fazit
Ein eigener Newsletter ist kein schneller Franken, sondern ein Aufbau-Projekt mit Hebel: Du lernst Schreiben, Marketing und Community-Aufbau und besitzt am Ende ein Medium, das aktiv wie passiv Geld bringt. Denk an die Steuern – Einnahmen sind zu deklarieren, ab rund 2’300 Franken Jahresumsatz aus selbständiger Tätigkeit wird die AHV-Anmeldung relevant. Fang klein an, bleib dran, und lass die Liste für dich arbeiten.